2019/20 Kisterl's sind wieder auf Reisen

Unsere Reise 2019 - 2020

Reisebericht 5
02.03.2020 - xx.xx.2020

La Ribera bei San Javier_Isla Plana_nach


Eine Auswahl aus allen Fotos wird nach unserer Heimkehr als DIA-Show verfügbar sein.

Die Karte zeigt unsere Reiseroute ab La Ribera bei San Javier zu Reisebericht 5


Wenn in unseren Berichten von "roten, gelben oder weißen Straßen" die Rede ist, beziehen sich diese Angaben auf die Farbe der Straßen im Autoatlas (Rot ist breit, Weiß ist ziemlich schmal).

Und hier haben wir übernachtet oder für Besichtigungen geparkt.
Die GPS-Daten stammen aus den Internetseiten der Stell- und Campingplätze, aus Google-Maps und/oder aus BING-Maps und können daher von den echten Gegebenheiten etwas abweichen. Bei manchen Navigationsgeräten müssen bei der Eingabe die Punkte in den GPS-Daten durch Kommas ersetzt und das Grad-Zeichen hinzugefügt werden (z.B. N 37,43785°), um richtige Anzeigen zu erhalten.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die Beschreibung der von uns besuchten Plätze, die Preise und alle anderen Beschreibungen nur für die Jahreszeit und Zeitspanne gelten, in der wir uns an den jeweiligen Orten aufgehalten haben.
Bitte Tippfehler bei den GPS-Daten, falls sie vorkommen, zu entschuldigen. Für eine Mitteilung darüber danke ich schon im Voraus.

Pkt = Punkt-Nummer auf der Karte, 005/B/F = Übernachtung-Nr., Besichtigung, Platz für Fotos, W = auch für Wohnwagen,
Pl : CP = Campingplatz, SP = Stellplatz, PP = Parkplatz, Str = am Strassenrand, frei = irgendwo in freier Natur
Ch = Toiletten-Entsorgung, Gw = Grauwasser-Entsorgung, Tw = Trinkwasser, WIFI = Internet (fallweise mit Verstärker) St = Strom, EUR = Preis/24Std
WM = Waschmaschine,ca. 4 EUR / WT = Wäschetrockner, ca. 3,5 EUR
beides haben wir nicht mehr gesondert angeführt, da jetzt schon viele Campingplätze darüber verfügen


Pkt
Ü/B
F
W
Tg
Datum
Pl
Name
Nord
+ = East
- = West
Ch
Gw
Tw
WIFI
St
EUR
01
Ü
-
So
01.03.20
SP
Camperpark La Ribera bei San Javier
37.80392
-000.81589
j
j
j
incl.
incl.
11
01
Ü
-
Mo
02.03.20
SP
Camperpark La Ribera bei San Javier
37.80392
-000.81589
j
j
j
incl.
incl.
11
02
Ü
W
Di
03.03.20
CP
CP Los Madriles in Isla Plana
37.57979
-001.19511
-
-
-
gg.Bezlg.
nach Verbr.
16
-
-
-
-
bis
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
02
Ü
W
So
xx.xx.20
CP
CP Los Madriles in Isla Plana
37.57979
-001.19511
-
-
-
gg.Bezlg.
nach Verbr.
16
               
Tips :

>>>>>    nichts Neues




Wir sind völlig unabhängig, unserem Alter entsprechend gesund, neugierig, an allem interessiert, unternehmungslustig und dankenswerter Weise mit einem Wohnmobil unterwegs, das genau unseren Bedürfnissen entspricht und uns in den letzten 10 Jahren weit herum gebracht und viel Freude bereitet hat.
Darum wollen wir reisen, reisen, reisen und uns eigentlich nicht zwei Monate an derselben Stelle aufhalten.

Zwei Monate Zwangsaufenthalt an ein und demselben Ort wirken auf uns wie ein Gefängnis, zumal sie nicht selbst gewählt, sondern uns von einer kleinen Ratte aufgezwungen wurden. Es ist nicht das, was wir uns unter unserem Winterurlaub vorstellen, obwohl wir uns hier wohl gefühlt und uns ganz besonders über das mehrmalige Treffen mit unseren Freunden Gerhard und Elisabeth und über den Besuch unserer Freunde Elfi und Manfred sehr gefreut haben.

Darum werden wir die nächsten Monate unseres diesjährigen "Winterurlaubs" so verbringen, wie es unserer Reisephilosophie entspricht : Immer wieder Neues erkunden, schon Gesehenes erneut genießen, den anderen Touristen so weit wie möglich aus dem Weg gehen und uns lieber mit freundlichen Einheimischen in einem Café auf einen Tee an einen Tisch setzen und erfahren, wie es sich aus ihrer Sicht hier so lebt.

