2017/18 Kisterl's sind wieder auf Reisen

Unsere Reise 2017-2018

Reisebericht 7
20.06.2018 - 03.07.2018

Maincy_Blandy_Provins_Aix-en-Othe_Troyes_Scey-s-Saone_Titisee_Weilheim_Bernau am Chiemsee_Graz



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Die Karte zeigt unsere Reiseroute zu Reisebericht 7

   


Wenn in unseren Berichten von "roten, gelben oder weißen Straßen" die Rede ist, beziehen sich diese Angaben auf die Farbe der Straßen im Autoatlas (Rot ist breit, Weiß ist ziemlich schmal).

Und hier haben wir übernachtet oder für Besichtigungen geparkt.
Die GPS-Daten stammen aus den Internetseiten der Stell- und Campingplätze, aus Google-Maps und/oder aus BING-Maps und können daher von den echten Gegebenheiten etwas abweichen. Bei manchen Navigationsgeräten müssen bei der Eingabe die Punkte in den GPS-Daten durch Kommas ersetzt und das Grad-Zeichen hinzugefügt werden (z.B. N 37,43785°), um richtige Anzeigen zu erhalten.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die Beschreibung der von uns besuchten Plätze, die Preise und alle anderen Beschreibungen nur für die Jahreszeit und Zeitspanne gelten, in der wir uns an den jeweiligen Orten aufgehalten haben.
Bitte Tippfehler bei den GPS-Daten, falls sie vorkommen, zu entschuldigen. Für eine Mitteilung darüber danke ich schon im Voraus.

Pkt = Punkt-Nummer auf der Karte, 005/B/F = Übernachtung-Nr., Besichtigung, Platz für Fotos, W = auch für Wohnwagen,
Pl : CP = Campingplatz, SP = Stellplatz, PP = Parkplatz, Str = am Strassenrand, frei = irgendwo in freier Natur
Ch = Toiletten-Entsorgung, Gw = Grauwasser-Entsorgung, Tw = Trinkwasser, WIFI = Internet (fallweise mit Verstärker) St = Strom, EUR = Preis/24Std
WM = Waschmaschine,ca. 4 EUR / WT = Wäschetrockner, ca. 3,5 EUR
beides haben wir nicht mehr gesondert angeführt, da jetzt schon viele Campingplätze darüber verfügen


Pkt
Ü/B
F
W
Tg
Datum
Pl
Name
Nord
+ = East
- = West
Ch
Gw
Tw
St
EUR
              
01
212
-
Mo
18.06.18
PP
Maincy/Rubelles, beim Schloß Vaux-le-Vicomte
48.939934
002.145599
-
-
-
-
--
02
F
W
Di
19.06.18
CP
Blandy
48.566917
002.780649
-
-
-
j
0
03
213
W
Di
19.06.18
SP
Provins
48.56183
003.27953
j
j
j
n
0
05
214
W
Mi
20.06.18
SP
Aix-en-Othe, Strom extra 2,50 EUR
48.228622
003.722640
j
j
j
j
7
05
215
W
Do
21.06.18
SP
Aix-en-Othe, Strom extra 2,50 EUR
48.228622
003.722640
j
j
j
j
7
05
216
W
Fr
22.06.18
SP
Aix-en-Othe, Strom extra 2,50 EUR
48.228622
003.722640
j
j
j
j
7
06
217
W
Sa
23.06.18
CP
Camping Municipal de Troyes
48.31110
004.09694
j
j
j
j
19
06
218
W
S0
24.06.18
CP
Camping Municipal de Troyes
48.31110
004.09694
j
j
j
j
19
06
220
W
Mo
25.06.18
CP
Camping Municipal de Troyes
48.31110
004.09694
j
j
j
j
19
09
221
W
Di
26.06.18
SP
Yachthafen Scey-s-Saone
47.65361
005.97555
j
j
j
n
0
18
222
W
Mi
27.06.18
CP
Camping Bankenhof, Titisee
47.88618
008.13067
j
j
j
j
26
18
223
-
Do
28.06.18
CP
Camping Bankenhof, Titisee
47.88618
008.13067
j
j
j
j
26
18
224
-
Fr
29.06.18
CP
Weilheim, Strom gem. Verbrauch
47.84002
011.13638
j
j
j
j
6
18
225
-
Sa
30.06.18
CP
Bernau am Chiemsee, Strom gem. Verbrauch, WIFI
47.80901
012.3819
j
j
j
j
14
18
225
-
So
31.06.18
CP
Campingplatz Pyhrn-Priel, Spital am Pyhrn
47.69098
014.32619
j
j
j
j
27
              

( Top )

