2018/19 Wir sind wieder unterwegs

Unsere Reise 2018 - 2019

Reisebericht 3
22.11.2018 - xx.xx.2018

Ayegui_Irache_Lizarraga_Vitoria-Gasteiz_Ubide_Bermeo_Ermita San Juan de Gastelugatxe_Bilbao_Santander_Santillana del Mar_Cobreces_Altamira_Cobreces_Comillas_San Vicente de la Barquera_Desfiladero de la Hermida_Puerto de San Glorio_Riano_Puerto de Tarna_Las Senales_Cofinal_Gijon_Candas_Avilés_Salinas_Lluarca_Tapia de Casariego_Praia As Catedrals_Praia Arealonga_San Cipriao_Faro de la Punta de la Estaca de Bares_Porto de Espasante_ - nach


Eine Auswahl aus allen Fotos wird nach unserer Heimkehr als DIA-Show verfügbar sein.

Die Karte zeigt unsere bisherige und derzeit weiter geplante Reiseroute zu Reisebericht 3


Wenn in unseren Berichten von "roten, gelben oder weißen Straßen" die Rede ist, beziehen sich diese Angaben auf die Farbe der Straßen im Autoatlas (Rot ist breit, Weiß ist ziemlich schmal).

Und hier haben wir übernachtet oder für Besichtigungen geparkt.
Die GPS-Daten stammen aus den Internetseiten der Stell- und Campingplätze, aus Google-Maps und/oder aus BING-Maps und können daher von den echten Gegebenheiten etwas abweichen. Bei manchen Navigationsgeräten müssen bei der Eingabe die Punkte in den GPS-Daten durch Kommas ersetzt und das Grad-Zeichen hinzugefügt werden (z.B. N 37,43785°), um richtige Anzeigen zu erhalten.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die Beschreibung der von uns besuchten Plätze, die Preise und alle anderen Beschreibungen nur für die Jahreszeit und Zeitspanne gelten, in der wir uns an den jeweiligen Orten aufgehalten haben.
Bitte Tippfehler bei den GPS-Daten, falls sie vorkommen, zu entschuldigen. Für eine Mitteilung darüber danke ich schon im Voraus.

Pkt = Punkt-Nummer auf der Karte, Ü/B/F = Übernachtung, Besichtigung, Platz für Fotos, W = auch für Wohnwagen,
Pl : CP = Campingplatz, SP = Stellplatz, PP = Parkplatz, Str = am Strassenrand, frei = irgendwo in freier Natur
Ch = Chemietoiletten-Entsorgung, Gw = Grauwasser-Entsorgung, Tw = Trinkwasser, WIFI = Internet, St = Strom, EUR = Preis/24Std mit/ohne Strom
WM = Waschmaschine,ca. 4 EUR / WT = Wäschetrockner, ca. 3,5 EUR


Pkt
Ü/B
F
W
Tg
Datum
Pl
Name
Nord
+ = East
- = West
Ch
Gw
Tw
WIFI
St
EUR
               
001
040
W
--
21.11.18
CP
Ayegui, Camping Iratxe
42.6459
-2.05857
j
j
j
bei Recept.
incl.
--
001
041
W
Do
22.11.18
CP
Ayegui, Camping Iratxe
42.6459
-2.05857
j
j
j
bei Recept.
incl.
18
003
042
W
Fr
23.11.18
SP
Vitoria-Gasteiz
42,865950
-2.684300
j
j
j
-
-
0
003
043
W
Sa
24.11.18
SP
Vitoria-Gasteiz
42,865950
-2.684300
j
j
j
-
-
0
010
044
W
So
25.11.18
SP
Bilbao
43,259620
-2.963530
j
j
j
incl.
incl.
15
010
045
W
Mo
26.11.18
SP
Bilbao
43,259620
-2.963530
j
j
j
incl.
incl.
15
010
045
W
Di
27.11.18
SP
Bilbao
43,259620
-2.963530
j
j
j
incl.
incl.
15
010
046
W
Mi
28.11.18
CP
Santander, CP Virgen del Mar
43,475360
-3.874320
j
j
j
incl.
incl.
25
014
047
W
Do
29.11.18
CP
Santander, CP Virgen del Mar
43,475360
-3.874320
j
j
j
incl.
incl.
25
015
B
-
Fr
30.11.18
PP
Santillana del Mar
43.387814
-4.108910
n
n
n
-
-
--
016
048
-
Fr
30.11.18
SP
Cóbreces, Area de Autocaravanas "Las Hazas"
mit Dusche, WM + WT
43,388996
-4.210861
j
j
j
incl.
incl.
12
018
B
W
Sa
30.11.18
PP
Museo de Altamira
43.377782
-4.123938
-
-
-
-
-
0
020
049
-
Sa
01.12.18
SP
Cóbreces, Area de Autocaravanas "Las Hazas"
43,388996
-4.210861
j
j
j
incl.
incl.
12
021
B
W
So
02.12.18
PP
Comillas
43.385056
-4.294288
-
-
-
-
-
0
022
050
-
Mo
03.12.18
SP
Cóbreces, Area de Autocaravanas "Las Hazas"
43,388996
-4.210861
j
j
j
incl.
incl.
12
029
051
W
Di
04.12.18
SP
Cofinal, Camping el Urogallo
43,029032
-5,26943
j
j
j
incl.
incl.
20
032
052
-
Mi
05.12.18
PP
Gijon, Parking de El Rinconin
43,547540
-5,636430
n
n
n
-
-
0
032
053
-
Do
06.12.18
PP
Gijon, Parking de El Rinconin
43,547540
-5,636430
n
n
n
-
-
0
035
054
W
Fr
07.12.18
CP
Candás, Camping Perlora
43,583400
-5,757210
j
j
j
incl.
incl.
19
035
055
W
Sa
08.12.18
CP
Candás, Camping Perlora
43,583400
-5,757210
j
j
j
incl.
incl.
19
035
056
W
So
09.12.18
CP
Candás, Camping Perlora
43,583400
-5,757210
j
j
j
incl.
incl.
19
036
B
-
Mo
10.12.18
PP
Aviles, Niemeyer-Center
43,557914
-5,916562
n
n
n
-
-
0
036
057
-
Mo
10.12.18
SP
Aviles
43,552070
-5,913879
j
j
j
-
-
0
037
058
-
Di
11.12.18
PP
Salinas
43,578758
-5,954932
n
n
n
-
-
0
038
B
W
Mi
12.12.18
PP
Lluarca, bei der Sportanlage
43,536521
-6,532770
n
n
n
-
-
0
039
059
W
Mi
12.12.18
SP
Tapia de Casariego
43,566340
-6,945900
j
j
j
-
-
4
040
B
-
Do
13.12.18
PP
Praia As Catedrals
43,552837
-7,157013
n
n
n
-
-
0
040
B
-
Do
13.12.18
PP
Praia Arealonga
43,554187
-7.169633
n
n
n
-
-
0
041
060
W
Do
13.12.18
SP
San Ciprián / San Cipriao
43,693870
-7,438750
j
j
j
-
-
0
043
B
-
Fr
14.12.18
PP
Faro de la Punta de la Estaca de Bares,
der nördlichste Punkt Spaniens
und der Iberischen Halbinsel
43,786919
-7.684771
n
n
n
-
-
0
044
061
-
Fr
14.12.18
SP
Porto de Espasante, gutes Restaurant im Hafen
43,722529
-7,812115
n
n
n
-
-
0
               
               
               
               
               
               
               
      WEITERE GEPLANTE ROUTE :        
               
001
024
W
Di
07.11.18
CP
Feroll
41,631300
+2.720010
j
j
j
incl.
incl.
--
001
024
W
Di
07.11.18
CP
Santiago de Compostella
41,631300
+2.720010
j
j
j
incl.
incl.
--
001
024
W
Di
07.11.18
CP
Vigo
41,631300
+2.720010
j
j
j
incl.
incl.
--
               
               
               
               
               
               
               
               
Tips :

>>>>>    Bus und Straßenbahn in BILBAO : siehe Text
>>>>>    Das Wetter an der Nordwestküste Spaniens ist unberechenbar, zwischen blauem Himmel und Regenschauer liegen oftmals keine 3 Minuten. Bei entsprechender Bewölkung sollte man sich entweder nicht weit vom Wohnmobil entfernen oder einen Schirm mitnehmen.
>>>>>    Auf den meisten Stell- und Campingplätzen über 200m Seehöhe sind um diese Zeit alle außen liegenden Wasserleitungen leer. Das heißt, auf Stellplätzen gibt es kein Wasser und auf Campingplätzen nur mit Kanister aus dem Waschhaus.