Vorher aber werde ich noch die hier angebotenenen Dienste eines Arztes und einer Fußpflegerin, die ins Wohnmobil kommen, ausnutzen und mir hier meine Spritze gegen meine Pollen-Allergie geben lassen, weil hier rundherum schon alles blüht, und meinen Füßen auch wieder einmal etwas Gutes tun.


CamperPark La Ribera



CamperPark La Ribeira

CamperPark La Ribeira

CamperPark La Ribeira


Bei eiem zufälligen Gepräch gestern mit den Receptionistinnen haben wir erfahren, daß dieser Stellplatz schon jetzt nicht nur im Moment, sondern schon ab Anfang Oktober 2020 bis Ende April 2021 völlig ausgebucht ist und sie keine Reservierungen mehr annehmen. Stellplätze gibt es für Durchreisende von Ende April bis Anfang Oktober, ab dann ist die ganze Gegend hier in der Hand von Überwinterern. Reisende Wohnmobilisten, die in dieser Zeit kommen, bekommen einen Kurzzeit-Stellplatz aber eher auch nur zufällig und haben erst wieder eine größere Chance etwa ab Anfang April einen Platz zu finden, vorher maximal einen zufällig freien Platz auf dem Gelände ohne Stromversorgung. Viele derer, die hier keine Vorreservierung mehr plazieren konnten, haben bereits angekündigt, dann eben im kommenden Winter nach Marokko zum Überwintern zu reisen. Wie lange das dann wohl dort noch gut geht ?

Wir sind optimistisch, auf unserer weiteren Reise im Landesinneren etwas weniger volle Plätze zum Übernachten oder für 2 Nächte zu finden, wenn nötig auf teureren Campingplätzen.

Diese werden vorwiegend sowohl von deutschen als auch französischen Wohnmobilisten gemieden, nur Schweden und Norweger sind das erhöhte Preisniveau gewöhnt. Die Deutschen und Franzosen, die hier stehen, fahren zwar große Wohnmobile, deren Kaufpreis zwischen 70.000 und 250.000 Euro liegt, jammern und schnorren aber dann bei jedem Stellplatz, obwohl er mit V+E, Strom, Waschmaschine und Wäschetrockner, festem und ebenem Untergrund und auch sonst jede Annehmlichkeit bietet, wenn er fallweise mehr als 8,- Euro/Tag kostet. Man schämt sich manchmal, der Spezies "Wohnmobilist" anzugehören, wenn man diesen Diskussionen mit dem Platzpersonal zuhört.

Ich mag solche Wohnmobilisten genau so wenig, wie die, die hier in den Dünen "frei" stehen, ihr WC incl. Desinfektionsflüssigkeit und ihr Grauwasser hier wochenlang in die freie Natur schütten, obwohl es genügend Entleerungsstellen, wenn auch manchmal gegen Gebühr, gibt. Aber da müßte man ja seinen "guten" Platz in der Düne verlassen und vielleicht ist der dann von einem Anderen besetzt.

Die Polizei macht aber immer öfter Schluß mit dieser Unsitte. Sie kommen zu zwanzigst um 02:00 früh, wecken alle auf, kassieren von jedem bis zu 1.500 EUR und geben den Wohnmobilisten 15 Minuten, um alles abzubauen und zu verschwinden.

Es gibt - so hörten wir es - aber auch solche "Freisteher", die Löcher in angrenzende Hotelzäune schneiden, um so gratis zu Frühstücksbuffets und warmen Duschen im angrenzenden Hotel zu kommen und sich damit auch noch brüsten. Und wer jetzt glaubt, so was gibt es nicht, der kann sich hier ganz leicht auch selbst davon überzeugen, wenn er Augen und Ohren offen hält, daß man sich als "normaler" Mensch nicht vorstellen kann, was es hier manchmal gibt. Kein Wunder, daß auch alle anderen Wohnmobilisten, die sich korrekt verhalten, allerdings leider mittlerweile in Massen auftreten, inzwischen von vielen Einheimischen grundsätzlich mit großer Skepsis betrachtet und zum Teil sogar abgelehnt werden, frei nach dem Motto "Zuviel ist zuviel", was letztlich in Übernachtungs- und Parkverboten für Wohnmobile und Querstangen in 2,1m Höhe vor vielen Parplätzen endet, wie vor 3 Wochen bei den Sandstein-Formationen von Bolnuevo, wo zu allem Überfluß Besucher auch noch Steine aus den von Wind und Regen geformten Sandsteinen als "Erinnerungsstücke" gebrochen haben.

Am 27.02. haben uns Gerhard und Elisabeth zu einem Restaurant geführt, das ein ganz besonderes Ambiente bereitstellt. Man fühlt sich wie in Nordafrika in einer Oase, die an eine im orientalischem Stil erbaute Burg granzt. Leider kann man die Burg nicht besichtigen. Hier haben wir uns bei einem guten Essen verabschiedet.


