Wir sind wieder unterwegs


Frankreich-Reise 2011
mit unserem Wohnmobil

Tagebuch Juni 2011

01.Juni 2011 - 30.Juni 2011



DIA-Show : Erste Hälfte Juni unserer Frankreichreise von Cummana bis Guerande
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Die neben dem Text gezeigten Bilder dienen nur der Illustration des Textes, damit dieser nicht allzu langweilig ist.


Mittwoch, 01.06.2011
 

St.Thegonnec_Commana_Sizun_Kapelle St.Antoine_Schloß Kerouzéré_
Ruine Kergornadec_Plouescat_Pors-Guen/Pors-Meur

Heute ist zwar nicht strahlend blauer Himmel, aber doch schönes Wetter. Wir trinken einen Cafe in einer Bar beim Stellplatz und holen uns Gratis-Jetons für die Ver- und Entsorgungsstation. WC wird geleert und Wasser gebunkert. In Cummana besuchen wir den Kirchenbezirk, dasselbe anschließend in Sizun. Auf unserem weiteren Weg besuchen wir noch die Kapelle des Hl.Antonius, bevor wir in Locmelar und Lampaul-Guimilion ebenfalls die Kirchenbezirke besuchen. Hier erfahren wir auch aus der Zeitung, daß wir den heißesten Frühling in der Bretagne miterleben. In der Nähe besuchen wir das Schloß Kérouzéré, das sich in Privatbesitz befindet, Besuchszeit ist nur einmal die Woche und da nur eine Führung pro Tag, Parkplätze gibt es nahezu keine und die Hinweisschilder, um das Schloß zu finden, sind, offensichtlich um die Privatsphäre zu schützen, sehr spärlich und wenn überhaupt zu finden, sehr klein. Wir suchen dann noch die Ruine des Schlosses Kergornadec. Auch diese Schloßruine zu finden, die sich ebenfalls in Privatbesitz befindet, ist umständlich. Wir haben es trotzdem geschafft. Parkplätze gibt es dort keine, man muß sich "irgendwo" hinstellen, dafür wird aber auch kein Eintritt verlangt. Abschließend wollen wir in Plouescat noch die "Hallen" aus dem 15.Jhd. ansehen, bevor wir wieder ans Meer fahren. Wir finden in Pors-Guen/Pors-Meur, Rue Garrec Ven, einen asphaltierten Parkplatz (N 48░39'51,1"N, W 000░12'46,5") , wo wir allein sind und übernachten. 150m zum Hafen mit öffentlichen Toiletten, 30m zu einem Café, Gasthaus am Abend 30m, bei Disco - relativ laute Nacht. (132km)

Donnerstag, 02.06.2011
 
 
 

Pors-Guen/Pors-Meur_Plage de Pors-Meur_Brignonan-Plage_Pointe de Pontusval_
Menhir Men Marz_Lesneven_Le Folgoet_Plonguerneau_Lilia_über Aber Wrac'h nach Lannilins_
über Aber Benoit nach Ploudalmetseau_Portsall_Küste bei Penfoul

Wieder empfängt uns blauer Himmel mit einzelnen Schönwetterwolken. Vorbei an den Stränden von Pors-Meur und Brignonan fahren wir zum Menhir Men Marz, (8,5m hoch, 80 Tonnen) dem sogenannten "christianisierten" Menhir, weil dort irgendwer ein Kreuz drauf gesetzt hat. Über Chapelle Pol (= Paul auf Bretonisch) kommen wir zum Pointe de Pontusval mit seinem einfachen Leuchtturm aber mit grandiosen Granitfelsen. Wir fahren nach Le Folgoet, das zwar außer der Wallfahrtskirche, der Basilika Notre-Dame du FolgoŰt aus dem 15. Jahrhundert, keine anderen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, aber deren Inneres durch den aus rotem Granit errichtete Lettner mit seinen schwungvollen Steinranken einmalig ist. Von Lilia aus sehen wir die L'ile Vièrge mit ihren beiden Leuchttürmen. Der Kleinere der beiden ist 33m hoch und wurde 1843 mit einer Sichtweite von 26km gebaut, der Neuere misst 82,5m und wurde aus lokalen Granitblöcken gebaut, seine Sichtweite beträgt 50km. Um zu unserem nächsten Ziel Portsall zu kommen, müssen wir über Plouguereau und die Flußmündung Aber Wrac'h nach Lannilis und den Aber Benoit. Portsall hat durch die Havarie des US-Tankers "Amoco Cadiz" am 16.03.1978, die zum sechstgrößten Ölunfall der Geschichte führte, traurige Bekanntheit erlangt. Der Anker der "Amoco Cadiz" im Hafen von Portsall erinnert daran. In der Nähe von Portsall, in Penfoul, übernachten wir auf einem Parkplatz nahe einer Bucht, in die lange Wellen laufen und die daher von Surfern genutzt wird. Weit draußen am Meer sehen wir den Leuchtturm Corn Cerhai auf den "Roches de Portsall" und erleben einen schönen Sonnenuntergang. (103km)

Freitag, 03.06.2011
 

Penfoul_Menhir von Kerloas_Leuchtturm Trézien_Plages des Blancs Sablons_
Pointe de St.Matheu_Brest_Plougastel-Daolas

Wir fahren weiter nach Süden (Melon, Lanildut, Lampaul-Plouarcel, Plouarcel) zum Menhir von Kerloas. Der steht mitten in einem Feld und ist von der Straße aus gar nicht zu sehen, obwohl er 9,5m hoch ist. Er hat an der Basis phallische Reliefs, die einen lokalen Aberglauben förderten : Paare kamen vor der Vermählung nachts an diesen Ort und rieben ihr Körper an dem Stein, in der Hoffnung, schöne Kinder zu bekommen. Vom Leuchtturm Trézien in Plouarcel machen wir nur ein Foto, das Hinaufsteigen bleibt uns erspart, da er erst ab 01.07. geöffnet ist. Der Strand "Plages des Blancs Sablons" wird seinem Namen gerecht - eine riesige Bucht mit strahlend weißem Sand. Über Le Conquet fahren wir zum Pointe de St.Matheu, dem angeblich westlichsten Punkt am französischen Festland, mit seinem Leuchtturm unmittelbar neben Klosterruinen aus dem 12.Jahrhundert, die auf einem Felsen 20m über dem Meer thronen. In Brest finden wir einen Parkplatz am Hafen und wandern durch die Stadt und über die Burg. Ein Plätzchen für den geruhsamen Abend finden wir dann in Plougastel-Daolas zur Übernachtung am Stellplatz beim Sportplatz (hinter Büschen versteckt) (105km)

Samstag, 04.06.2011

Plougastel-Daolas_Le Faou_Landevennec_Crozon_Camaret-sur-Mer

In der Früh spazieren wir durch Plougastel-Daolas und besichtigen einen großen und gut erhaltenen Calvaire bevor wir nach Le Faou weiterfahren. Dort sind die Häuser bis zum 1.Stock herunter mit Schieferschindeln verkleidet. Das war früher als Statussymbol gedacht und Ausdruck für den Reichtum des Hausbesitzers, da Schieferschindeln sehr teuer waren. Die Creperie "La Fregatte" hat es uns von ihrem Äußeren sehr angetan und ebenso gut, wie ihr Aussehen, war dann auch das Mittagessen. Über Landevennec mit einer Ruine einer Abbaye und Palmen rund um den Friedhof und Crozon kommen wir nach Camaret-sur-Mer zu einem Stellplatz unmittelbar neben einem großen Menhir-Feld. Dieses "Alignements de Lagatjar" bestand 1776 aus 600 Menhiren, von denen heute noch ca. 100 stehen. Nachdem es erst Nachmittag ist, machen wir einen längeren Spaziergang zu den Menhiren und zum großen Strand mit etwa 60m hohen Dünen. (87km)