Einen Tag vor unserer Weiterfahrt haben wir bei mäßig bewölktem Himmel noch Estella besucht.
Der Bus Nr.2 fährt 10 Minuten einmal pro Stunde jewels zur halben Stunde um 1,35 EUR/Pers+Fahrt, die Station befindet sich etwa 200m vor dem Campingplatz (zuerst nach links, dann nach rechts).
Es hat zwar nur 8° aber die Luft ist so trocken und es weht kein Wind, daß kein Kältegefühl aufkommt. Estella hat einige historische Gebäude, die aber teilweise leider in gar nicht gutem Zustand sind. Ein Gebäude, die Iglesia de San Miguel, hat uns aber sehr gefallen, das zweite, die Iglesia di San Pedro de la Rua, die wir auch noch besichtigen wollten, konnten wir aber leider nicht besichtigen, weil sie nur von 10-14 Uhr geöffnet hat, wir dies aber nicht wußten und sie uns vor der Nase zugesperrt wurde.


Estella

Estella

Estella

Estella

Estella

Estella

Estella


Am 23.11.2018 haben wir dann den Campingplatz Iratxe verlassen und unsere Fahrt nach Norden fortgesetzt. Der Tag begann mit Regen, der allerdings gegen 11:00 aufhörte und die Sonne doch Regen und Wolken weitgehend vertrieb.

5km neben dem Campingplatz mußten wir unbedingt noch das mächtige Benediktiner-Kloster besuchen, auf das einige Hinweistafeln zeigten. Es wurde erstmals schon im Jahr 958 erwähnt. Es erlebte viele Höhen und Tiefen - Pilgerhospital, Blütezeit Ende des 11.Jhds., Klosterschule, Universität, im 13.Jhd. Niedergang des Klosters, neue Blütezeit im 16.Jhd., 1809 napoleonische Invasiion, Fernando VII. führtr die Klostergemeinschaft wieder ein, aber 1839 wurde diese dann endgültig aufgelöst und das Kloster verlassen. Eine ähnliche Geschichte trifft auf fast alle Klöster zu, die wir in den Jahren, seit wir nach Spanien fahren, besucht haben - nur die Akteure und die Jahreszahlen waren manchmal andere und nicht selten kamen noch ein oder mehrere Brände dazu. Derzeit wird im KLoster Irache das seit 1994 vorhandene Völkerkundemuseum neu eingerichtet und das Kloster dabei so weit die Mittel reichen, saniert.


Benediktiner-Kloster Irache

Benediktiner-Kloster Irache

Nach einer Verkostung in der nebenan liegenden Bodega, die auch ein Wein-Museum enthält, wechselten noch einige Flaschen "Weißen" und "Rosé" den Besitzer, bevor wir unsere Reise fortsetzten. Als die Verkäuferin feststellte, daß wir aus Österreich kommen, erzählt sie uns, daß Ihre ganze Familie Fans unseres Neujahrskonzertes sind und daß sich jedes Jahr am Neujahrstag die ganze Familie - Eltern, ihre Familie und die Familien ihrer Geschwister - vor den Fernseher versammelt, um das Neijahrskonzert der Wiener Philharmoniker aus dem großen Musikvereinssaal in Wien zu sehen und zu hören.
So erfährt man durch Zufall, auf was wir in Österreich alles stolz sein können.


Bodega und Wein-Museum Irache

Bodega und Wein-Museum Irache



Bodega und Wein-Museum Irache

Bodega und Wein-Museum Irache

Die Fahrt ab Estella nach Norden führte uns auf der NA-120 immer bergan. Anfänglich noch vereinzelte kleine Orte, immer wieder mit uralten Wehrkirchen und einigen "Monasterios", also Klöstern, hoch oben am Hang. Dann durch riesige, dichte Eichenwälder, in denen manche Bäume zuerst noch grüne Blätter trugen, je weiter wir bergauf kamen jedoch immer mehr die gelb und schlußendlich nur mehr die braun gefärbten Blätter überwogen. In Spanien gibt es drei Sorten von Eicheln, davon ist eine "immergrün", das waren die im Tal. Wir fuhren bergauf bis über die Baumgrenze, die hier bei etwa 950m Seehöhe liegt, bis zur Puerto de Lizarraga, dem Paß mit 1031m Seehöhe. Über der Baumgrenze nur mehr Felsböden mit sehr kargem und nur fallweise vorhandenem Grasbewuchs, auf denen Pferde und Schafe frei weiden.


Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz

Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz



Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz

Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz

Nach einer Pause im am höchsten Punkt der Straße gelegenen Gasthaus ging es über einige Serpentinen bergab wieder durch Eichenwälder und entlang einer von der Straße steil aufragenden Felswand - diesmal aber auf einer breiten, neu asphaltierten Straße - bis in die Ebene mit Feldern und Landwirtschaft.

Bei Etxarri-Aranatz biegen wir Richtung Westen nach Vitoria-Gasteiz auf die Gratis-Autobahn A1 ein, die hier eine "rote" Straße ersetzt. Von der Autobahn aus sehen wir links und rechts kleine Orte, wenige Wohnhäuser, aber immer eine alte, romanisch aussehende Wehrkirche dabei, manchmal mit, manchmal ohne Turm. In Agurain wollen wir uns so einen Ort einmal näher betrachten, da er etwas größer ist als die anderen Orte, die wir bisher gesehen haben. Auch hier finden wir zwei Wehrkirchen auf einem Hügel, die durch die Calle Mayor mit zum Teil noch alten Häusern verbunden sind. Leider sind beide Kirchen geschlossen, kaum eine Menschenseele auf den Straßen - alles scheint wie ausgestorben. Nur ein paar alte Männer und Frauen sehen wir. Unter dem Hügel der neue Teil der Stadt, moderne Wohnhäuser, durch großzügig angelegte Straßen mit genügend Parkplätzen getrennt. Man merkt, daß Vitoria-Gasteiz, eine größere Stadt, die sicher auch viele Arbeitsplätze für junge Leute anbietet, nur 25km entfernt ist.


Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz, Agurain

Fahrt von Estella nach Vitoria-Gasteiz, Agurain

Nach 30 Minuten "Füße vertreten" geht es weiter, eben nach Vitoria-Gasteiz, auf einen Stellplatz mit Bus- und Straßenbahn-Verbindung in die Innenstadt, den wir schon auf unserer Reise 2015 besucht haben, damals allerdings nur, um unsere Toilette zu entleeren, da uns damals 40° im Schatten für eine Besichtigung doch zu heiß erschien. Diesmal sind zwar 10° auch nicht "ideal", aber mit entsprechender Kleidung kein Problem.

Vitoria-Gasteiz ist eine Stadt etwa so groß wie Graz. Der historische Kern entstand an der höchsten Stelle der Provinz auf einem Plateau auf einem Hügel und war Standort der alten baskischen Stadt Gasteiz. Die Stadt wurde durch Eisen- und Wollhandel reich.
Nach einem "Aufstieg" beginnen wir dort oben auch unsere Besichtigung und gehen oben am Plateau und bergab zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Eigentlich wollten wir mit der Besichtigung der alten Kathedrale Sta. Maria beginnen, aber die wird gerade innen und außen generalsaniert und ist derzeit nur mit Führungen durch einen Arbeiter und mit Schutzhelm zu besichtigen. Das war uns dann doch zu mühsam.