Castillo San Miguel de Salinas

Castillo San Miguel de Salinas



Castillo San Miguel de Salinas

Castillo San Miguel de Salinas


Zwei Tage vor unserer Abreise sahen wir am Parkplatz eines Großkaufhauses dieses Motorrad. Es stammt dem Aussehen und der Ausrüstung nach aus dem Einsatz in Afrika, möglicherweise aus dem Einsatz der Fremdenlegion. Alle Teile und die Ausrüstung für den Einsatz in der Wüste schienen noch Original zu sein. Leider konnten wir nicht so lange warten bis der Fahrer zurück kam, einige mit dem Fahrzeug verbundene Geschichten und Fakten hätten uns sehr interessiert.


ein Motorrad aus der Kolonialzeit, voll ausgerüstet für den Wüsteneinsatz

ein Motorrad aus der Kolonialzeit, voll ausgerüstet für den Wüsteneinsatz



ein Motorrad aus der Kolonialzeit, voll ausgerüstet für den Wüsteneinsatz

ein Motorrad aus der Kolonialzeit, voll ausgerüstet für den Wüsteneinsatz


Nachdem fast alles, was die Ratte am Wohnmobil kaputt gemacht hat, wieder repariert ist, wollen wir am 02.03. weiter ziehen und uns nach Möglichkeit wieder neue Wege abseits der "Touristenpfade" durch Spanien suchen, die wir bisher in all den Jahren noch nicht befahren haben.

Leider sind wir heute nur bis zum Tor des Stellplatzes gekommen, da der Computer der Reception nicht ging und wir nicht bezahlen konnten. Der Computer war auch noch am Nachmittag kaputt und wir mußten noch eine Nacht hier verbringen. Hatte aber etwas Gutes, da unser Platz deswegen auch noch für eine weitere Nacht frei war.

Aber heute wurde es ernst, wir konten zahlen und uns auf unseren gestern festgelegten Weg machen. Wir fuhren über schmale Landstraßen Richtung Mazzaron, obwohl es dorthin auch eine Autobahn gibt.

Unterwegs landeten wir zufällig in Perin im einem Restaurant "La Cuesta", das von Außen nicht unbedingt einladend aussah, aber einen großen Parkplatz hatte. Aber unsere Erfahrung in diesem Land sagt uns, daß man gerade in einem solchen Haus ganz besonders gut essen kann. So war es auch. Alle Tische weiß gedeckt mit Stoffservietten, Gläsern und Tellern. Nach einem "Ensalada especial", bekam Karin "Chuletas de cordero" (Lammkotletts) und ich "Chuletas de Cabrito" (Zicklein-Kotletts), ein "Käsekuchen" und eine spanische "Cuajada casera" (ein aus Schafsmilch hausgemachte, puddingähnliche weiße Masse, die man mit Honig serviert, das Original kommt aus Navarra) bestellten wir uns als Nachspeise, zu allem eine Flasche Weißwein "Coto Mayor" und am Ende einen Espresso und das Haus hat uns zum Abschluß noch ein Gläschen "Lemoncello" (ein Zitronenlikör) spendiert. Für dieses absolut erwähnenswerte Essen und das außergewöhnlich gute Service haben wir 50 Euro bezahlt. Es war nicht billig, aber wir haben es für alles zusammen nicht einmal besonders teuer empfunden. Außerdem machen wir sowas ja eh nicht jeden Tag.

Am Nachmittag kamen wir dann im vorgesehenen Campingplatz Los Madriles in Isla Plana an. Ein Terassen-Campingplatz, auch hier viele Überwinterer, und einige, die so wie wir von Campingplatz zu Campingplatz ziehen, und aber auch hier nur mehr 10 freie Plätze, die man als "Fahrender" Überwinterer bekommen kann. Aber immerhin. Der Preis ist natürlich höher als in La Ribera, dem Stellplatz, von dem wir gerade kommen, dafür sind Hunde auf diesem Stellplatz verboten (in La Ribera war der Anteil von Hundebesitzer ca. 90%) und es gibt ein Schwimmbad, das jeden Abend geleert wird und am nächsten Morgen mit 30° warmem, frischen Salzwasser gefüllt ist.


CP Los Mandriles



CP Los Mandriles

CP Los Mandriles



CP Los Mandriles

CP Los Mandriles


Heute haben wir beschlossen, dieses Jahr doch nicht mehr nach Cordoba zu fahren, sondern die Zeit bis Mitte/Ende April, wenn wir nach Norden aufbrechen wollen, auf diesem Campingplatz mit Sicht auf die unter uns gelegenen Bucht und das Meer zu verbringen. Wir haben hier alles, was wir uns für unser Wohlergehen wünschen und daher fiel uns diese Entscheidung sehr leicht.
Außerdem sind wir durch den uns aufgezwungenen langen "Rattenaufenthalt" etwas faul geworden.
Es ist schön, hier auf der Terasse bei einem Glas Wein die Aussicht aufs Meer zu genießen.