Tips :

>>>>>    Heute schickte uns unser Freund, zu dem die Post in Graz kommt, per Mail ein Schreiben der französischen Polizei, daß ich bei Chartres statt 90kmh rasende 97kmh gefahren bin. Großzügigerweise werden davon 5kmh als Toleranz gewertet, trotzdem ergibt die Rechnung natürlich eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 2kmh - das muß natürlich bestraft werden. Aber ein besonderes Service : Die Vorschreibung war schon auf korrektem Deutsch und die Homepage über die man mit Kreditkarte zahlen kann ebenfalls (und vielen anderen Sprachen). Die 2kmh kosteten 45 EUR - wenn man schnell zahlt. Mit jeder späteren Zahlung kann sich der Betrag bis zu 180 EUR erhöhen.

Nach der Besichtigung des Chateau de Vaux-de-Viscompte fuhren wir weiter. Einige Kilometer weiter, in Brandy, einem Ort in dem wir sicher eine halbe Stunde lang keine Menschenseele und nur zwei Autos sahen, sahen wir dagegen eine Burg. Beachtliche Mauern und einige Wehrtürme beschützen hier - ein leeres Inneres, in dem ab und zu mittelalterliche Feste stattfinden.


Dann finden wir am Gemeinde-Stallplatz in Provins, einer kleinen mittelalterlichen Stadt und ebenfalls UNESCO-Kulturerbe, einen Platz, um zu übernachten.
Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Touristenzug um und durch die Stadt, gehen zu Mittag essen und der Verdauungsspaziergang führt uns durch einige malerische Gassen, über den Place du Chatel, dem Hauptplatz, mit Kreuz und Pranger zum Cäsarenturm und der Kirche Saint-Quiriace.
Provins war im Mittelalter so etwas wie eine Messestadt. Die Messen in Provins waren die Wichtigsten in Europa für Tuchmacher aus Flandern, Gew1ürzhändler aus dem Orient und viele andere Güter, die damals gebraucht wurden. Im Zuge der Messen kamen auch Intellektuelle, Dichter und Denker hier zusammen. Obwohl die Stadt durch die Messen einer der ersten bedeutenden Umschlagplätze geworden war, sah sie ihren Wohlstand Ende des 14.Jhd. schwinden. Der Rückgang der Messen wegen veränderten Handelswaren und Handelswegen, Kriege und Epidemien waren der Grund. Provins wurde wieder ein Marktflecken auf dem Lande, weit weg von geschichtlichen Ereignissen und hat sich so seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt.
Der Cäsarenturm wurde im 12.Jhd als Machtsymbol der Grafen der Champagne gebaut und diente unter Anderem als Gefängnis und Überwachungsturm.
Die Kirche wurde im 12.Jhd erbaut, aber wegen Geldmangels nie vollendet. Zu allem Unglück stürzte dann auch noch das Kreuzrippengewölbe und die Rosette ein. An derselben Stelle wurde dann im 17.Jhd der heutige Dom erbaut.






Bei der Annäherung an Nogent-sur-Seine grüßt von Weitem das Kernkraftwerk. Der Stellplatz in Nogent-sur-Seine erweist sich als nicht so, wie in "Campercontact" beschrieben, abseits der Seine bei einem lauten Schüler-Sportplatz, ohne agegebenem Strom, ohne eigenen Toilettenauslaß. Daher fahren wir weiter auf den Stellplatz in Aix-en-Othe.
Wir fahren über Landstraßen, links und rechts von uns große Kanabis-Felder. Eine Frage beschäftigt uns ? Wozu gibt es hier so viele Kanabis-Felder ? Ist in Frankreich etwa Marihuana schon frei erhältlich ? Wir haben keine Antwort darauf. Später lesen wir in einem Prospekt über den Bezirk Aube, in dem wir uns gerade befinden, daß dieser Bezirk eines der größten Anbaugebiete Frankreichs für Nutzhanf ist. Er kann nicht zur Herstellung von Rauschgift genutzt werden und wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut. Weitere genutzte Produkte sind Hanfschäben, Hanfsamen zur Gewinnung von Hanföl und Hanfblüten und -blätter zur Herstellung von ätherischem Hanföl. Neue Kaltpressverfahren ermöglichen es inzwischen, den Hanfsaft aus dem oberen Teil der Pflanze ebenfalls als Nahrungsmittel zu gewinnen. So kann dieser hochwertige Pflanzenbestandteil zur Ernährung verwendet werden, anstatt wie bisher auf dem Feld zu verrotten.
Der Stellplatz in Aix-en-Othe erweist sich als echter Glücksgriff. Ein nettes Ehepaar, das selbst Wohnmobil-Fahrer ist und daher weiß, was Wohnmobilisten schätzen, empfängt uns. Der Stellplatz gleicht einem Parkgelände mit Golf-Rasen, die Dusche mißt geschätzte 1,2x1,0m mit Handbrause und Mischbatterie, eine Waschmaschine plus Trockner stehen zur Verfügung, einzig das Brettl am WC-Sitz und Internet-Anschluß fehlen. Ansonsten, ein weiterer der besten Stellplätze, auf dem wir auf dieser Reise waren. Und das zum Preis von 7,- EUR/Nacht, wer Strom braucht, zahlt noch 2,50 EUR dazu. Der kleine Ort mit Metzger und Bäcker+Konditorei ist durch einen ebenen Fußweg in 10 Minuten zu erreichen.
Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, geworden sind es durch das positive Ambiente deren drei.