"Vitoria-Gasteiz"

  • 001_D

Heute - Samstag, dem 24.11.2018 - ist Tag der offenen Türe des baskischen Parlamentes und Präsentation der baskischen Provinzen. Untermalt wird dieser Nachmittag von einem Tanz der Riesen. Diese mehr als 3 Meter hohen Figuren repräsentieren verschiedene Persönlichkeiten, darunter die vier Baraja-Könige, die mit der Stadt wegen der Fournier-Kartenspiele sehr verbunden scheinen. Das einfache Erscheinen dieser auffälligen Figuren bringt Kinder wie Erwachsene zum Staunen, überhaupt, wenn die Riesen begleitet vom Geräusch der Txistu (baskische Trommel), Handtrommeln und Flöten durch die Straßen tanzen.

Am Abreisetag aus Vitoria-Gasteiz besuchen wir noch das Gebiet "Anilo Verde", den Grüngürtel der Stadt, dessen Ausbau in den 90er-Jahren begonnen wurde mit verschiedenen Parks und Einrichtungen für Sport, Natur und Ausstellungen. Dort stehen auch einige architektonisch besonders interessante Gebäude.
Vitoria-Gasteiz ist die Stadt Europas mit den meisten Grünflächen pro Einwohner.


Gebiet "Anilo Verde" in Vitoria-Gasteiz

Gebiet "Anilo Verde" in Vitoria-Gasteiz


Gebiet "Anilo Verde" in Vitoria-Gasteiz

Gebiet "Anilo Verde" in Vitoria-Gasteiz


Einige Kilometer außerhalb wurde ein neuer, großer Technologie-Park mit modernsten Gebäuden, Straßen und gepflegten Grünflächen auf einem Gelände von geschätzten 10qkm aufgebaut. Hier haben sich Firmen nieder gelassen, die hier ihre Forschung und Entwicklung weiter treiben.
Wir sahen z.B. Gebäude der Firmen Aerospace, Siemens, AEG, etc.


Technologie-Park von Vitoria-Gasteiz

Technologie-Park von Vitoria-Gasteiz


Technologie-Park von Vitoria-Gasteiz

Technologie-Park von Vitoria-Gasteiz

Vom Technologiepark geht es auf der N240 weiter nach Norden, leicht ansteigend zum Pto. de Barazar (604m). Im dortigen Restaurant gab's den bisher besten und originalen Carajillo, nicht nur einen Kaffee mit Schnaps, wie man ihn meistens serviert bekommt, sondern einen, bei dem der "Veterano" - so heißt einer der normalerweise verwendeten Brände (ca. 30%ig) - vorher angewärmt wird, Zucker und einige Kaffeebohnen dazugegeben werden und dann erst der Kaffee dazukommt. Bevor er dann serviert wird, kommt noch ein Stückchen frischer Zitrone dazu.
Von dort oben geht's mit vielen Kurven und Kehren hinunter und auf der BI636 bis Gernika-Lumo, 1937 Ziel des ersten Flächenbombardements der Geschichte, ein Luftangriff auf Zivilisten, den die deutsche Legion Condor auf Bitte Francos durchgeführt hat. Nördlich davon kommen wir zum Mündungsgebiet des Flusses "Rio de Gernika" - es ist gerade Ebbe und die ganze Bucht ist bis auf ein kleines Rinnsal trocken. Dann geht es von Bermio auf einer schönen Straße immer der Steilküste entlang Richtung Bakio.
Auf dieser Strecke gibt es eine kleine Insel mit einer Einsiedelei drauf, die über Stufen mit dem Festland verbunden ist und wegen der wir eigentlich hierher gefahren sind : die "Ermita San Juan de Gaztelugatxe", die auf der Spitze dieses Felsens erbaut wurde - ein einmaliges Fotomotiv.
Die magische Felsinsel San Juan de Gaztelugatxe ist einer der Orte an der baskischen Küste, die man unbedingt gesehen haben sollte.
Die lange, steile Treppe, die die Verbindung zwischen der Insel und dem Festland bildet, ist eine wahre Herausforderung. Über die tatsächliche Anzahl der Stufen herrscht zwar Uneinigkeit, sicher ist jedoch, dass es sich um über 220 handelt.
Wir haben uns dieser Herausforderung nicht gestellt, sondern uns mit ein paar Fotos mit und ohne unser Teleobjektiv begnügt.
Wenn man aber das Ende der Stufen erreicht, kommt man zu der Stelle, an der laut Legende Johannes der Täufer seinen Fußabdruck hinterlassen hat. Seinen Fußstapfen zu folgen soll angeblich Glück bringen. Auf dem oberen Teil der Insel wartet eine malerische Kapelle und vor allem ein herrlicher Blick über die stürmischen Wogen des Golfs von Biskaya, die auf dieser Insel Klippen, Tunnel und gewagte Bögen geformt haben. Heute aber war die Biskaia friedlich und die Wellen klein und nicht der Rede wert.
Wenn man bei der Kapelle ankommt, soll man die Glocke dreimal läuten und sich dabei etwas wünschen. Früher wünschte man sich hier Fruchtbarkeit, böse Geister oder auch nur Kopfschmerzen sollten verjagt werden. Die Glocke ist angeblich gut erreichbar und wird von Groß und Klein geläutet.


Ermita San Juan de Gaztelugatxe

Ermita San Juan de Gaztelugatxe

Über diverse Straßen lassen wir uns von unserem Navi zum Stellplatz "Autocaravaning Kobetamendi" im Stadtteil Altamira-Kobetamendi hoch über Bilbao leiten. Wir bekommen einen Platz in der ersten Reihe und genießen einen herrlichen Ausblick auf die am Abend von tausenden Lichtern erleuchtete Stadt.


Bilbao am Abend



und so sieht Bilbao am nächsten Morgen aus


Vom Stellplatz geht 5 Minuten nach jeder Viertelstunde der Autobus 58 um 1,30 EUR/Pers+Fahrt nach "Ribera" an den Rand der Altstadt und von der Endstation kommt man, wenn man will, mit der einzigen Straßenbahnlinie um 1,50 EUR/Pers+Fahrt zum Guggenheim-Museum.
Nachdem es schon nach Mittag ist, als wir in Bilbao ankommen, suchen wir uns zuerst am Plaza Nueva ein Restaurant, das "Tapas", die hier "Pintxos" heißen, in großer Vielfalt anbietet (hier gibt es einige davon). Je zwei Pintxos und dazu ein Glas Wein (1,80 EUR) und einen "Pfiff Bier" (una zurito = una corta de cerveza) um insgesamt 12 EUR sind ein hervorragendes Mittagessen für zwei Personen, ohne danach so müd zu sein, daß man sich am liebsten niederlegen würde, anstatt weiter Sehenswürdigkeiten anzusehen.


Pintxos

und Getränke


Anschließend spazieren wir weiter durch die Altstadt, wie auch schon 2015, besichtigen diesmal auch den Dom etwas intensiver, was letztes Mal wegen einer Messe und einer Hochzeit nur eingeschränkt möglich war.

Karin bemüht einen Friseur, während ich bei einer jungen, feschen, schwarzhaarigen, rassigen und sehr freundlichen Spanierin einige Postkarten kaufe (das ist ein Kompliment, das muß man heutzutage ja schon bestätigen, damit es nicht als sexistisch ausgelegt wird) - Spanien hat auch über touristische Sehenswürdigkeiten hinaus für einen Mann, wahrscheinlich aber auch für Frauen, durchaus "Sehenswertes" und "Erfreuliches" zu bieten. Vor dem Dom in einem Café hab ich dann auf Karin gewartet. Nach ihrer Rückkehr frage ich mich, was der Friseur eigentlich gemacht hat, sie sieht aus wie vorher - ok, nach Waschen und Spitzen schneiden kann man wirklich keine Runderneuerung oder Verjüngung erwarten, schon gar nicht um DAS Geld.