Sonntag, 05.06.2011
 

Camaret-sur-Mer_Pointe de Penhir_Pointe des Espagnoles_Lieue de Grève_Locronan_Douarnenez

Am Pointe de Penhir erwartet uns Regen und schlechte Sicht, mache zwei nichtssagende Fotos und wir verziehen uns ganz schnell wieder in unser Wohnmobil. Der Pointe des Espagnoles fasziniert uns von der Landkarte her und die Straßen sind grün markiert, was auf landschaftliche Schönheit hinweisen soll. Leider ist das Wetter regnerisch und diesig, daß von den landschaftlichen Schönheiten nicht viel übrig bleibt. Aber bei schönem Wetter muß es hier wirklich schön sein. Wir sehen von hier den Leuchtturm von Porzic und die U-Boot-Bunker des Atlantikwalls in Brest. Am Strand "Lieue de Grève" ist das Wetter schon wieder passabel, wenn auch nicht strahlend. So bleibt es den ganzen Tag. Über die Kapelle St.Anne la Palud kommen wir nach Locronan, einem kleinen Städtchen, daß sich seinen mittelalterlichen bretonischen Charme bewahren konnte und daher speziell am Wochenende als beliebtes Ausflugsziel gilt. An Duarnenez reizt uns und speziell mich, der angekündigte "Museumshafen" bei dem man original Schiffe, die in der Flußmündung schwimmen, besichtigen kann. Nach unserer Ankunft mußte ich leider feststellen, daß das nicht dem entsprach, was ich mir vorgestellt habe. Wir übernachten auf einem normalen Parkplatz und stellten außerdem fest, daß das Museum Port Rhu am Montag Ruhetag hat. Das war's dann wohl mit Douarnenez. (97km)

Montag, 06.06.2011

Douarnenez_Plebyen_Caming "L'orangerie de Lanniron" in Quimper

Die 10.Woche unseres Urlaubs beginnt. Auch der Calvaire von Plebyen gehört zur "Route des Calvairs". Es ist ein besonders schöner "Enclos" (Kirchenbezirk) und in der Kirche finden wir viele aus Holz geschnitzte und bemalte Verzierungen. Jetzt wissen wir auch wie "Auf Wiedersehen" auf Bretonisch heißt. Verstehen tun wir's aber nur in Französisch. Nachdem Karins Ruf nach einer Waschmaschine schon wieder ziemlich laut ist, fahren wir auf den Campingplatz "L'orangerie de Lanniron" in Quimper. (80km)

Dienstag, 07.06.2011

Campingplatz "L'orangerie de Lanniron" in Quimper

  Am Vormittag geht los : Waschmaschine füllen, Duschen, Karin Haare waschen und färben, alles zum Trockner, in der Zwischenzeit fange ich an, mir mit einem Barttrimmer die Haare zu schneiden, wie ich das von meinem Sohn gelernt habe. Allerdings habe ich offensichtlich den Aufsatz für 2cm Länge nicht gut angebracht und er verabschiedet sich vom Gerät und ich habe plötzlich eine 4cm breite nackte Schneise von rechts hinten nach links vorne am Kopf. Ich breche bei meinem Anblick in schallendes Gelächter aus, Karin meint, das könnte man schon noch zu einer Frisur ummodeln. Ich vertraue ihr aber in diesem Fall nicht, da die Aussage von einem fast hinterhältigen Lächeln begleitet war. Deshalb rasiere ich mir den Kopf jetzt ganz kahl. Man glaubt gar nicht, wieviel Haare da noch drauf sind, obwohl es eh schon immer weniger werden. Sah zwar nicht gerade schön aus, war aber sehr praktisch : Haare waschen wurde nur mehr zum Kopf waschen und in der Sonne war's sehr angenehm. (0km)

Mittwoch, 08.06.2011
 

Quimper_Audierne_Plogoff_Baie des Trépasses_Pointe du Van_Pointe du Raz_ Plouhinec_Penhors_Ruinen der Kirche von Languidou_Tronoen

Über Audierne und der dazugehörigen Bucht wollen wir zum Pointe du Van. Am Weg dorthin passieren wir die Baie des Trépasses. Am Pointe du Van gibt es eine kleine Kapelle, aber in erster Linie Felsen, Felsen und nochmals Felsen, an denen sich die Wellen brechen - man könnte stundenlang zusehen. Aber wir sehen von hier bereits die Leuchttürme "Phare de la Vieille" und den "Phare de Tévennec" vor dem Pointe du Raz, eine Felsnase 72m über dem Meer, die ziehen uns magisch an. Beim Anmarsch gehen wir auf schmalen Wegen wie durch einen Blütenteppich aus Erikas und gelben Blumen, von denen ich nicht weiß, wie sie heißen. Das Wort "Raz" bezeichnet im Bretonischen eine besonders heftige Meeresströmung. Am Ende des Plateaus von Pointe du Raz befindet sich eine Signalstation und die Statue der Notre-Dame des Naufragés (Mutter Gottes der Schiffbrüchigen). Das Wetter ist sehr wechselhaft, in einem Moment glaubt man, daß Regen unmittelbar bevorsteht, im nächsten Moment ist der Himmel wieder nahezu wolkenlos. Jetzt im Juni kommt offensichtlich das Aprilwetter, nachdem wir im April Juni-Wetter hatten. In Penhors, wo wir die meeresnahe Straße gezwungenermaßen wieder verlassen müssen, besuchen wir noch eine an der Straße stehende Kirche. Solche Pausen dienten uns immer wieder zum Füße vertreten und Karin für eine Zigarette, da im Wohnmobil absolutes Rauchverbot herrscht. Etwas südöstlich von Penhors besuchen wir die Kirchenruine von Languidou. Unser nächster Stop sollte zugleich unser Übernachtungsplatz werden. Bei der Kirche "Notre Dame de Tronoen" befindet nicht nur der älteste Calvaire der Bretagne, sondern es gibt auch einen Parkplatz vis à vis mit Müllentsorgung, auf dem wir über Nacht bleiben. (126km)

Donnerstag, 09.06.2011
 
 

Tronoen_Pointe de la Torche_Notre Dame de la Joie_Phare d'Eckmühl_Lesconil_Loctidy_
Pont-l'Abbé_Benodet_Pointe de Mousterlin