Damit dieser Winterurlaub aber nicht nur von der Maus, der Ratte und unserer Faulheit geprägt wird, sondern wie bei uns üblich auch ein bischen Kultur und Natur "dabei" sind, werden wir versuchen, das, was wir auf unserem Weg nach Süden wegen der Maus ausgelassen haben, auf unserer Fahrt nach Norden nach zu holen :
nämlich die Besichtigung des königlichen Palastes und Parks in Aranjuez,
die Besichtigung von Cuenza, das wir schon einige Jahre besuchen wollen,
die Fahrt dem Rio Jucar entlang und
den Besuch von Alcala de Jucar und Jorquera, nordöstlich von Albacete.

Aber nur, soferne es die derzeitige Lage mit den Corona-Virus um Madrid sinnvoll erscheinen läßt.


Das ist ab heute Freitag, dem 13.03. aber schon wieder alles anders.
Jetzt hat auch noch das Corona-Virus etwas dagegen, daß wir auch heuer wieder einen problemlosen Urlaub haben.


Das Corona-Virus hat seit heute die Logistik über unser Leben in den nächsten Wochen übernommen und damit ist alles vorher Gesagte Makulatur.

Wir bleiben in Spanien, allerdings ist Reisen und Besichtigen im Land derzeit nicht mehr angesagt.

Wir sind zwar hier auf einem schönen Campingplatz, wo es keine Hunde gibt, aber der sonst Einiges nicht hat, auf das wir normalerweise Wert legen : es gibt nur einen Mini-Markt mit nahezu keiner Auswahl, auf die Butter mußten wir 2 Tage warten, keine Yoghurts, ein kleines Buffet, wo alles doppelt soviel kostet, wie auf dem Platz, wo wir vorher waren. 14km zum nächsten Lidl und Mecadona (am anderen Platz 300m zu Fuß) und noch einiges anderes, das uns nicht so paßt und das zu einem Preis, der mehr als doppelt so hoch ist wie auf dem vorherigen Stellplatz. Soziale Kontakte sollen außerdem auf ein Minimum beschränkt werden, daher ist baden in einem Pool, in dem sich 20 Leute oder mehr bewegen, sicher auch nicht das Optimale. Und das Reduzieren von sozialen Kontakten mit Einheimischen, machen wir auf unseren Reisen nur ungern, aber wenn's nötig ist, dann eben doch und ohne das Herumreisen ist das ohnehin sehr schwierig.

Wir wollen daher am Montag zurück auf den Camperpark La Ribera wechseln, wo wir noch einen Platz bekamen. Reisen sollen, wenn möglich, unterlassen werden - daher werden wir zumindest noch 4 Wochen auf diesem Platz in Spanien bleiben. Wir werden mindestens bis zum 20.04. den Aufenthalt auf dem Camperpark La Ribera genießen.

Das ist ab heute Samstag, dem 14.03./ 12:00 aber schon wieder alles anders.

Wir sind immer noch hier am Campingplatz Los Madriles zwischen Isla Palma und La Azohia.

Grund dafür ist, daß uns heute mitgeteilt wurde, daß die regionale Regierung der Provinz Murcia den Ausnahmezustand über die ganze Provinz und damit verbunden die Schließung aller touristischen Betriebe (Hotel, Restaurants etc.) ab sofort angeordnet hat (auch die Bar des Campingplatzes ist davon betroffen). Es dürfen ab sofort in den nächsten 14 Tagen (voraussichtlich) von Hotels, Campingplätzen und Stellplätzen keine neuen Gäste aufgenommen werden. Dies gilt für die gesamte Küstenregion von Murcia (San Pedro, San Javier, Los Alcázares, La Unión, Cartagena, La Manga, Mazarrón und Águilas). Wir konnten dann auch selbst beobachten, wie hier an der Reception ankomende Wohnmobile, die Platz suchten, abgewiesen wurden, obwohl hier noch einige Plätze frei gewesen wären.

Viele Deutsche und Franzosen haben heute fast fluchtartig den Campingplatz verlassen und wollen teilweise in einer Gewaltfahrt noch schnell die französische Grenze überqueren. Nur einige, die von der aktuellen Situation erfahren haben, sind geblieben. Wir haben uns entschlossen, ebenfalls für mindestens weitere 2-3 Wochen hier zu bleiben und die weitere Entwicklung abzuwarten. Wir werden die Empfehlungen unserer Regierung aber auch hier befolgen.