Karin und der Frisörbesuch


Dann fahren wir mit der einzigen Straßenbahnlinie Richtung "La Casilla" (das ist die Endstation nahe beim Fußballstadion) bis zur Haltestelle "Guggenheim-Museum", besuchen aber die Ausstellung nicht, weil sie uns nicht interessiert, machen einige Fotos und fahren Richtung "Atxuri" wieder zu einer Autobus-Haltestelle der Linie 58 Richtung Stellplatz. Man muß dabei nicht unbedingt bis zur Straßenbahstation "Ribera", der Bus-Endstation, zurückfahren, man kann schon zwischen der Brücke "Pte.del Arenal" und "Ribera" von der Straßenbahn auf den Bus umsteigen. Die Tickets für die Straßenbahn muß man in einer der Haltestellen "mit Häuschen" am Automat kaufen, dann am daneben stehenden zweiten Automat entwerten und dann erst in die Straßenbahn einsteigen. In der Straßenbahn kann man weder Tickets kaufen noch entwerten. Lassen Sie sich vom einspurigen Gleis nicht täuschen, die Bahn fährt im 15-Minuten-Takt am gleichen Gleis in beide Richtungen mit Ausweichen an manchen Haltestellen.


Catedral de Santiago de Bilbao

Catedral de Santiago de Bilbao

Catedral de Santiago de Bilbao



Domplatz

Plaza Nueva



Guggenheim-Museum

Guggenheim-Museum



der Blumenhund "Puppi" vor dem Guggenheim-Museum,
im Winter ist er ziemlich grün, weil nur wenige Blumen blühen

die "Spinne" hinter dem Guggenheim-Museum


Bei der Rückkehr zur Autobusstation "Ribera"besuchen wir noch die Kirche "San Anton", die sich unmittelbar neben der Endstation der Autobuslinie 58 befindet und mit derselben Eintrittskarte wie für den Dom besichtigt werden kann.


Parroquia de San Anton

Parroquia de San Anton



Parroquia de San Anton

Parroquia de San Anton

Parroquia de San Anton

( Fotos von Bilbao aus 2015 in der DIA-Show 12 )

Anschließend geht es wieder zurück zum Stellplatz. Jetzt ist es 17:00 Uhr und es hat 12° bei trockener Luft - eigentlich ganz angenehm. Ende Juni 2015, bei unserem letzten Besuch hier, hatte es um 19:00 Uhr noch 30° bei tropischer Luftfeuchtigkeit - ein Gefühl wie in der Sauna.
Beim Vergleich ist uns aber das heutige Wetter lieber, nur manchmal, wenn ein Wind um irgendeine Ecke bläst, bin ich froh, meine Schihaube dabei zu haben.

Bei Sonnenschein und nur leicht bedecktem Himmel beginnen wir in Bilbao unsere Fahrt, die uns weiter an der Nordküste Spaniens nach Westen bringen soll. Unser nächstes Ziel ist ein Campingplatz bei Santander, der auch im Winter geöffnet ist. Zwischenstops wollen wir auf der Strecke in Castro Urdales und in Laredo machen. Das Wetter ist angenehm, nach 6° in der Nacht haben wir auf der Fahrt nach Santander 16° im Schatten und 21° in der Sonne.

Unterwegs halten wir bei einer Einmündung eines Flusses bem Playa Arenillas und sehen den Surfern zu, die hier auf reitbare Wellen warten.


am Playa Arenillas

sie warten am Playa Arenillas auf eine hohe Welle



er hat schon genug

In Castro Urdales haben wir keinen Parkplatz gefunden, der auch nur in annähernder Nähe des Zentrums der Stadt gewesen wäre. Alle P-Hinweisschilder führen zur Tiefgarage am Hafen, in die wir wegen der zugelassenen Höhe von 2,1m nicht hinein passen. Selbst die Parkplätze in den Straßen sind sehr umkämpft. Diese Stadt besucht man am besten von einem Standort außerhalb der Stadt mit einem Motorrad oder etwas mühsamer mit einem PKW.
Hoch über dem kleinen Stadthafen erhebt sich die riesige Kirche "Iglesia de Santa Maria" und daneben die renovierte Templer-Burg, die zu einem Leuchtturm umgebaut wurde. Weiter westlich der Stadt befindet sich einer dieser Riesenstrände, der Playa de Ostende", wofür die Nordküste Spaniens außer ihrer unwirtlichen Felsküste noch bekannt ist.
Wir haben vom Tourismusbüro telefonisch die Bewilligung erhalten, nachfolgende zwei Bilder in unserer Hoempage zu verwenden.


Castro Urdales

Castro Urdales

Unser nächster Halt ist bei einem "Mirador", von dem man eine besonders schöne Aussicht haben soll. Nachfolgend unser Resultat.


der Blick vom "Mirador"

Als wir zu unserem Wohnmobil zurückkommen haben wir Besuch. Wir haben die Fahrer- und Beifahrertüre von innen versperrt und sollten durch die Aufbautüre ins Wohnmobil. Doch das verhindert unser Besuch dadurch, daß zwei Pferdeköpfe eben diese Türe blockieren. Erst ein altes Weißbrot aus der Garage in kleine Stückchen gebrochen und in einige Entfernung von der Aufbautüre geworfen lockt unsere Besucher so weit von der benötigten Türe weg, daß Karin endlich einsteigen und die Fahrertüre von Innen öffnen kann. So haben wir zwei Pferde ein bischen glücklich gemacht und gleichzeitig unser altes Brot nicht weg werfen müssen.


zwei hartnäckige Besucher

Unser nächster Halt ist in Laredo, direkt vor dem ebenfalls kilometerlangen breiten Strand mit feinstem Sand.


Laredo


Strand von Laredo


Laredo, Delfine

Laredo, Pescadores

Hier spazieren wir noch ein bischen herum, essen wieder um 12 EUR zu zweit zu Mittag, bevor wir uns vom Navi auf den Campingplatz "Virgen del Mar" bei Santander leiten lassen.

Vom Campingplatz "Virgen del Mar" bringt uns am nächsten Tag um 12 EUR ein Taxi zur Kathedrale mitten im Zentrum von Santandér. Wir spazieren herum, sehen das eine oder andere schöne Gebäude (Regierung, Banken und Post, ein Austellungsgebäude am Wasser). Wieder finden wir ein Lokal, bei dem wir Brötchen, Wein und Bier um insgesamt 10 EUR genießen. Gegen 16 Uhr lassen wir uns wieder von einem Taxi um 10 EUR zurück auf den Campingplatz fahren. Noch während der Fahrt beginnt es zu regnen - wieder einmal alles richtig gemacht.

Freitag, der 30.11., beginnt als strahlender Sonnentag. Bevor wir weiter nach Westen fahren, wollen wir in Santander noch die Ermita "Virgen del Mar", die Halbinsel Maddalena mit der ehemalige Sommerresidenz der spanischen Königsfamilie, ein Sommerpalast im englischen Stil; das Casino; den Palacio de Deportes de Santander (eine 2003 eröffnete Sporthalle und Sportmuseum, ein Werk der Architekten Julian Franco und Jose Manuel Palao) und den Faro de Cabo Mayor (Leuchtturm) besuchen. Das Wetter spielt weitgehendst bei den Besuchen mit, aber es ändert sich hier an der Küste immer sehr schnell. Der Wechsel von tiefblauem Himmel mit Sonnenschein zu völlig bedecktem Himmel erfolgt oft in wenigen Minuten. Nach dem Besuch beim Leuchtturm brechen wir endgültig weiter nach Westen auf.