Noch schnell zwei Fotos des Calvairs und der Kirche von der Seite gemacht, die gestern abends im Schatten lag und weiter geht's zum Pointe de la Torche mit einem mesolithischen Dolmen (Grab). Diese Halbinsel war um 5000 v. Chr. von mesolithischen Fischern bewohnt. Der echte Pointe de la Torche (Spitze der Fackel) sieht wirklich aus wie eine Fackel. Unmittelbar vor den imposanten Leuchttürmen "Eckmühl" auf der Pointe de Saint-Pierre in Penmarc'h machen wir noch ein paar Aufnahmen der Chapelle Notre Dame de la Joie und fahren dann weiter zum Phare d'Eckmühl (60m hoch und einer der höchsten Leuchttürme Europas). Der Phare d'Eckmühl wurde neben zwei älteren Leuchttürmen 1897 im Dorf Saint-Pierre erbaut und ist nach der Marquise Adéla´de-Louise d'Eckmühl de Blocqueville benannt, die ihn durch eine Zuwendung in ihrem Testament hauptsächlich finanziert hat. Mit einem Durchgang durch die alte See-Rettungsstation mit altem Rettungsgerät und Bildern aus der Vergangenheit des Rettungswesens schließen wir unseren Besuch hier ab. Ein kleiner Kiesstrand beim Slip für die Rettungsboote an der Landspitze bei der Signalstation entpupp sich bei näherer Betrachtung als Ansammlung von tausenden kleinen Schneckengehäusen und Muscheln. Weit draußen am Meer zieht ein Gaffelsegler vorbei. Über Lesconil, den Plage des Sables Blanc (Strand des weißen Sandes) und Loctudy, wo wir einen Kaffee trinken und uns das Treiben einer Wassersportschule ansehen, geht es weiter nach Pont-l'Abbé, wo wir einen kleinen Stadtrundgang machen und uns die Füße vertreten, bevor wir uns einen Standplatz für die Nacht suchen, den wir auf einem Stellplatz am Pointe de Mousterlin finden. (79km)

Freitag, 10.06.2011
 

Pointe de Mousterlin_Concarneau_Schloß Keriolet_Pointe de Trvignon_
Kerascoet_Pont Aven_Quimperle_Lorient

Morgenspaziergang zu den Dünen und dem Strand von Kerneuc bevor wir nach Concarneau weiterfahren. Concarneau mit seiner innerhalb massiver Mauern gelegenen Altstadt, die "Ville Close", ist fast rundum von Wasser umgeben und gilt als besonders sehenswert. Als wir unseren Rundgang schon beendet haben, steigt eine Hochzeitsgesellschaft aus einem Bus und das "Brautpaar" in bretonischer Tracht, das offensichtlich einen runden Hochzeitstag oder vielleicht sogar erst die Hochzeit feiert, präsentiert sich uns, damit wir ein Foto machen können. Das Schloß von Keriolet ist offensichtlich in Privatbesitz, oder noch geschlossen. Wir finden keine Tafel, wo wir uns informieren könnten, aber rundherum können wir gehen und ein paar Fotos von diesem attraktiven Schloß machen. Die Geschichte des Schlosses geht zurück bis ins 15. Jahrhundert. im 19. Jahrhundert wurde es für eine russische Prinzessin, Zéna´de Narischkine Youssoupoff, einer Tante von Zar Nikolaus II. und ihren Mann den Comte Charles de Chauveau im neugotischen Stil errichtet. Über Quimperle wollen wir nach Lorient. Wir haben ein Plakat gesehen, wonach morgen die Schiffstaufe der Segelyacht "Groupama 4" stattfinden wird. "Groupama" sponsert Yachten, die am Volvo Ocean Race (http://www.volvooceanrace.com/en/whatis.html#), einer Segelregatta für Einrumpfboote rund um die Welt, teilnehmen. So was kann ich mir als Segler nicht entgehen lassen. "Groupama" sponsert aber auch Trimarane, die an der "Route du Rhum" (http://www.routedurhum-labanquepostale.com/fr/s01_home/s01p01_home.php), einer Transatlantik-Einhand-Segelregatta, teilnehmen. Wir kommen schon am fortgeschrittenen Abend an, machen noch einen Rundgang und fotografieren nicht nur deutsche U.Boot-Bunker sondern erhaschen unter anderem auch einen Blick auf die Segelyacht, die morgen getauft werden soll. Wir übernachten auf einem Parkplatz am Hafen, beschließen aber, morgen nicht bis am Nachmittag zur offiziellen Bootstaufe zu warten, da rund um unseren Parkplatz überhaupt keine Infrastruktur besteht, außer einem Hotel und für uns ist das nahe Eric-Tabarly-Museum nicht sooo interessiert. (138km)

Samstag, 11.06.2011

Lorient_Kernascleden_Port-Louis

Der Reiseführer schwärmt von einer Kirche mit alten Fresken in Kernascleden im Norden, also fahren wir hin, so was wollen wir uns nicht entgehen lassen, wenn wir schon einmal da sind. Über grün markierte Strassen fahren wir nach Norden, die Straßen sind kaum breiter als unser Wohnmobil, wenig Gegenverkehr, wenn aber, dann kommen uns die Autos auch ohne Sicht um Kurven mit rund 60kmh entgegen, Unfälle können gerade noch verhindert werden. Deshalb werden wir uns für den Rückweg breitere Straßen, auch wenn sie landschaftlich nicht so schön sein sollten, aussuchen. Auf den schmalen Straßen komme ich als Fahrer eh nicht dazu, die Schönheit der Landschaft zu genießen, weil mir um jede Kurve wieder ein Kamikazefahrer entgegen kommen könnte. Die Kirche ist enttäuschend, außen stark verwittert und zur Renovierung eingerüstet und auch innen enttäuschend. Den Weg hätten wir uns sparen können. Wir stellen fest, daß unser neuer Michelin-Autoatlas mit seinem System, Sternchen für Sehenswertes zu vergeben der sicherste Führer ist. Wo im Michelin-Atlas Sterne (1-3) stehen, da gibt es auch wirklich Sehenswertes. So fahren wir zurück nach Lorient und weiter nach Port-Louis. Wir besuchen das Fort und die Ausstellung im Museum der "Companie des Indes", sowie das Nationalmuseum der Marine mit Blick auf weitere U-Boot-Bunker. Beim Verlassen des Fort passiert mir Panne Nr.4. Beim Wechseln der Kamera von einer Schulter auf die andere greife ich daneben und die Kamera fällt aus ca. 60cm zu Boden, zuerst auf die Sonnenblende, dann aufs Gehäuse. Ab diesem Zeitpunkt funktioniert nur mehr die händische Scharfstellung und das über den Monitor. Immerhin. Wir haben zwar eine zweite kleine Kamera mit, die aber eher für kleine Feiern und nicht zur Dokumentation eines Kultur- und Natur-Urlaubes taugt. So bin ich froh, daß überhaupt noch etwas geht mit meiner "Großen". Beim Rückweg zum Wohnmobil kommen wir noch an einem Waschplatz am Hauptplatz der Gemeinde, wo früher die Frauen gemeinsam ihre Wäsche gewaschen haben (ob daher der Ausdruck "Waschweiber-Geschwätz" kommt ? Ich glaube schon.) und an einem Leuchtturm vorbei. Unser Nächtigungsplatz hat die Adresse Port-Louis, Ave. de la Cote Rouge. Noch ein Nachtrag zur Kamera : Es handelt sich um eine NIKON D5000. Weder NIKON Österreich, noch NIKON Deutschland konnten die Kamera bisher trotz 4 Versuchen ordentlich reparieren. Die Kamera ist jetzt nach 3,5 Monaten Reparaturzeit immer noch nicht so wie sie sollte. Mein Fotohändler hat mir einen vernünftigen Preis dafür gemacht und übernimmt das Risiko der weiteren Reparatur und jetzt hab ich das Nachfolgemodell D5100. Jetzt muß er sich kümmern, daß er eine ordentlich reparierte Kamera von Nikon zurückbekommt. Aber wie ich weiß, sind die anderen Firmen auch nicht besser, das ist halt das Kreuz mit der Elektronik, wenn sie einmal kaputt ist, Fehler in der Mini-Elektronik einer Kamera zu finden ist eben sehr schwierig. (83km)