Am späteren Vormittag sind wir mit dem Wohnmobil die 14km nach Mazarron zum Centro Comercial gefahren (Mercadona, Aldi, Lidl). Zum Tanken, Geld abheben und Lebensmittel Einkaufen ist das erlaubt. Diese Geschäfte waren die einzigen, die noch bis 15:00 Uhr geöffnet halten durften. Die Regale waren ziemlich leer, aber die Angestellten waren bemüht, sie wieder im gleichen Rhythmus zu füllen, wie sie die Kunden leer kauften. Gemüse, Obst, Fisch, Brot, Reis, Nudeln, Papierwaren waren in ausreichender Menge vorhanden, obwohl die Regale einen ziemlich ausverkauften Eindruck machten. Die Angestellten kamen einfach mit dem Nachfüllen nicht nach. Lediglich Fleisch in Schnitzelform war Mangelware, aber immerhin ist ja Samstag und das Wochenende steht bevor. Da ist hier öfter einmal nicht mehr jede Fleischsorte in ausreichender Menge vorhanden. Man hatte den Eindruck, daß von allen Gütern zwar mehr als sonst gekauft wird, aber von Hamsterkäufen keine Spur.

Etwas eigen war jedoch die Stimmung außerhalb der Lebensmittelgeschäfte und deren Parkplätzen. Öffentliche Parkplätze leer, Parkplätze bei den Lebensmittelgeschäften fast leer, kaum Autos und keine Leute auf den Straßen, vierspurige Straßen menschenleer. Es fehlte nur noch die Sirene, die einen unmittelbaren Bombenangriff vorhersagt. Eine gespenstisch anmutende Szene.

Mazarron, Samstag, 14.03.2020, 15:00 Uhr, Ausnahmezustand für Provinz Murcia
komplette Ausgangssperre, alle Geschäfte geschlossen,
ausgenommen Apotheken, Banken, Tankstellen und Lebensmittelgeschäfte

(aufgenommen mit iPhone7, optimiert für Mozilla Firefox)

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hier ist normalerweise alles teilweise in zwei Spuren vollgeparkt und es ist schwierig zu Fuß über
diese 4-spurige Straße zu kommen, wenn man nicht den Fußgängerübergang benützt.



Am Nachmittag, nach unserer Rückkehr erfuhren wir, daß dieser Zustand ab 12:00 über ganz Spanien verhängt wurde und verschiedene Gebiete vollkommen von ihrer Umgebung abgeriegelt wurden. Laut spanischen Medien will zum Beispiel Katalonien für sein gesamtes Provinzgebiet ab Montag den absoluten Ausnahmezustand erklären, das heißt, niemand kommt raus und niemand kommt rein - ohne Ausnahme. Für Touristen hieße das, daß die französische Grenze nur mehr über die Pyrenäen erreichbar sein wird und nicht mehr der Küste entlang.

Das Zentrum der Infektion liegt z.Zt. in und um Madrid, aber auch nördlich davon sind kleinere und größere Zentren ausgemacht, Rioja, Navarra, der Norden von Arragona, das Baskenland.

Uns geht es gut, wir haben Desinfektionsmittel, Seife und Geschirrspühlmittel, das noch effektiver sein soll als Seife und Küchenrollen zur Genüge an Bord. An diesen Mitteln besteht auch kein Engpaß in den Geschäften, auch Desinfektionsmittel gibt es in Apotheken noch. Dasselbe gilt für Essen und Trinken. Wir verlassen unser Wohnmobil nur, um zu duschen und davor zu sitzen. Öfter am Tag Hände waschen ist nun bei uns zur Gewohnheit geworden.

Wir sehen der Entwicklung eigentlich mit gebotener Aufmerksamkeit und einem gewissen Respekt, aber ohne Panik entgegen und lassen uns nicht von der um sich greifenden Hysterie anstecken - klaren Kopf bewahren ist, glauben wir, wichtiger.

Wir haben ja Zeit und keine Verpflichtungen, wir haben's nicht eilig nach Hause zu kommen, hier ist's schön und schön warm und oft Händewaschen müssen wir hier und zu hause, dann schon lieber bei 28° und Sonnenschein. Nur im Falle, daß wir krank würden, wäre die Versorgung in Österreich sicher besser - dann können wir aber auch nach hause kommen.

Im Moment setzen wir jedenfalls alles dran und unterlassen bzw. unternehmen alles, um nicht krank zu werden.

TAGEBUCH UNSERER QUARANTÄNE IN SPANIEN


Sonntag, 15.03.:
Am Abend erfuhren wir vom Sohn meines Cousins in der Bretagne, daß dort ebenfalls der Ausnahmezustand mit den gleichen strengen Regeln, wie hier, verhängt wurde. Wie es im restlichen Frankreich aussieht, wissen wir nicht.