30km nach Osten sind es bis Troyes, unserer nächsten Station. Wir haben vor, am parkähnlichen ACSI Camping Municipal de Troyes zu bleiben und uns die Stadt anzusehen. Etwa 2km sind es bis zur Stadt - entweder zu Fuß oder mit dem Bus 1 bis ins Zentrum. Einen Aldi gibt es in einer Entfernung von ca. 200m.
Troyes war der Hauptort des Keltenstammes der Tricassen. Schon im 4. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz. Westlich von Troyes fand 451 die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zwischen Attila und Aëtius statt. Im 9.Jhd wurde die Stadt von den Normannen zerstört. Aber schon ein Jhd. später wirkte unter anderem Raschi (1040–1105), einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters hier. Seine berühmten Kommentare zur Bibel und zum Talmud, die er in Troyes niederschrieb, werden noch heute in den meisten jüdischen Bibeln und im Talmud mit abgedruckt. Weiterhin wirkte der mittelalterliche Dichter Chrétien de Troyes (etwa 1140–1190) in der Stadt – zu der Zeit, als Troyes Residenz der Grafen von Champagne war. Auf Chrétien de Troyes geht die Parzival-Erzählung um die Suche nach dem heiligen Gral zurück. 1107 wurde in Troyes ein Konzil abgehalten, auf dem die Gregorianischen Edikte bezüglich der Investitur erneuert wurden und 1129 fand hier ein weiteres Konzil von Troyes statt. Ab dem 12. Jahrhundert wurden in Troyes zwei der sechs Jahrmärkte oder Messen abgehalten, für die die Champagne berühmt wurde. Hier wurden Waren von den Niederlanden (Tuch) bis Italien (Seide, orientalische Waren) gehandelt. Unter den Grafen der Champagne, die Troyes zu ihrer Hauptstadt gemacht hatten, organisierte sich auch einer der ersten europäischen Geldmärkte. Während des Hundertjährigen Kriegs (1337–1453) schwand die Bedeutung der Stadt. Eine weitere Schwächung der Stadt erfolgte durch die Verlagerung des Handels vom Landweg auf den Seeweg. Troyes wandelte sich im 16. und 17. Jahrhundert von einem Handelszentrum zu einem Zentrum der Textilindustrie. Gleichzeitig wurde die Stadt eine der Hochburgen der Hugenotten.
Heute lebt die Stadt wirtschaftlich hauptsächlich vom Tourismus und von der lokalen Schmelzhütte, sowie von der Textil- und Gummiindustrie. Des Weiteren wird Weinbau betrieben. Die Trauben werden fast ausschließlich zu Champagner verkeltert. Auch ist die Firma Devanlay (Lacoste) mit Textilfabriken mit über 1000 Beschäftigten in Troyes ansässig. Die Devanlay S.A. ist eine der letzten Textilfirmen, die in Frankreich produzieren. Polohemden, T-Shirts, Pullover, Hemden und diverse andere Kleidungsstücke werden dort für die Modefirma Lacoste hergestellt.
Die Stadt bietet einiges an Sehenswürdigkeiten, Häuser des 16. bis 18. Jahrhunderts in der sanierten Altstadt und Kirchen der Gotik und der Renaissance und auch sonst einiges Interessantes aus ihrer Geschichte. Das war für uns ein Grund, dieser Stadt einen Besuch abzustatten und gleichzeitig wieder eine Pause von zwei, drei Tagen einzulegen.