Sonntag, 12.06.2011
 

Port-Louis_Alignement de Kerzerho_Dolmen von Crucuno_
Kapelle zur Heiligen Barbara am Weg nach Carnac

Es ist Pfingstsonntag und es regnet, aber wie ! Wir fahren trotzdem zum Allignement de Kerzerho bei Endeven. Nachdem der Regen weniger wird und langsam in Nieseln übergeht, fahren wir noch zum Dolmen von Crucuno, die Deckenplatte hat ein Gewicht von 40 Tonnen. Wir beschließen, heute nicht mehr weiter zu fahren, obwohl es noch früh am Nachmittag ist und übernachten auf einem Parkplatz bei der Kapelle zur Heiligen Barbara am Weg nach Carnac. (112km

Montag, 13.06.2011
 

Carnac_Dolmen de Rondossec_Tumulus St.Michel-Menec_Le Geant du Manio_
Grand Plage_Quiberon_Beg er Goalennec

Pfingstmontag. Die 11.Woche unseres Urlaubs beginnt. Richtung Plouharnel befinden sich die drei Dolmen von Rondossec. Man fand hier Goldketten aus der Bronzezeit (wieso eigentlich nicht Bronzeketten ?) und neolithische Grabbeigaben wie Beile, Feuersteine und Vasen. In diesem Gebiet gibt es eine besondere Anhäufung von Menhiren, Dolmen und Tumulen. Als nächstes fahren wir zum Tumulus St.Michel, einem riesigen Grabhügel, den Alignements von Menec und Kermario. Unweit davon gibt es einen großen Menhir mitten im Wald und ein rechteckiges Steingehege, genannt "Le Quadrilatère". Über die schmale Landzunge fahren wir bei ziemlich bewegter See nach Quiberon an der Südspitze der Halbinsel. Am "Car-Stellplatz" bei Beg er Goalennec übernachten wir. (34km)

Dienstag, 14.06.2011
 

Beg er Goalennec_Quiberon_Penthièvre_Site de Mégalithes de Locmariaquer_Auray_Ste.Anne-d'Auray

Auf der Fahrt entlang der schmalen Verbindung von Quiberon zum Festland passieren wir die Festung Penthièvre. Heute wollen wir noch die Dolmen Pierres-Plates, Mané-Réthua, die Dolmen von Mane-Lud und Kerlud besichtigen und dann nach Locmariaquer fahren, um das dortige Museum mit seinen Ausgrabungen zu besuchen. Es sind drei überwältigende megalithische Anlagen. Der Große Menhir - ein umgestürzter und in vier Stücke zerbrochener gewaltiger Granitblock mit ehemals 20,6m Höhe und 280 Tonnen Gewicht. Der "Tumulus von Er-Grah" und der Dolmen "Table des Marchands" zeugen von Bestattungsritualen in der Bretagne aus der Zeit 4500 v.Ch. Mit einem Spaziergang durch Auray klingt der Tag aus. Wir fahren noch zum Wallfahrtsort Ste.Anne-d'Auray, wo wir auf einem Parkplatz bei der Wallfahrtskirche übernachten. (130km)

Mittwoch, 15.06.2011

Ste.Anne-d'Auray_Chateau de Suscinio_Sarcenau

Die Wallfahrtskirche ist sehr schön und auch das Gelände rundherum sehr ansprechend. Leider ist das Wetter heute wieder nicht strahlend, sondern grau, aber es regnet zumindest nicht. Das ändert sich im Lauf des Tages, es beginnt leicht zu regnen und geht in stetiges Nieseln über als wir auf unserer Fahrt entlang des sumpfigen Golfs von Morbihan beim Schloß von Suscinio ankommen. Wir machen eine Audio-Führung durch die Burg, die ihre Glanzzeit im 13., 14. und 15.Jahrhundert hatte. 1994 bis 2001 wurde sie zum heutigen Zustand renoviert. Diese Audio-Geräte haben wir hier in Frankreich schätzen gelernt, da man nicht in einer Gruppe, sondern zeitungebunden allein, aber trotzdem mit Erklärungen, meistens sogar in deutscher Sprache, ganz selten nur in Englisch, den Besuch von Schlössern und Museen absolvieren kann. Am Abend, als wir wieder einen kostenlosen Übernachtungsplatz am Meer bei Sarzenau am Südufer des Golfs von Morbihan gefunden haben, scheint dann noch kurz die Sonne. Zu spät für heute. Aber es regnet ohnehin bald darauf wieder und wäscht unser Wohnmobil. (32km)

Donnerstag, 16.06.2011

Sarcenau_Vannes_Fortesse de Largoet_Josselin_Guerande(Salzgärten)

Das Wetter heute entschädigt uns für das von Gestern. Ein strahlender Tag empfängt uns. Wir wollen uns Vannes, eine "Ville d'Art et d'Historie", wie sie sich selbst nennt, ansehen. Die Geschichte der Stadt Vannes geht bis zu einer gallisch-römischen Siedlung zurück. Alle Parkplätze in Altstadtnähe sind natürlich um 11 Uhr entweder schon besetzt oder zu klein für uns. Wir finden einen freien Parkplatz beim Yachtclub und haben dadurch die Möglichkeit, bei unserem Spaziergang entlang des Hafens in die Stadt Segelyachten jeder Größe zu betrachten. Die Altstadt von Vannes ist sehr schön und bietet durch ihre vielen Fachwerkbauten unendlich viele Fotomotive. Unser nächstes Ziel ist die Fortesse de Largoet bei Elven. Wir zahlen 5 Euro Eintritt und können den einzigen renovierten Turm nicht besuchen, weil angeblich der Besitzer gerade jetzt dort wohnt. Wofür dann der Eintritt ? Das war purer Nepp. Anders im Schloss von Josselin : Eine ausführliche Führung mit einer Führerin, die ihr Wissen auch interessant vermitteln konnte. Nach einem Stadtrundgang durch die kleine Stadt fahren wir weiter nach Süden auf einen Stellplatz bei Guerande. (211km)

DIA-Show : Zweite Hälfte Juni unserer Frankreichreise von Guerande bis Blois
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Freitag, 17.06.2011

Guerande_Piriac-sur-Mer_La Tourbaille_Terre de Sel_Batz-sur-Mer_La Baule

Schon wieder Regen. Manchmal trocken. Sonne nur wenige Minuten. So sollte es den Ganzen Tag sein. Trotzdem machen wir einen Rundgang durch die Stadt - der Regen kann uns unsere Stimmung nur kurz vermiesen. Nach dem Spaziergang fahren wir nach Piriac-sur-Mer, wo wir uns bei einem Spaziergang wieder die Füße vertreten. Hier bläst der Wind und die See ist sehr unruhig. Der weitere Tagesverlauf führt uns von Piriac-sur-Mer zurück über La Tourballe, die Salzgärten "Terre de Sel" südwestlich von Guerande entlang, nach Batz-sur-Mer und Rochers mit ziemlich rauer See und sich an den Felsen brechenden Wellen. In La Baule steuern wir einen Parkplatz am Hafen zur Übernachtung an. (51km)