"Santander"

  • 01_D3b

Wir fahren auf Landstraßen gemütlich bis Santillana del Mar. Die Wiesen sind grün wie bei uns im Frühjahr. Schuld daran ist der Regen am Rande der Tiefdruckgebiete die über Europa vorwiegend von Südwesten nach Nordosten ziehen und dabei den Norden Portugals und Spaniens streifen und Regen ablassen. Cartagena im Süden, wo Freunde von uns überwintern, wird ganz, ganz selten von diesen Randgebieten gestreift und ist daher fast den ganzen Winter regenfrei.
Laut Beschreibung unseres Kunstführers ist Santillana del Mar eines der schönsten Dörfer an der Nordküste - das können wir noch nicht beurteilen, aber der Ort ist schon einen Extra-Besuch wert. Jetzt wirkt er ein bischen ausgestorben, aber die Anzahl der Lokale läßt erraten, wie gut besucht dieser Ort im Sommer ist.
Bis 17:30 schlendern wir zwischen echten alten und nachgemachten alten Häusern herum, alles wirklich im Einklang miteinander und gut aufeinander abgestimmt. Das ergibt ein schönes Bild eines mittelalterlichen Städtchens mit einem Kloster und einer sehr schönen Kirche, die fast die Größe einer Kathedrale erreicht.

"Santillana del Mar"

  • 01_D3c

Zum Übernachten geht es noch etwa 10km weiter nach Còbreces, wo es um 12 EUR einen Stellplatz mit Strom, V+E, Dusche, WC, Waschmaschine und Wäschetrockner gibt - und darüber hinaus einen freundlichen Empfang.

In der Nacht beginnt es zu regnen. Nachdem wir aber hier in der Nähe der Altamira-Höhlen sind, genießen wir die Ausstellungen im Altamira-Museum, in dem die Höhlenmalereien naturgetreu nachgestellt sind, weil die Original-Höhle nur mehr selten und nur für Wissenschafter geöffnet wird. Die original-Altamirahöhle wölbt sich über einer Fläche von mehr als 5500 m² und wurde von 16.000 v. Chr. bis zum Einsturz des Einganges 11.000 v. Chr. genutzt. Sie wurde 1868 von einem Jäger entdeckt. Die Malereien wurden von der fünfjährigen Tochter von Don Marcelinos, dem Besitzer des Grundstückes, entdeckt, die die Höhle aufrecht begehen konnte und dabei an der Decke Abbilder von „Rindern“ ausmachte.
Die Höhle ist seit 1979 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, da durch die warme Atemluft der Besucher schwere Schäden entstanden und aufgrund der neu angebrachten Holzgeländer die Malereien zu schimmeln anfingen. Im Jahre 1998 wurde daher das spanische Geographieinstitut damit beauftragt, den ca. 1500 m² großen Eingangsbereich originalgetreu nachzubilden. Die Höhle wurde mit ca. 40.000 Vermessungspunkten pro Quadratmeter vermessen und mit Schaumstoffplatten und originalgetreu bemalten Matten nachgebildet. Das Imitat liegt etwa 500 m von der historischen Höhle entfernt. Weitere originalgetreue Kopien sind auch im Deutschen Museum in München und im Museo Arqueológico Nacional de España in Madrid zu sehen.

"Höhlenmalereien in Altamira"

  • 01_D3d

Bei der Fahrt zurück auf den Stellplatz von gestern besuchen wir im Ort Polanco noch die Kirche "Parroquia De San Pedro Advíncula",
die im 12. Jhd. auf den Grundmauern eines romanischen Tempels im letzten Jhd. erbaut wurde und einsam auf einem Hügel steht.


Parroquia De San Pedro Ad Víncula

Parroquia De San Pedro Ad Víncula


Und nur 200m neben unserem Stellplatz steht die Kirchenruine in Cóbreces "Antiguo Monasterio San Felices y San Pedro". Sie ist die Ruine einer mittelalterlichen Kirche aus dem 9.Jhd., wurde letztmalig 1891 restauriert und diente dann nur mehr als Friedhofskirche.


"Antiguo Monasterio San Felices y San Pedro"



Das "Antiguo Monasterio San Felices y San Pedro" am Morgen des 02.12.2018 um 08:30 von unserem Wohnmobil aus

Wir übernachten wieder auf demselben Stellplatz, wie am Tag vorher, da es weder in der Gegend, noch auf den nächsten 100km nach Westen um diese Zeit einen vergleichbaren Platz gibt.
Nur 10km weiter im Westen besuchen wir am Sonntag Camillas, das in Kantabrien in Sichtweite der Picos de Europa liegt.
Dank seiner vielen Sehenswürdigkeiten im Modernisme-Stil ist Comillas zudem einer der historisch bedeutendsten Orte des spanischen Nordens.
Hervorzuheben sind das neoarabische Palais von Antonio Gaudí, das durch seine vielen Sonnenblumen-Fliesen und Farbkontraste besticht (der Bau wird allgemein „El Capricho von Gaudí“ genannt) und der Palast von Sobrellano im neugotischen Stil, hier verbrachte die Königsfamilie früher ihren Sommerurlaub.
Imposant und die Stadt prägend ist das riesige Bauwerk der Katholischen Universität, das hoch über der Stadt auf einem Hügel liegt.
Die Innenstadt von Comillas ist besonders reizvoll und es gibt auch dort einige Gebäude im Modernisme-Stil zu bestaunen. Auffallend schön sind besonders die Herrenhäuser am Hauptplatz.


Camillas, „El Capricho von Gaudí“

Camillas, die Universität


Camillas, der Palast von Sobrellano

Camillas, der Palast von Sobrellano


Camillas, am Hauptplatz

Camillas, am Hauptplatz

Wir fanden in einem Lokal an einem Strand (0,75 EUR für 1/8 Wein) übrigens auch den Beweis, daß Spanier auch sehr humorvoll sein können :


Ich brauch kein "Google", meine Frau weiß das alles.


Auch heute kehren wir auf den gleichen Stellplatz zurück, weil für Montag "Waschtag" vorgesehen ist.

Der heutige Tag, der 04.12., begann mit 16° und Sonnenschein und das hielt auch den ganzen Tag an. Es wurde ein "tierisch" schöner Tag. Begonnen hat er mit dem Besuch von 2 Eseln am Stellplatz, die mit ihren Glocken schon die ganze Nacht rund um den Stellplatz Lärm gemacht hatten.


die beiden Lärm-Macher

die beiden Lärm-Macher


Weiter ging es auf Landesstraßen zuerst nach San Vicente de la Barquera am Meer mit den schneebedeckten Bergen der "Picos de Europa" im Hintergrund.


San Vicente de la Barquera

San Vicente de la Barquera


Die nachfolgende Route durch die "Cordillera Cantabrica" empfehle ich allen Naturliebhabern. Sie bietet so viele Ausblicke, die zumindest uns sehr erfreut haben, zuerst auf der N621 die phantastische Durchfahrt durch die enge Schlucht "Desfiladero de la Hermida" die sich etwa 8km lang durch den Nationalpark östlich der "Picos de Europa" windet, außer der Straße und dem Fluß hat hier nichts mehr Platz und schlängelt sich durch links und rechts fast senkrecht aufsteigende Felswände. Ab und zu kommt man im etwas flacheren Teil der Route an ganz kleinen Orten mit romanisch aussehenden Kirchen vorbei. Meist lohnt aber ein Stehenbleiben nicht, da sie alle außer bei Meßzeiten geschlossen sind.