Montag, 16.03.:
Dieselben Bestimmungen eines Ausnahmezustandes wie hier in Spanien gelten auch in Portugal.

Autos der "Guardua Civil" fuhren durch den Campingplatz und informierten auf Spanisch, Englisch und Deutsch diejenigen, die hier geblieben sind, über den Ausnahmezustand, was erlaubt ist und was man bitte unterlassen soll. Sie werden uns auf dem Laufenden halten. Die Ausgangssperre wird nicht nur mit Patrouillen sondern auch mit Drohnen überwacht.

Wir fühlen uns jetzt in der Quarantänezeit hier auf diesem Campingplatz - zumindest solange wir gesund sind - recht wohl.
Müllabfuhr und Reinigungsdienst funktionieren, den tollen Pool nutzen wir eh nicht, weil wir nicht in den Hautschuppen von uns und anderen Leuten baden wollen (ist im Moment ohnehin gesperrt), Unterhaltung mit Nachbarn findet sozusagen "über den Hof" statt. Ansonsten gehen wir nur in unseren "Garten", sprich, zu den Liegen vor unserer Aufbautüre. Duschen ist etwas reduziert und auch das Entleeren der Toilette findet einen Tag später statt, als im Normalfall. Brot holen wir jeden zweiten Tag im Shop hier und ale 14 Tage fahren wir nach Mazarron zu Lidl, Aldi und Mercadona und decken uns wieder für weitere 2 Wochen ein. Nudeln, Reis, Sugo, 1 Stange Tostbrot, Schinken und Käse für Schinken-Käse-Toast sind zu hause, Wein, Sekt und Bier für 2 Wochen auch. Worauf wir jetzt beim Einkaufen aber besonders achten ist das Verfallsdatum. Durch all diese Verhaltensweise sind unsere "Berührungskontakte" auf ein Minimum reduziert.

In Graz haben wir Freunde, aber eigentlich niemanden, der wirklich auf uns "wartet" und niemanden, der uns eventuell Arbeiten außer Haus wie Einkaufen und andere eventuell nötige Wege abnimmt. Das hat uns auch darin bestärkt, daß wir die "Virus-Zeit" nicht unbedingt in Graz absitzen müssen, sondern das auch woanders, wo es uns gefällt und wo wir ziemlich einsam sind, tun können. Vor einer Ansteckung sind wir weder hier noch in Graz gefeit.

Update vom Freitag, 20. März 2020, 17.15 Uhr:
Die spanische Regierung hat am Donnerstag, 19.03.2020, wegen der Coronavirus-Krise die vorläufige Schließung aller Hotels des Landes angeordnet. Im Zuge der am Wochenende verhängten Ausgangssperre müssen auch andere touristische Unterkünfte wie etwa Pensionen oder Campingplätze ihre Pforten schließen, wie aus einer Verordnung des Gesundheitsministeriums hervorging. Dafür haben die Häuser nun maximal sieben Tage Zeit. Nur Sicherheits- und Wartungspersonal darf bleiben. Ausgenommen seien lediglich solche Quartiere, in denen Menschen für einen längeren Zeitraum untergebracht seien oder dauerhaft lebten - vorausgesetzt diese verfügten über die nötige Infrastruktur, um die Menschen zu schützen und voneinander zu isolieren. Dazu gehört auch der Campingplatz, auf dem wir uns befinden. Es werden WCs und Duschen geschlossen. Es dürfen ab 24.03.2020 nur Wohnmobile und Wohnwagen bleiben, die über eigene Dusche und eigenes WC verfügen. Die Entleerung der WCs und der Stromanschluß bleiben angeblich gebrauchsfähig und der Shop wird geöffnet bleiben, sodaß man jeden Tag frisches Brot bekommt. Ob das tatsächlich so bleibt und ob der Shop weiterhin offen hat, werden wir in den nächsten Tagen sehen, wenn diese Auflagen vom Campingplatz-Betreiber umgesetzt werde. Fürs Einkaufen dürfen wir allerdings problemlos zu Mercadona, Aldi Lidl und zu einer Apotheke und einer Bank die 14km nach Mazarron fahren, allerdings darf nur eine Person im Auto sein. Wie wir das umgehen, wissen wir noch nicht. Es sind Strafen für die Nicht-Einhaltung festgesetzt zwischen 600 und 60.000 Euro.

Auf der anderen Seite sind wir hier ohne jeden Kontakt zu anderen Leuten und glauben, daß die Ansteckungsgefahr hier daher relativ gering ist.

Alle unsere Entscheidungen, ob wir bleiben sollen oder nicht sprechen wir mit unserem Sohn und seiner Frau in Shanghai ab, die uns bisher in unseren Beschlüssen bestärkt haben.