Samstag, 18.06.2011

La Baule_Le Grand Blockhaus_Herbinac_Ile de Fédrun_St.Nazaire_Pornic

Der Tag beginnt mit einem Morgenspaziergang zur Hafenmündung und zurück in die Stadt bevor wir zum "Le Grand Blockhaus" in Batz-sur-Mer zurückfahren. "Le Grand Blockhaus" ist ein sehr gut erhaltener Befehlsstand aus dem 2.Weltkrieg. Es ist einer der größten je gebauten Bunker des Atlantikwalls und ist heute als Museum eingerichtet, in dem man die Atmosphäre eines 300qm großen fünfstöckigen Bunkers mit Funkstelle, Besatzungswohnräumen, Waffenraum, Maschinenraum und allen Einrichtungen der damaligen Zeit authentisch nachvollziehen kann. Nur wenige Kilometer östlich liegt St.Nazaire und die Brücke "Pont de Saint-Nazaire" über die Loire. Bei der Durchfahrt empfängt uns ein Trubel um das Hafengelände. Wir sind am dem Haupttag eines Hafenfestes mit Vorführungen der "Sauveteurs en Mer" (Seerettung) angekommen. Zusätzlich zu den Vorführungen sind zahlreiche Renn-Segelyachten, Katamarane und Trimarane riesigen Ausmaßes im Hafenbecken versammelt, alles Teilnehmer an der 40-Stunden-Regatta von St.Nazaire nach Sainte-Marine, nahe Pont-Abbé und wieder zurück, die in den nächsten Tagen gestartet werden soll. Auch hier haben die Deutschen riesige Unterstände für U-Boote gebaut, die weder durch Bombardements noch durch versuchte Sprengungen kaputt zu kriegen sind (bis zu 4m dicke Stahlbetonwände und -decken). St.Nazaire hat im Umkreis vom Hafen nicht viel Touristisches zu bieten daher fahren wir weiter über die "Pont du St.Nazaire", die über die Loire-Mündung führt bis Pornic im Süden und übernachten dort auf einem Parkplatz. (76km)

Sonntag, 19.06.2011

Pornic_Nantes_Chateau de Goulaine_Liré_La Turmelière_Bouzille

Wir sind schon früh in Nantes und finden einen riesigen Parkplatz am Square J.B Daviais nur 300m vom Stadtzentrum entfernt, der noch fast leer ist. Nachdem wir heute früh ohne Frühstückskaffee aufgebrochen sind, endet unser erster Weg in Nantes in einem Cafè. Gestärkt beginnen wir unseren Stadtrundgang mit einem Spaziergang durch Gassen und über Plätze zur Kathedrale St.Peter und Paul, zum Schloß, dem Chateau des Ducs de Bretagne, wo wir einen Rundgang auf der das Schloß umgebenden Mauer machen. "Le Lieu unique", das wir von der Mauer aus sehen, ist ein Kulturzentrum und fällt durch seinen Turm auf. Ein paar Straßen weiter kommen wir zur Kirche Ste-Croix mit ihrem extravaganten Turm und zur Basilika Saint Nicolas. Der Loire abwärts folgend kommen wir noch zur Kirche Notre Dame du Bon Port, bevor wir wieder zurück ins Zentrum gehen. Wir wollen zum berühmten Café-Restaurant "La Cigalle". Leider ist dort ohne Reservierung am Sonntag mittags kein Platz zu bekommen. Wir setzen uns auf die Terasse auf einen Kaffee. Über die kunstvoll gestaltete "Passage Pommeraye" aus der Mitte des 19.Jahrhunderts kommen wir wieder zu unserem Parkplatz bei der Mediathek. Jetzt ist er voll und zig Autos kreisen, um einen freien Platz zu ergattern. Zwei davon werden sich freuen, da wir jetzt wegfahren. Etwas zu spät für eine große Führung, die bereits begonnen hat, kommen wir zu unserem ersten Loire-Schloß, dem Schloß Goulaine. Eine ältere, sehr gepflegte Dame am Empfang hat Mitleid mit uns und bietet sich an uns durch das Schloß, das sich in Privatbesitz befindet zu führen. Wie sich herausstellt, ist es die Besitzerin selbst Mme. Gudrun de Goulaine, eine Deutsche, die Robert de Goulaine geheiratet hat. Wir bekommen dadurch sogar eine hervorragende Führung in deutscher Sprache von einer äußerst charmanten Dame, die uns viele Hintergrundinformationen erzählt, die man sonst wahrscheinlich nicht erfahren würde, z.B. daß Schlösser, die sich in Frankreich in Privatbesitz befinden, keinerlei Subventionen erhalten und sich selbst finanzieren müssen. Schloß Goulaine ist so eines der letzten Schlösser, die noch selbst Wein produzieren. Im Schloß befinden sich noch zwei Kleinode, von denen wir eines noch besichtigt haben : Das Museum der in der Nachbarschaft gelegenen Kecksfabrik LU mit Plakaten aus vielen Jahren Firmengeschichte, die z.T. an Kunstwerke von Toulouse Lautrec erinnerten. Das zweite Kleinod besichtigten wir nicht, es handelt sich dabei um eine Voglière mit hunderten tropischen Schmetterlingen, das Hobby eines der Söhne Goulaine. Wir waren vor kurzer Zeit erst in der Voglière in Bordano in Italien. Ich glaube im Nachhinein, daß die Schloßherrin sehr stolz darauf ist und uns das noch gerne gezeigt hätte, da die Vogliere von einem Ihrer Söhne aufgebaut wurde. Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz finden wir durch Zufall, weil wir über den Baumwipfeln einen Hausaufsatz sehen, der an eine Sternwarte erinnert, das Chateau de la Turmelière. Es ist geschlossen, interessiert uns auch nicht besonders, bietet uns aber einen schönen Abendspaziergang rund ums Schloß und durch den Schloßpark. In Bouzille, südlich von Ancenis übernachten wir auf einem Parkplatz. (117km)

Montag, 20.06.2011

Bouzille_Chateau Serrant_Angère_Chateau St.Ouen bei Chemaze

Die 12. Woche unseres Urlaubs beginnt mit einem wolkig grauen, aber nicht unfreundlichen Himmel und wir besichtigen das Chateau de Serrant, allerdings nur von außen. Der Baubeginn dieses Schlosses war schon vor 1550. Das Schloß beherbergt ein Restaurant, das im grünen Michelin-Führer 3 Sterne hat. Im Anschluß fahren wir nach Angèrs, wo Maine und Loire zusammenfließen. Angèrs war die alte Hauptstadt des Anjou, einer bekannten Weinlandschaft an der Loire und ist mit seiner gewaltigen Festungsanlage rund um das Schloß absolut sehenswert. Die Anfänge dieser Stadt gehen zurück bis in die Keltenzeit. Beim Maison d'Adam rasten wir in einem Café und bewundern die Holzschnitzereien an der Fassade dieses alten Fachwerkhauses. Ohne Hinweis, hätten wir aber die Figur, die den Betrachtern sein blankes Hinterteil und seine intimsten Teile zeigt, nicht gefunden. Der nächste Schritt auf unserer Reise ist das Chateau St.Ouen bei Chemaze, etwas südwestlich von Chateau-Gontier. Das Schloß scheint menschenleer, wir können uns feei bewegen und sehen keine Menschenseele. Wir übernachten nahe bei einer Außenstation des Nationalgestüts Haras auf einem Parkplatz am Fluß Mayenne. (134km)