( Fotos von den Picos de Europa aus 2015 in der DIA-Show 12 )


Schlucht "Desfiladero de la Hermida"

Schlucht "Desfiladero de la Hermida"


Dann geht es steil und lange bergauf bis zum 1609m hohen Paß "Puerto de San Glorio". Ein einmaliger Ausblick auf den "Pick de Europa" und viele Gipfel der Calabrischen Cordillera belohnt den Aufstieg.


zum Paß "Puerto de San Glorio"

zum Paß "Puerto de San Glorio"

zum Paß "Puerto de San Glorio"

zum Paß "Puerto de San Glorio"

zum Paß "Puerto de San Glorio"

zum Paß "Puerto de San Glorio"


Ab da gehts wieder bergab und wieder durch eine Schlucht bis Riano am Stausee "Embalso de Riano". Überall Ausblicke auf zur Zeit noch spärlich schneebedeckte Berge. Von dort wieder aufwärts auf der CL635.


Riano am Stausee "Embalso de Riano"


Unterwegs fahren wir zum Stellplatz "Area del Mampodre" in Marana. Leider hat der Stellplatz geschlossen und wir müssen wieder zurück zur Hauptstraße und weiter. Das wollte eine Kuhherde aber nicht so einfach zulassen, erst vorsichtig und langsam kommen wir an den gar nicht erfreuten Mutterkühen und ihren Kälbern durch. Das zweite "tierische" Erlebnis am heutigen Tag.


sehr langsame Verkehrsteilnehmer
da hilft nur Geduld

sehr langsame Verkehrsteilnehmer
da hilft nur Geduld


Nun geht es wieder weiter bergauf in Richtung "Puerto de Tarna" mit 1490m und noch weiter über noch einen Paß, "Las Senales" mit 1625m. Nur in dieser Höhe liegt noch ein Rest von Schnee links und rechts der Straße.


"Puerto de Tarna"


Ab "Las Senales" geht es auf der LE333 wieder bergab nach Cofinal. Dort in dem kleinen Ort sind wir die einzigen Kunden auf dem einem Gasthaus angeschlossenen, einzigen im Winter offenen kleinen Campingplatz "Bar und Camping el Urogallo" (Auerhahn) weit und breit.

Nach einer kalten Nacht mit nur 4° geht es bei warmem, schönem Wetter mit 20° von Cofinal weiter durch das Kantabrische Gebirge hinauf zur Puerto de San Isidro (1520m). Im Ort am Paß - San Isidro - gibt es viele große Hotelbauten, es ist ein Wintersportort, derzeit ist alles zu. Über etliche Kehren geht es auf einer breiten, guten Straße hinunter ins Tal, vorbei immer wieder an kleinen Steinhäuschen, die aussehen, als würden sie während des Sommers Sennern und Sennerinnen dienen, dieses Gebiet ist insbesondere für seine Käseproduktion bekannt.


San Isidro

Richtung Gijon


Richtung Gijon

Richtung Gijon


Oviedo lassen wir links liegen, dort waren wir ausgiebig schon 2015.

( Fotos von Oviedo aus 2015 in der DIA-Show 12, in bereits heruntergeladenen alten DIA-Shows irrtümlich mit "Gijon" bezeichnet, jetzt korrigiert )

Über Mieres fahren wir nach Gijon. Der vorgesehene Campingplatz ist schon geschlossen. Wir stellen uns am Rande eines schönen Parks auf einen großen Parkplatz, auf dem schon einige Wohnmobile parken - außer zwei Deutschen und uns alles Spanier. Wir haben Blick auf die große Bucht im Osten von Gijon, die Halbinsel, auf der die Altstadt Gijons steht, und die große Hafenschutzmauer.


Blick auf Gijon


Der 06. und der 08. Dezember sind in Spanien Feiertage und entsprechend viele Leute sind auch unterwegs. Bei Sonnenschein, ohne Wind, 16° im Schatten und 21° in der Sonne machen wir uns der Bucht entlang zu Fuß zu der etwa 3km entfernten Altstadt.


Gijon

Gijon

Gijon

Gijon

Gijon

Gijon

Gijon

Gijon, Sculptur "Solidaridad"


Ein Plakat über eine "Leonardo da Vinci - Austellung" veranlaßt uns, diese Ausstellung im Palacio Revillagigedo, einer der Sehenswürdigkeiten Gijons, zu besuchen.


Gijon, Leonardo da Vinci - Austellung

Gijon, Leonardo da Vinci - Austellung


Gijon, Leonardo da Vinci - Austellung

Gijon, Leonardo da Vinci - Austellung


Nach einem üppigen Mittagessen mit Fisch und einem guten Weißwein und einem darauffolgenden Spaziergang hinauf zum Parque del Cerro am Rande der Altstadt lassen wir uns, mehr müde vom Essen und Trinken als vom Spazierengehen, von einem Taxi wieder zu unserem Wohnmobil fahren.

Den Arbeitstag zwischen den beiden spanischen Feiertagen nutzen wir zum Einkauf und fahren 24km weiter bis Candas zu einem weiteren Campingplatz, der noch drei Tage offen hat und dann den Winter über geschlossen ist.

Hier stehen wir auf einer kleinen Halbinsel, die 200m ins Meer ragt, etwa 10m über dem Meeresspiegel. Unter uns zerklüftete Felsen, die vom ewig anbrausenden Wasser schon arg zerklüftet sind. Ohne Wind sind die Wellen nur etwa 1-2m hoch, sie ergeben ein ständiges Brausen als konstantem Geräuschpegel, aber wenn sie an Land schlagen, tönt das jedes Mal, wie wenn ein LKW gegen eine Betonwand fährt und die Gischt spritzt, abhängig von der Felsformation oder dem Einfallswinkel auf die Kaimauer bis zu 8m hoch.

Samstag ist ein wunderschöner Tag, wieder mit mehr als 20° an der Sonne. Wir brauchen Brot und wollen zu Mittag Fisch essen. Wir spazieren die 500m zum Ort, steigen dort bis zur Kirche hinauf und entscheiden uns für ein Lokal am Hafen, das zum Unterschied zu seinen danebenliegenden Lokalen vollbesetzt mit Spaniern ist - andere Nationen sind hier ohnehin nicht vertreten. Wir essen "Cipriones a la Plancha" (gegrillte ca. 7cm große Tintenfische) und "Sardinen a la Plancha" (Sardinen vom Grill), dazu eine Flasche Weißwein - Fisch soll ja bekanntlich schwimmen - einen Cafe als Nachspeise und wandern dann wieder zu unserem warmen Wohnmobil zurück, da es im Schatten wieder kühl wird.


Candas

Candas

Candas

Candas

Candas


Sonntag, 09.12., das Wetter ist nicht so besonders, aber es regnet nicht. Die Wellen sind bei diesem Wetter mit ganz wenig Wind niedrig, maximal 2m hoch. Kurz vor dem Anschlag an der Kaimauer überschlagen sie sich. Dann, wenn der Aufprallwinkel paßt, spritzen sie an der kokaven Kaimauer (konkav deshalb, damit ihnen ihre Kraft genommen wird und sie wieder zurückgeworfen werden) trotzdem teilweise 6 bis 10m hoch. Man kann sich vorstellen, was da los ist, wenn Sturm herrscht und die Wellen mit 5 bis 8m Höhe in kürzeren Abständen ankommen. Daß sie wirklich in so einer Höhe daherkommen, kann man an der Färbung der Mauern und Felsen und an der Hafenmole erkennen, die mit rund 10-12m Höhe und riesigen Betonklötzen den Hafen schützt. Eine Unwetterwarnung für den Raum Gijon sagt Wellen in Höhe von 5-6m für heute voraus. Man kann ihre tatsächliche Höhe nur schwer einschätzen, da die Entfernung von Wellenkamm zu Wellenkamm etwa 80 bis 100m beträgt. Wir haben von unserem Standplatz aus einen herrlichen Blick aufs Meer und ab und zu kommt Gischt von den Felsen unter uns, sioe spritzt höher hinauf als wir stehen.
Da kann man dann das erahnen, was ich so gerne sehen würde - Wellen mit Gischt, die so hoch aufsteigt, wie ein 3-stöckiges Haus.