Wir waren Sonntag nachmittag und Montag vormittag in Troyes unterwegs.
Heute, am 26.06., wollen wir wieder ein Stück der Heimat näherkommen.
Wir wollen dabei über Chaumont fahren und uns dort das riesige Viadukt ansehen. Die Fahrt dorthin geht über Hügel auf und ab, teilweise mit 7% Gefälle oder Steigung, durch landwirtschaftlich genützte Landschaft mit vieeeelen Weinstöcken - alles zur Champagner-Herstellung - und viel Laubwald.
Beim Ort Colombey-les-deux-Eglises liegt das Gut der Familie De Gaulle. Hier starb der General. Heute gibt es hier ein Museum und 1972 wurde hier das weithin sichtbare "Lothringer Kreuz", ein riesiges Kreuz aus Granit, errichtet in dessem Sockel sich ein "Memorial" befindet.
Das Viadukt bei Chaumont ist eine Eisenbahnbrücke der Strecke Paris - Basel und wurde in den Jahren 1855/56 erbaut. Die Brücke aus Mauerwerk besteht aus 50 Bögen, ist 650m lang und führt in 50m Höhe über den Fluß Suize im Departement Haute-Marne. Es ist das bedeutendste Viadukt aus Natursteinen in Westeuropa und war Kulisse in mehreren Filmen. Auf einem Fußweg in der ersten Etage kommt man von einer Talseite auf die andere.



An Langres fahren wir wegen der Hitze vorbei. Eine Stadt mit einer vier Kilometer langen Stadtmauer mit 12 Türmen und 7 Toren, die wir uns nächstes Mal ansehen wollen. Wir fahren zu einem Stellplatz an einem kleinen Bootshafen für Haus- und Motorboote in Scey-s-Saone, wo wir übernachten.
Beim Aufwachen ist es heiß, der Wetterbericht sagt 32° im Schatten voraus. Also nichts wie weg hier und die Klimaanlage eingeschaltet. Wir fahren auf der N19 über Vesoul, Lure, Hericourt, Belfort. Bei Mulhouse überqueren wir den Rhein und sind in Deutschland.
Bei Bad Krozingen zweigen wir ab und fahren über Staufen und das Münstertal über eine sehr kurvige Straße Richtung Titisee. Ein Mittagessen in einem guten Landgasthof haben wir dabei sehr genossen. Auf dem Campingplatz Bankenhof haben wir uns dann für 2 Tage einquartiert. Die Temperaturen tagsüber sind erträglich und 13° in der Nacht ergeben ein wohliges Schlafgefühl.
Der nächste Reiseabschnitt ist Tittisee-Weilheim. In Weilheim gibt es einen kleinen Stellplatz, der alle Annehmlichkeiten für einen Wohnmobil-Reisenden zu einem kleinen Preis bietet und zudem nahe der Altstadt ist. Dort bleiben wir über Nacht und genießen vor einer ruhigen Nacht ein bayrisches Abendessen in der Altstadt.
Am nächsten Tag ist auf den Straßen einiges los : Urlaubsbeginn in Thüringen und Sachsen, irgendwo sind ein Milch- und ein Weintransporter zusammengestoßen und haben ein stundenlanges Chaos produziert, in Spielberg findet das Formel 1 - Rennen statt. Das bestärkt uns, im Navi alle Autobahnfahrten zu sperren. Und entsprechend werden wir dann auch über Landstraßen und größere und kleinere Dörfeer ohne wesentlichen Verkehr die ca. 120km von Weilheim bis zum uns schon bekannten Stellplatz Bernau am Chiemsee geleitet und haben den Stau auf der Autobahn München-Salzburg nur bei zwei Brücken von oben gesehen. Wir waren rechtzeitig da, denn der Stellplatz wurde um 15 Uhr geschlossen, da um diese Uhrzeit schon alle Plätze besetzt waren.
Um dem Urlauberverkehr und den Anreisenden nach Spielberg auszuweichen fuhren wir über bayrische Bundesstraßen bis zum Grenzübergang Laufen, nördlich von Salzburg, und dann weiter über Vöcklabruck, Gmunden, das Almtal, Scharnstein nach Micheldorf zu unserem vorgesehenen Übernachtungs-Campingplatz "Camping Pyhrn-Priel" in Spital am Pyhrn, inmitten hoher Berge, grüner Wiesen und Wälder.
Jetzt hat uns Graz wieder.

Wir sind gesund und ohne Unfall wieder zu hause angekommen.
Das war unsere Reise 2017 - 2018. Wir waren rund 7 1/2 Monate unterwegs, haben dabei ca. 9.500km zurückgelegt, Weihnachten und Silvester mit unseren Kindern verbracht und viel Schönes, Neues und Interessantes erlebt. Manches haben wir uns, bedingt durch das etwas durchzogene Wetter, für eine unserer nächsten Reisen übrig gelassen und hoffen, daß wir heuer im Oktober wieder auf eine interessante Reise gehen können.