Dienstag, 21.06.2011
 

Chemaze_Chateau Le Plessis-Bourré_Chateau Durtal_Chateau Le Lude_
Chateau de Baugé_Chateau Fontaine-Milon_Chateau Montgeoffroy_Saumur

Heute wollen wir einige Schlösser besichtigen, die wir in unserem Loire-Schlösser-Bildband (ein 10-Euro-Schnäppchen, bei Buchhandlung Moser in Graz erstanden). Wir beginnen mit dem Chateau Le Plessis-Bourré, 15 km nördlich von Angèrs, im Département Maine-et-Loire. Das feudale Schloß wurde im ausgehenden Mittelalter innerhalb von nur fünf Jahren erbaut und präsentiert sich dem Besucher von heute praktisch unverändert. Es ist von einem breiten Wassergraben umgeben, das Eingangstor zieren zwei Pechnasen, was dem Ganzen ein etwas Kriegerisches gibt, es war aber nur eine Wohngelegenheit für verschiedene Ludwigs, ihrerseits Könige von Frankreich. Als nächstes geht's zum Chateau de Durtal. Diese Burganlage an diesem strategisch günstigen Platz am Rande des Loirtals wurde Anfang des 11. Jahrhunderts errichtet und im 15. und 16,Jahrhundert mehrfach umgebaut. Ihre Aufgabe war, die Stadt Angèrs zu schützen. Als nächstes auf der Liste ist das Schloß Le Lude, das sich seit 250 Jahren in Privatbesitz befindet. Es beinhaltet eine Vielfalt von Architekturstilen, die von der Gotik bis zum Klassizismus reichen. Ein sehr schönes, imposantes Schloß, das seinen Eindruck von Reichtum nicht verfehlt. Die Ursprünge dieses Schlosses gehen zurück auf das 10.Jahrhundert. Am Weg zurück nach Süden, nach Saunur kommen wir auch zum Ort Vieil-Baugé und zum Schloß Baugé. Der Haupttrakt ist der einzige noch erhaltene Teil einer Burganlage, deren Ringmauer früher einmal Höfe, Gärten und Nebengebäude umschloß. Am Weg nach Montgeoffroy, wo wir für heute das letzte Schloß besuchen wollen, sehen wir noch ein kleines verlassenes Schloß bei Fontaine-Milon. Und wenige Kilometer danach passiert's : Karin bemerkt ein komisches Geräusch recht hinten am Fahrzeug. Komische Geräusche am Fahrzeug veranlassen mich immer zu einem sofortigen Stop. Schon beim Aussteigen rieche ich heißen Gummi (unser TireMoni hat schon vor einiger Zeit seinen Geist aufgegeben). Ein "Patschen" erwartet mich als ich ums Heck herum zum rechten Hinterrad komme, dies ist Panne Nr.5. Vor der Abreise habe ich mir noch einen Reservereifen zugelegt, hätte aber den Ratschlägen des Reifenverkäufers nicht folgen sollen, der meinte, "Wagenheber brauchen Sie keinen, Sie werden doch in Ihrem Alter keinen 40kg schweren Ersatzreifen wechseln, da rufen Sie den ÖAMTC oder eine deren Partnerfirmen". So stand ich also da, mit einem Ersatzreifen, aber ohne Wagenheber und ohne Werkzeug, um die Radmuttern zu lösen - das würde ich ja auch nicht brauchen, wenn eh einer von einem Autoclub kommen würde. Das Reifenset hätte in diesem Fall auch nicht geholfen, weil an der Lauffläche ein 7cm langer Schnitt dem Reifen den Garaus gemacht hatte. Das Ganze auf einer im Atlas weiß gekennzeichneten Straße ohne Nummer, kaum breiter als unser Wohnmobil. Der entgegenkommende Schulbus mußte durch den Straßengraben ausweichen. Ich hätte einer Hilfe nur den GPS-Standort mitteilen können. ABER : innerhalb von 5 Minuten hielten 3 Franzosen, die alle helfen wollten. Der Erste warf sich gleich unter das Auto, fragte, ob ich ein Reserverad hätte, was ich bejate, bei der Frage nach Wagenheber und Kreuzschlüssel für die Radmuttern mußte ich kleinlaut mitteilen, daß ich die nicht mit habe - ich hab gelogen und sagte, ich hätte sie unglücklicherweise zu hause vergessen. Den Blick mit dem er mich darauf ansah werde ich nie vergessen, er drückte etwas wie "was bist Du doch für blöder Hund, ich kann es nicht glauben" aus. Trotzdem versuchte er unser Mobil mit seinem Scheren-Wagenheber anzuheben, was nicht gelang. Da hatte ich wieder etwas Oberwasser, denn bei meinem Wohnmobil war auch nur ein solcher dabei, der, wie ich jetzt feststellte, aber eh für die Katz gewesen wäre, hätte ich ihn mitgehabt. Der Franzose erzählte mir, er wäre auch ein Wohnmobilist und würde jetzt seine Frau bitten, mit dem 4to-Hydraulik-Wagenhebr zu kommen. Dazu wollte er nicht einmal unser Handy benutzen sondern nahm sein eigenes. Nach 10 Minuten kam seine Frau mit dem Hydraulik-Wagenheber, mit dem es gelang, unser 3,9t schweres Mobil aufzuheben. Dann konnten wir endlich den Reifen wechseln. Während unserer Arbeit blieben mindestens 5 andere Franzosen stehen und fragten, ob sie helfen können. Eine Bezahlung lehnten er und seine Frau strikte ab mit der Begründung, wir Wohnmobilisten müssen uns doch gegenseitig helfen, wo kämen wir denn sonst hin. Eine Flasche steirischen Weines und eine Visitenkarte verbunden mit einer Einladung, falls sie nach Österreich kommen sollten, konnten wir ihnen dann doch noch aufdrängen. Nach getaner Arbeit waren dann beide so schnell verschwunden, daß wir jetzt nicht einmal ihren Namen und ihre Adresse wissen. Schade ! Vielleicht kommen sie ja doch einmal nach Österreich und melden sich. Daß sie diese Zeilen lesen, ist unwahrscheinlich, da beide nur Französisch sprachen. Zum Schluß sagten sie uns noch, daß es in Saumur große Reifenhändler gibt, wo wir unseren kaputten gegen einen intakten Reifen wechseln können. Da geht die Geschichte dann morgen weiter. So eine Hilfsbereitschaft haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Heute absolvieren wir noch unseren geplanten Besuch beim Schloß Montgeoffroy, einem Schloß aus dem 18.Jahrhundert, das weitgehendst im Original erhalten ist. Erst dann fahren wir nach Saumur, wohin wir heute gar nicht mehr wollten. Wir finden im Industriegebiet etwa 10km außerhalb der Stadt die Fa. Euromaster, bei der wir auch in Graz unsere Reifen wechseln. Es ist mittlerweile 20 Uhr und wir übernachten auf dem Parkplatz vor dem Firmengelände, um morgen in der Früh schon da zu sein, wenn geöffnet wird. Das Drama um den Reifen allerdings sollte noch nicht zu Ende sein. (198km)