Candas

Candas


Unser nächstes Ziel im Westen für heute ist nur 25km entfernt. Es ist die Stadt Avilés und dort unter anderem das Oscar-Niemeyer-Center. Der 1907 geborene und 2012 gestorbene brasilianische Architekt entwarf die eindrucksvollen Gebäude der brasilianischen Hauptstadt "Brasilia", die 1987 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Das hier geschaffene Ensemble, eröffnet 2011, dient für Austellungen und Theateraufführungen. Leider macht es auf uns einen nicht gepflegten und vernachlässigten Eindruck. Zwischen den großen Betonplatten, die den ganzen Platz bedecken, wächst Gras aus den Fugen und auch den Gebäuden würde ein neuer weißer Anstrich gut tun. Wir machen zu Fuß eine Runde um den Platz und fahren wieder, da es auch in der Reception keine erklärenden Unterlagen über die Bauten gibt und wir die einzigen Gäste im immerhin offenen Café wären. Eine Besichtigung von innen ist nur von Mittwoch bis Sonntag möglich und interessiert uns nach dem äußeren Eindruck, den wir gewonnen haben, eigentlich nicht mehr. Das Ganze schaut auf den Fotos viel besser aus, als in Natura und im Hinterkopf haben wir immer den Vergleich mit den modernen Gebäuden der "Ciudad de las Artes y las Ciencias" in Valencia, eröffnet 2012, die vom Architekt Santiago Calatrava geplant wurden. Sie gewinnen gegenüber dem Niemeyer-Center haushoch.


Oscar-Niemeyer-Center

am Oscar-Niemeyer-Center

am Oscar-Niemeyer-Center


Auf einem Parkplatz, etwa 1km vom historischen Zentrum entfernt gibt es auf einem öffentlichen Parkplatz fünf für Wohnmobile reservierte kostenlose Stellplätze mit einer ordentlichen V+E-Station, aber natürlich keinen Strom. Hier übernachten wir, um uns morgen das Zentrum der Stadt anzusehen. Als Abendessen gibt es beim Lidl erstandenes Schwarzbrot mit Nüssen (eine Wohltat nach dem ewigen Weißbrot in Form von "Baguettes" und "Pan") mit Südtiroler Spüeck, den wir noch im Piemont auf unserer Herreise erstanden haben und dazu ein zünftiges Bier - sozusagen eine Homage an unsere Heimat. Und um allen Tirolern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen : auch wenn's kein Handl-Speck war, geschmeckt hat er gleich gut.

Die Besichtigung der Stadt Aviles war kurz. Es ist eine Industriestadt und man sieht, wo immer man hinschaut, immer irgendeinen Teil einer Industrieanlage. Das historische Zentrum und viele der schönen Häuser und "Paläste" befinden sich rund um die "Plaza de Europa" (vom Stellplatz etwa 1km entfernt) und umfaßt nur einige wenige Straßen. Viele der Häuser haben Laubengänge und ab und zu sieht man ein vom üblichen Baustil mit den für den Norden Spaniens so typischen verglasten Balkonen abweichendes Haus oder einen Palast der im üppigen Jahrhundertwende-Stil hervorsticht, wie etwa die Oper oder das Conservatorium. Ein zweites Mal würden wir diese Stadt aber nicht besuchen.

"Avilés"

  • 01_D3e

Auf dem weiteren Weg nach Westen bleiben wir in Salinas hängen, mehr oder weniger ein noblerer Voroert von Aviles mit schönen Villen und Appartmenthäusern an einer langen Stranspromenade, von der man auch die Einfahrt zum Hafen von Aviles sieht. Wir fahren auf einen Parkplatz, den vorwiegend Surfer für ihre PKWs benützen und entscheiden uns, hier zu übernachten und morgen zum regulären Stellplatz, der aber nicht gut beschrieben ist, zu fahren, um unsere Toilette zu entleeren. Wir schlafen herrlich, auch wenn sich das Meer so anhört, als wenn die Autobahn 20m neben uns vorbei führen würde und werden von niemandem, auch nicht von der Polizei belästigt

Am nächsten Morgen hat es 17° und ist bedeckt, aber es weht kein Wind und dadurch fühlt man nicht, wie kalt es wirklich ist. Wir fahren über die Gratis-Autobahn A8 bis Luarca. Eigentlich wissen wir nicht, warum wir gerade hier ans Meer fahren. Wahrscheinlich, weil dort ein kleiner Fischerhafen ist, der eventuell Fotomotive hergibt. Ein kleiner Ort, von dem viele Bewohner in die USA emigriert sind und nachdem sie dort zu bescheidenem Reichtum gekommen sind, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind und hier hoch über der kleinen Stadt Villen im amerikanischen Stil errichtet haben. Auch ein Nobelpreisträger der Medizin stammt aus dieser kleinen Stadt die an der Mündung des Rio Negro in einem V-Tal liegt. Vieles zeugt von vergangenem Glanz, doch heute ist vieles abbruchreif. Auch stillgelegte Industriehallen sehen wir - sie sind dem Verfall preisgegeben, nur die Villen der ehemaligen Besitzer werden heute noch genützt.Viele, viele Häuser sind leer und ungenützt. Der Glanz von Villen und Wohnhäusern, wenn man dabei überhaupt von "Glanz" sprechen kann, liegt oben an den Hängen mit Blick auf die kleine Stadt und das Meer.


Luarca

Luarca

Luarca

Luarca


Wir sind immer wieder erstaunt, daß hier im Norden bei den morgentlichen Temperaturen von zwischen 14° und 17° aber ohne Wind der Eindruck eines milden Klimas entsteht, es ist nicht wirklich kühl oder sogar kalt, sondern sehr angenehm, auch ohne dicke Jacke - ich z.B. gehe nur im langärmligen Hemd. Karin ist etwas empfindlicher und hat eine dünne Jacke an. Im Moment sind die Temperaturen im Süden Spaniens auch nur um etwa 2° höher.

Da an diesem Küstenabschnitt trotzdem zu dieser Zeit keine Campingplätze mehr offen haben, auch wenn sie in den Listen der Camping- und Stellplätze (z.B. Campercontact) noch als offen bis 31.12. angeführt sind, fahren wir weiter auf einen Stellplatz mit V+E, aber ohne Strom, nach Tapia de Casariego. Nachdem wir mit Kühlschrank und unserer Heizung (laufen beide mit Gas, brauchen aber trotzdem Strom, um zu funktioniern), mit Licht, TV und Frühstückskaffeemaschine mehr Strom verbrauchen, als wir über unsere Solarpaneele bei diesem Wetter zusammen mit dem Powerloader bei nur 20km pro Tag gefahrener Kilometer produzieren, suchen wir uns immer ein Plätzchen, an dem wir den Motor 1 bis 2 Stunden laufen lassen können, damit die Batterien wieder voll geladen werden, ohne jemanden zu belästigen. Spanier macht dies übrigens nichts aus, hier laufen die Motoren von Touristenbussen oft viel länger, damit es die Kunden bei der Rückkehr schön warm haben.

Hier, schon 7° westlicher als der 0-Meridian aber immer noch bei mitteleuropäischer Zeit, die in ganz Spanien gilt, beginnt es erst um 08:30 einmal zaghaft zu dämmern. Tagesanbruch ist dann etwa um 10:00. Die ersten Cafés richten um 11:00 ihre Tische her, zu Mittag gegessen wird um 15:00-16:00 Uhr und ab 18:00 wird es wieder dunkel. Auch die Schulen beginnen erst um 10:00. Für Langschläfer einfach ideal. Nur weiterkommen tut man halt nicht so recht.