Update vom Montag, 23. März 2020, 17.15 Uhr:
Heute waren wir mit unserem Womo einkaufen. Die "1 Auto 1 Person" gilt, da wir beide alt sind, laut einem Mail von der Österreichischen Botschaft in Madrid für uns nicht, da wir uns gegenseitig begleiten und immer eine ältere Person von einer anderen begleitet werden darf - ob die spanische Polizei das auch so sieht ist fraglich, aber von der Spanischen Botschaft in Wien hab ich keine Nachricht bekommen, außer, daß sie mein Mail mit meiner Frage erhalten hat. Die spanische Familie, die bis vor einiegen Tagen neben uns waren, hat da eine wesentlich vernünftige Begründung gehabt : Unser Wohnmobil ist unser Heim, unser Haus und unsere Wohnung, wir haben in Spanien nichts anderes zur Verfügung, da alles (Hotels und alle Räume des Campingplatzes incl. WCs und Duschen) geschlossen sind. Wir haben keine Möglichkeit eine der darin wohnenden Personen im Regen und ohne Toilette am Straßenrand abzustellen und in Stunden wieder abzuholen. Um aber bei eventuellen Polizeikontrollen Diskussionen zu vermeiden, blieb Karin am Bett rückwärts im Womo und ich allein im Führerhaus, in der Hoffnung, daß wir dann nicht aufgehalten würden - hat funktioniert. Beim Einkaufen halten wir uns natürlich an die Vorgabe, daß nur eine Person einkaufen gehen darf.

So fingen wir im Nachbarsdorf an, Zigaretten und Rätselzeitungen und ein TV-Programm für die nächsten 14 Tage zu besorgen, dann zum Bankomat, dann zur 14km entfernten Tankstelle - Dieseltank und Gastankflaschen (wir sind darüber sehr froh, denn Gasflaschentausch ist derzeit nicht möglich) - aufgefüllt. 6km zurück nach Puerto de Mazarron, zuerst zum Mercadona dann zum Lidl. Ich ging mit dem Einkaufszettel von Karin einkaufen. Schon beim Eingang Security. Es werden nur eine bestimmte Anzahl Leute hineingelassen, dadurch ist ein Mindestabstand im Großen und Ganzen gewährleistet - alles nach dem Motto "einer heraus, einer hinein". Dann zum Desinfektionsmittel-Automat und zu den bei uns vom Gemüsestand bekannten Plastikhandschuhen, die muß man auch nehmen, wenn man schon Ärztehandschuhe an hat - dann gehts erst zu den Waren. Mit mir andere männliche Einkäufer, so wie ich den Einkaufszettel in der linken, das Einkaufswagerl in der rechten Hand und mit suchendem Blick durch die langen Wege zwischen den Regalen gehend. Nach etwa 1 Stunde hab ich fast alles gefunden. Bei den Kassen ist Abstand halten Pflicht und man wird durch Streifen am Boden daran erinnert. Einige Sachen waren nicht mehr vorhanden oder eh nicht im Sortiment. Das zu finden gelang uns beim Lild schief vis-a-vis. Nach einer weiteren halben Stunde gings wieder "nach hause" - noch vorbei an einer Polizeisperre, die an einem Kreisverkehr Autos kontrollierte, die von der Autobahn herunter kamen.

Bis zum nächsten Einkauf sind wir wieder etwa 14 - 18 Tage in ziemlicher Sicherheit. Hier können wir uns nicht anstecken, da wir völlig isoliert stehen und weder links noch rechts von uns die Plätze besetzt sind. Toilette und Dusche wird im eigenen Womo benützt. Beim Einkauf in unserem kleinen Shop aus dem wir aber nur Brot holen, gilt auch, jeder muß sich die Hände desinfizieren und "nur einer hinein und dann, wenn der wieder heraußen ist, darf der nächste hinein". Man nimmt sich selbst sein Baguette, legt den Euro hin und geht wieder.

Die Quarantäne- und Ausgangsbestimmungen hier in Spanien sind - auch mit der "1 Auto 1 Person"-Regelung - wesentlich schärfer als in den meisten Ländern Europas, was allerdings bei der derzeitigen Lage in Spanien auch absolut richtig und wichtig ist und werden auch rigoros kontrolliert und bestraft. Hier betragen die Strafen bei Vergehen bis zu 60.000 Euro oder bis zu 5 Jahren Haft. Österreich ist da mit 600 Euro geradezu ein Schnäppchen.

Wir sind froh, daß wir gesund sind, daß es uns gut geht und daß wir hier trotz Quarantäne wie im Urlaub leben.