Mittwoch, 22.06.2011
 

Saumur_Rochemenier_Chateau Brissac_Chateau Bézé_
Chateau Montreuil-Bellay_Saumur

Sofort um acht Uhr waren wir im Geschäft von Euromaster. Wir wollten einen Reifen Continental Vanco Camper 215/70 R15 CP. Nach längerer Suche im Computer stellte sich heraus, es gab von diesem Reifen nur einen einzigen in ganz Nordfrankreich, da für Frankreich alle Wohnmobile mit Michelin-Reifen ausgestattet werden bzw. werden müssen, wenn sie importiert werden. Wir bestellten das einzige Exemplar, mit dem Risiko, daß gerade vor uns einer diesen Reifen auch bestellt hat, dann würden wir ihn nicht bekommen. Wann der Verkäufer das wüßte, fragten wir. Am Freitag, entweder kommt der Reifen am Freitag Vormittag oder eben nicht, war seine Antwort. Na gut, Saumur hat selbst ein sehenswertes Schloß und liegt ziemlich zentral zwischen Schlössern, die wir ohnedies alle besuchen wollten, so haben wir wenigstens was zu tun in den kommenden zwei Tagen. Als erstes jedoch kauften wir einen Radmuttern-Kreuzschlüssel und einen hydraulischen Wagenheber. Zumindest das hatten wir jetzt, aber dafür keinen Ersatzreifen mehr. "Wird schon gutgehen" war unsere Devise und wenn nicht, sehen wir eben dann weiter. Die Telefonnummer vom "Euromaster" hatten wir ja und zur Not tut's ein Conti Vanco 2 in der richtigen Dimension ja auch (hat dieselben Werte wie die Camper-Version). Dann gings weiter zur nächsten Besichtigung, nach Rochemenier. Rochemenier ist ein Höhlendorf, das in einer Ebene unter der Erdoberfläche liegt. Hier gab es keine natürlichen Höhlen. Sie wurden durch Menschenhand aus dem Sandstein gehauen. Zu besichtigen sind zwei vollständig erhaltene, alte, in den Sandstein gehauene Bauernhöfe mit Weinpressen, Wohnungen und Nebengebäuden mit allen Einrichtungsgegenständen und eine unterirdische Kapelle in Kreuzform ist zu sehen. Viele Fotos an den Wänden zeigen die Bewohner dieser Häuser bzw. Dorfgemeinschaften in ihrem damaligen Leben. Das ganze Dorf Rochemenier besteht aus 250 Höhlen dieser Art verteilt auf 14 Bauernhöfe. Die erste Höhle stammt vermutlich aus dem 13.Jahrhundert. Diese Höfe waren bis etwa 1930 noch zum Teil bewohnt. Vorbei am Pilz-Zuchtgebiet "Le Saut aux Loups", wo in riesigen Stollen, die schon zu Urzeiten bewohnt waren, seit dem 19.Jahrhundert nach althergebrachten und modernen Methoden Pilze, vorwiegend Champignons, gezüchtet werden. Von den Behausungen armer Landbauern zurück in die Welt der feinen Gesellschaft : Chateau Brissac ist unser nächstes Ziel. Dieses Schloß ist das höchste der Loire-Schlösser mit 7 Stockwerken. Dieses Schloß ist Beispiel für nahezu alle Schlösser hier. Ein Schloß folgt dem anderen, entsteht auf den Fundamenten des Vorgängers und verwendet dessen Baustoffe wieder. Das Schloß wurde im 15.Jahrhundert wieder aufgebaut, das moderne Schloß entstand um 1615 und ist heute die Residenz des 13.Herzogs von Brissac. Das neue Schloß hat das Alte aber noch nicht verschwinden lassen, das sieht man an den beiden Rundtürmen, wo noch Mauern des alten Schlosses sichtbar sind. Ein großer Park mit jahrhundertalten Bäumen umschließt das Schloß, das mit einer üppigen Innenausstattung glänzt und sogar ein kleines Opernhaus beherbergt, das 1883 im Stil des 17.Jahrhunderts eingebaut wurde. Als nächstes kommen wir vorbei an Chateau Boumois und über Saumur zum Chateau Brézé. Dieses Schloß ist ein Renaissance-Meisterwerk, das zwischen dem 11. und dem 19. Jahrhundert erbaut wurde. Ein Umbau und Restaurierung fanden im 19. Jahrhundert statt. Das Schloß gilt als historisches Denkmal der Route des Tals der Könige. Die Domaine befindet sich seit mehr als drei Jahrhunderten im Besitz der selben Familie, da der jetzige Eigentümer, Jean de Colbert, mütterlicherseits Erbe der Markgrafen de Dreux-Brézé ist. Seit dem 16. Jahrhundert haben die Markgrafen de Maillé-Brézé, de Dreux-Brézé und die Grafen von Colbert das Weingut des Schlosses betrieben. Gerühmt von den Grossen jener Zeit, war der Wein von Brézé in dieser Epoche an den großen Höfen Europas präsent. Bevor wir uns einen Übernachtungsplatz in Saumur suchen, besuchen wir noch das Schloß Montreuil-Bellay. Es ist ein Renessance-Schloß und liegt am Fluß Thouet. Die Geschichte des Schlosses geht bis ins 14. und 15.Jahrhundert zurück. Im Gewerbegebiet von Saumur übernachten wir auf dem Parkplatz des Kaufhauses "Netto". (144)

Donnerstag, 23.06.2011

Saumur

Wir wollen uns heute nicht mehr weit von Saunur entfernen und Saumur besichtigen und fahren dazu auf den dortigen Campingplatz, von dem es zu Fuß nicht weit zum Zentrum ist. Das Schloß von Saumur thront hoch über der Stadt. Es wurde gemeinsam mit dem Schloß von Angèrs als Festung am Ufer der Loire gegen die Engländer erbaut, nachdem zu Beginn des 13.Jahrhunterts das Anjou von diesen zurückgewonnen werden konnte. Das Schloß wurde in den folgenden Jahrhunderten mehfach neu- und umgebaut. Die Weine des Anjou und im Speziellen von Saumur sind nicht nur Kennern als erstklassig bekannt, auch uns haben sie hervorragend gemundet. Wir übernachten auf dem Campingplatz. (10km)