Das Wetter hier ist unberechenbar, zwischen blauem Himmel und Regenschauer liegen oftmals keine 3 Minuten. Bei entsprechender Bewölkung sollte man sich entweder nicht weit vom Wohnmobil entfernen oder einen Schirm mitnehmen. Wir hatten heute innerhalb von einer Stunde mindestens 5 Mal den Wechsel zwischen blauem Himmel und Regengüssen, als ob da oben einer die Wasserleitung aufgedreht hat. Allerdings habe ich auch in den letzten 5 Jahren nicht mehr so viele große, schöne Regenbogen gesehen, wie heute.

Die Landschft, durch die wir hier fahren, ähnelt, wenn man ein bischen abseits des Meeres fährt, unserem Voralpengebiet in Nieder- oder Oberösterreich. Trotzdem hatten wir immer das Gefühl, hier ist etwas anders - nur eine Kleinigkeit. Zuerst taten wir das damit ab, daß wir halt eben in Spanien sind und das nicht gleich wie Österreich ist. Es dauerte einige Zeit bis wir unser Gefühl genauer definieren konnten. Häuser, Felder, Kühe drauf, grüne Wiesen, Berge dahinter, das alles könnte auch unser Voralpenland sein - aber bei uns gibt es keine Palmen !!! Hier steht selbst bei diesem Klima nahezu bei jedem zweiten Haus eine Palme, die man eigentlich nur in südlichen Gefielden erwarten würde, Stammdurchmesser ca. 50cm mit einem Wuschel Palmblätter drauf, der locker 4-5m Durchmesser hat, beieindruckend wie eben auch im Süden. Das ist der Unterschied, der zwar ständig da war, uns aber erst mit der Zeit bewußt wurde.

Heute ist wieder einmal eine Fahrt über mehr als nur 20km geplant. Unterwegs fahren wir aber ans Meer. Hier gibt es einige beeindruckende Landformationen zwischen felsiger Küste mit Felsdurchbrüchen, Löchern durch die Felsen (deswegen der Name "Strand der Kathedralen"), die die Wucht der Wellen im Laufe der Jahrhunderte herausgebrochen hat und die man bei Ebbe sogar begehen kann, und kilometerlangen Stränden, an denen die sich überschlagenden Wellen mit ihren weißen Schaumkronen auslaufen - ein Bild, dem man stundenlang zusehen könnte. Leider kamen wir gerade zur Zeit der steigenden Flut, bei der das Begehen der "Kathedralen" lebensgefährlich ist, da das Wasser innerhalb von ca. 6 Stunden um mehr als 4m steigt und der Anstieg in Form einer Sinuskurve umso schneller voranschreitet, je näher der Zeitpunkt des höchsten Wasserstandes kommt. Es haben hier schon Leute die Länge des erforderlichen Rückweges unterschätzt und dies mit ihrem Leben bezahlt, da es, wenn man einmal unten am Wasser zwischen den Felsen ist, nur mehr denselben Weg zurück gibt, auf dem man auch hinunter zum Wasser gekommen ist.

Einen Eindruck über die Vielseitigkeit der Küstenformationen Nordspaniens in diesem Gebiet, den Wechsel zwischen riesigen Felsen, Felszacken und endlos langen Stränden mit feinstem Sand mag die folgende Bilderschau geben :

"Playa de los Castros"
"Playa As Catedrales"
"Playa Arealungo"


  • 01_D3f


Außer diesen drei besonders beeindruckenden Stränden gibt es auf diesem Streckenabschnitt hunderte von kleinen Stränden von 30 bis 100m Länge zwischen ins Meer hinausragenden Felsen, wie man auf vielen Karten und Postern erkennen kann, die vom Flugzeug aus aufgenommen wurden. Teilweise sind die aber nur über Feldwege von der der Küste folgenden Straße zu erreichen.

Am Abend stehen wir auf einem Stellplatz in der Bucht am lokalen Strand in San Cipriao, NW von Cervo, beim Fußballstadion, der zwar auch keinen Strom anbietet, aber wieder mit einer kompletten Ver- und Entsorgungsstation (Trinkwasser, Grauwasserablaß, Schwarzwasser-Entleerung) und ebenen Stellplätzen ausgestattet ist. Nach uns kommen noch zwei Wohnmobile (natürlich Spanier), die ebenfalls hier übernachten.

Wir sind seit midestens zwei Wochen, außer einem Franzosen, den wir unterwegs gesehen haben, die einzigen Nicht-Spanier, die hier unterwegs sind.

Wir sind mittlerweile im Nordwesten von Spanien angelangt und fahren zum Leuchtturm "Faro de la Punta de la Estaca de Bares", dem nördlichsten Punkt Spaniens und der Iberischen Halbinsel. Das Leuchtfeuer steht 110m über dem Meeresspiegel und hat eine Tragweite von 25 Seemeilen (1sm=1,8km). Von hier oben sieht man, wie das Meer an die Küste anschlägt und das bei Ebbe und ohne Wind. Ein faszinierendes Schauspiel.


Faro de la Punta de la Estaca de Bares

Faro de la Punta de la Estaca de Bares

beim Faro de la Punta de la Estaca de Bares

Faro de la Punta de la Estaca de Bares

beim nördlichsten Leuchtturm der Iberischen Halbinsel

Übernachtet haben wir am Gelände des kleinen Hafens "Porto de Espasante", in dem zu dieser Zeit nicht einmal ein einziges Fischerboot liegt. Hier gibt es außer Mülltonnen keinerlei Einrichtungen für Wohnmobilfahrer, dafür aber ein kleines Restaurant in dem wir einen herrlich zubereiteten Steinbutt gegessen haben.


im "Porto de Espasante"

im "Porto de Espasante"


Geschlafen haben wir gut und eigentlich ohne irgenwelche Störungen, obwohl wir in der Nacht mehrmals schauen gingen, was da soooo einen Lärm macht - als ob wir mitten auf einer Autobahn mit viel Verkehr stehen würden. Im Hafen war es aber ruhig also mußte der Lärm vom Meer hinter der Hafenmauer kommen. Am Morgen erfuhren wir dann, was den Lärm machte. Laut Meteorologischem Dienst, der einen Monitor im Fischerhafen installiert hat, lasen wir, daß die durchschnittliche Wellenhöhe heute 5 bis 7 Meter beträgt.

Einmal um die Ecke geschaut, sahen wir sie auch, - endlich - manche nur 3 Meter hoch, andere rund 9 Meter hoch - für uns ein gewaltiges Naturschauspiel, wie sie da rechts hinter einem vorgelagerten Felsen auftauchten bevor sie sich überschlugen oder ungebremst gegen die Hafenmauer schlugen. Deswegen wollte ich eigentlich diese Nordroute durch Spanien machen, um so was (allerdings aus sicherer Entfernung) zu sehen. Es ist ein einmaliges Erlebnis diesen für uns Riesenwellen zuzusehen, wie sie sich brechen und der Wind die Gischt hunderte Meter über's Meer weht, die hier ansäßigen Fischer betrachten diese Wellen natürlich als "normal eben". Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden um ca. 10:30 Uhr, um 09:30 war der Wasser-Höchsstand bei Flut.
Trotzdem können die Aufnahmen die Natur leider nicht ersetzen oder die Eindrücke wirklich widergeben.


Wellen beim "Porto de Espasante"

Wellen beim "Porto de Espasante"


Beachten Sie die Wellen, die von rechts zwischen den beiden Felsen daher kommen.

Den Vormittag haben wir damit verbracht den Wellen zuzusehen, dann hat uns zuerst die Sonne beglückt und dann der Regen geschockt. Zu Mittag haben wir im Wohnmobil gegessen und abends gab es in dem kleinen, aber feinen Lokal eine frisch gefangene Dorade. Es ist schon schön, wenn man weiß, daß der Fisch direkt aus dem Meer kommt und nicht wochenlang irgendwo auf Eis gelegen ist.
Wir haben nach der Dorade und einigen Gläsern Wein auch ein zweites Mal hier übernachtet.