CP Los Mandriles

CP Los Mandriles



CP Los Mandriles

CP Los Mandriles


Ist doch gar nicht so schlecht solange wir gesund sind. Oder ?

unser Zeitvertreib :
für beide : in der Sonne sitzen, Musik hören, ein Glas Wein bei 25° im Freien trinken
Karin : Brot kaufen gehen, Kochen, Abwaschen, Kreuzworträtsel lösen, Fernsehen, Wäsche waschen (mit Waschmaschine und Trockner)
Klaus : über Computer Kontakt zu unserer Umwelt aufrecht erhalten, Bilder des letzten Urlaubs bearbeiten, Lesen, Kreuzworträtsel lösen, WC ausleeren, Mist und leere Flaschen wegbringen, ab und zu Getränke in der Garage neu ordnen (Inventur), Nachmittagsschläfchen halten, Fernsehen

Auf den Terassen unter und ober uns sind noch viele, die sich auch fürs Hierbleiben entschiedn haben. Auf "unserer" Terasse steht nur noch ein Franzose, der auch nicht heim will.

Hab gerade eine Antwort auf meine Anfrage an die Spanische Botschaft betreffend die von der spanischen Regierung erlassenen "1Auto 1Person"-Regelung erhalten : Ich soll mich an die Österreichische Botschft wenden. Sehr aufschlußreich. Haben entweder selber keine Auslegung oder keine Zeit, solche Fragen zu beantworten.

Update vom Montag, 23. März 2020, 17.15 Uhr:
Wie die spanische Vereinigung für Hotels und Touristenapartments (CEHAT) gestern mitteilte, ist die Auflistung der 370 offenen Hotels im Land mit Vorbehalt zu behandeln. weil viele in der Liste aufgeführten Hotels ihre Angestellten gekündigt hätten und deshalb geschlossen seien. Nur 170 der aufgeführten 370 Hotels sind noch geöffnet.

Update vom Samstag, 28. März 2020 :
Spanien hat gestern eine Durchführungsbestimmung für die Vorschrift "1 Auto 1 Person" erlassen.
Die spanische Regierung hat die Regelung, dass nur eine Person im Auto sitzen darf, gelockert. Die Nutzung des Fahrzeugs ist nach wie vor nur unter denen in der Notstandsregelung festgelegten Ausnahmen gestattet. Nun aber dürfen laut der Verordnung TMA/278/2020 zwei Personen mitfahren, immer dann, wenn der Beifahrer diagonal versetzt im Fond sitzt und so „die größtmögliche Distanz“ gewahrt bleibt. Mehrere Personen dürfen nur dann in einer Reihe sitzen, falls Minderjährige oder Senioren mitfahren müssen, die nicht allein bleiben können.
Das Auto darf laut Artikel Sieben des Real Decreto 463/2020 benutzt werden, um Lebensmittel, Medikamente oder andere dringend notwendige Mittel zu kaufen, sogenannte „productos de primera necesidad“ und darüber hinaus im Falle von höherer Gewalt, Notsituationen und Notfällen sowie um Finanzinstitute oder Versicherugnen sowie Tank- und Raststellen aufzusuchen.
Ferner dürfen mehrere Personen mit einem Auto zur Arbeit fahren, immer reihenweise getrennt und diagonal versetzt sitzend. Dabei muss ein Zertifikat des Arbeitgebers mitgeführt werden. Erlaubt sind auch Fahrten, die notwendig sind, um Senioren, Minderjährige, Behinderte oder besonders bedürftige Personen zu betreuen.
Das Auto kann auch genutzt werden, um Spanien zu verlassen und nach Deutschland zurückzukehren – sei es für die Fahrt zum Flughafen oder zur französischen Grenze. Dafür kann man sich auf der Webseite der deutschen Botschaft www.spanien.diplo.de eine Durchreisebescheinigung herunterlanden. Heimkehrer sollten im Falle von Kontrollen ihren Personalausweis vorweisen können, auf dem die Heimatanschrift vermerkt ist.

Das ist für unsere Einkaufsfahrten eine große Erleichterung, weil sich Karin jetzt nicht mehr im Schlafraum verstecken muß. Einkaufen selbst darf aber nach wie vor nur eine Person.

Update vom Dienstag, 31. März 2020 :
Unser Problem mit der Duschtasse ist gelöst. Die Verwaltung des Campingplatzes hat die WCs und die Duschen nicht geschlossen, sondern sie stehen nach wie vor zur Verfügung.

Bis nach Ostern ist somit Faulenzen, Sonneliegen, gut Essen, Wein trinken, viel schlafen und vor allem öfter Hände mit Desinfektionsseife waschen, angesagt.
Unsere Medikamente reichen auch noch bis Oktober, da werden wir schon noch ein paar schöne Platzerln finden, wenn Reisen wieder erlaubt ist.

Ende von Reisebericht 5