Freitag, 24.06.2011

Saumur_Chateau Montsoreau_Abbaye de Fontevraud_Chinon

Ein Tag wie Weihnachten vor der Geschenksverteilung : kommt der Reifen oder kommt er nicht ? Wir haben vereinbart, daß uns der Händler sofort anruft, wenn der Reifen gekommen ist. Um uns nicht zu weit von Saumur zu entfernen, fahren wir nach Monsoreau zum Chateau de la Dame de Monsoreau, nur wenige Kilometer Loire aufwärts liegt es an der Mündung des Flusses Vienne in die Loire. Es liegt sozusagen im Dreiländereck Anjou, Touraine und Poitou. Alexandre Dumas Schrieb über die Besitzerin das Buch "Die Dame von Monsoreau". Heute ist nur mehr der Wohntrakt übrig. Die Straße, die heute das Schloß von der Loire trennt, wurde erst im 19.Jahrhundert gebaut, ursprünglich lag das Schloß direkt am Fluß. Mittlerweile ist es 11 Uhr. Wir fahren zurück nach Saumur ins Gewerbegebiet gegenüber dem Reifenhändler und warten. Endlich kommt der Anruf, der Reifen ist da und schon montiert, wir können zum Reifenwechsel kommen. Der Reifenhändler ist genau vis á vis von uns, trotzdem müssen wir noch etwa 8km fahren, um zu ihm zu kommen, da uns eine 4-spurige Straße mit Beton-Mittelstück von ihm trennt. 180 Euro und ein Reifen wechseln die Besitzer, aber wir haben ab sofort wieder einen einsatzbereiten Reservereifen. Wir sind jetzt sicher um 500kg leichter, das muß der Stein sein, der uns vom Herzen gefallen ist, als wir den neuen Reifen montiert bekommen haben. Damit ist Panne Nr.5 gut ausgegangen. Wir fahren zur Abbaye de Fontevraud, gebaut 1101, sie ist die größte Klosterstadt Frankreichs und ist UNESCO-geschützt. Fontevraud bestand ursprünglich aus 4 Klöstern und hatte einen Doppelorden unter einer Äbtissin. Nach der Französischen Revolution wurde Fontevraud zu einem Riesigen Gefängnis für 2000 Insaßen umgewandelt. Wir fahren weiter am linken Loire-Ufer nach Chinon mit seiner die Stadt überstrahlenden Burg. Diese erstreckt sich über 430 Meter in die Länge und 85 Meter in die Breite, der Turm erreicht eine Höhe von knapp 40 Metern. Die Burg Chinon wurde zeitweilig auch von Richard Löwenherz bewohnt. Aber auch ein Atomkraftwerk strahlt in der Nähe von Chinon (hoffentlich nicht !) herum. Zur Übernachtung finden wir einen Parkplatz am Vienne-Ufer. (109km)

Samstag, 25.06.2011

Chinon_Chateau Ussé_Langeais_Azay le Rideau_Villandry_Tours

Der erste Herr des Gutes Ussé war ein Wickinger namens Gelduin I., der 1004 eine Festung aus Holz baute. Das Schloss Ussé wurde um 1450 erbaut, die Kirche 1520. Auch dieses Schloß wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder den neueren Anforderungen gerecht umgebaut. Es beherbergt eine für Kinder gemachte Geschichte des Dornröschens in Form lebensgroßer Figuren in den Räumen des einen Flügels. In den anderen Räumen wird das damalige Leben und die damalige Kleidung in lebensgroßen Figuren in den Prunkräumen dargestellt. Diese Form der Präsentation ist im Loiretal einmalig. Über eine Brücke kommen wir ans nördliche Loireufer in die Stadt Langeais mit seinem aus dem Jahr 1465 durch Louis XI. erbauten Schloß. Ein Rundgang zum Füße vertreten und ein Kaffee in einem sonnigen Schanigarten (heißt auf Französisch sicher eleganter) sind hier genug. Wir fahren weiter über Azay-le-Rideau nach Villandry. Das Chateau de Villandry wurde 1536 fertiggestellt und zählt zu den größten und bedeutendsten Renaissance-Schlösseren, die an den Ufern der Loire gebaut wurden. Die Bilder vom Schloß und den Ziergärten sprechen für sich. Das Schloß wurde auf den Fundamenten einer Festung aus dem 12.Jahrhundert erbaut. In dieser Festung wurde 1189 der "Friede von Colombiers" (so hieß Villandry früher) geschlossen, bei dem England seine Niederlage gegen Frankreich eingestand. Es ist kein Wunder, daß die beiden sich auch heute noch nicht mögen. Wir übernachten auf einem Parkplatz (Parking Blanqui) am Rande von Tours an der Loire, etwas außerhalb des Zentrums. (104km)

Sonntag, 26.06.2011

Tours_Amboise_Pagode von Chanteloup_Ambois

Heute ist es sehr, sehr heiß. Eigentlich nichts für einen Stadtrundgang in Tours. Aber nachdem wir schon einmal da sind, muß es wohl sein. Es gibt einige schöne Gebäude und Plätze, viele Fachwerkhäuser, einen prunkvollen Dom, ein verspieltes, aber Eindruck machendes Rathaus (Hotel de Ville) und eine Basilika St.Martin, in der wir keine Fotos machen konnten, da gerade ein Hochamt gefeiert wurde. Obwohl uns die Pagode von Chanteauloup nicht besonders reizt, fahren wir hin. Die Pagode im Stil Ludwig XVI. wurde 1775 erbaut, ist 44 Meter hoch und steht in einem 14ha großen Park, es ist das einzige Überbleibsel einer ehemaligen Burg. Eine Baustelle und trotzdem ein hoher Eintrittspreis läßt uns mit 2 gemachten Fotos wieder abziehen. Wir übernachten in Amboise auf einem Parkplatz. (34km)

Montag, 27.06.2011

Amboise_Chenonceau_Loches

Amboise und seinem Schloß widmen wir den halben Tag. Die Geschichte dieses Schlosses beginnt schon recht makaber : Karl VIII. wurde in diesem Schloß 1431 geboren. Nach seiner Heirat mit der berühmten Anne de Bretagne im Jahr 1491 begann er mit dem völligen Neubau des Schlosses. Sein Werk blieb allerdings unvollendet, weil er mit dem Kopf an einen niedrigen Türsturz im Schloß stieß und an den Folgen 1498 starb. Das Schloss von Amboise gilt als "die Wiege der Renaissance in Frankreich". Im 19.Jahrhundert wurde das Schloß komplett umgebaut und restauriert. Immer wieder war auch dieses Schloß Gefängnis. Leonardo da Vinci verbrachte im Herrenhaus Clos-Lucé unterhalb des Schlosses die letzten drei Jahre seines Lebens, vom Frühling 1516 bis Mai 1519. Ein besonderes Extra ist eine Rampe im Minimes-Turm, auf der man von der Loire hinauf zum Schloß reiten konnte, der Hurtault-Turm bietet den gleichen Zugang auf der anderen Seite. Vorbild dazu war wahrscheinlich die Reiterrampe im Schloß von Urbino in Italien. Die auf dem Schloßgeläde befindliche Kapelle St.Hubert ist im flämischen Stil erbaut. Das nächste Schloß hat einen bekannten Namen : Chenonceau am Fluß Chèr. Das Schloss Chenonceau ist ein Wasserschloss. Sein Hauptgebäude steht - von Wasser umgeben - am nördlichen Ufer des Cher, während die später errichtete Galerie den Fluss überbrückt. Die fast 800 Jahre alte Geschichte Chenonceaus wurde immer von Frauen geprägt, auf deren Geheiß das Schloss zu seiner heutigen Erscheinung ausgebaut wurde. Frauen machten es zum Mittelpunkt ausschweifender Festivitäten des französischen Königshofs und zeitweilig zu einem Treffpunkt illustrer Gäste aus Kunst und Kultur. Sehr viele Leute schwirren hier herum obwohl die Temperatur bereits 37░C erreicht hat. Wir fahren nach der Besichtigung weiter nach Loches, um auf einem Campingplatz mit Strom unsere Klimaanlage in der Garage anzuwerfen, damit wir bei dieser Hitze schlafen können. Doch auch hier schlägt der Pannenteufel zu. Nach einer Stunde fällt unsere Klimaanlage aus. Wir können den Fehler nicht finden (Panne Nr.6). Erst zu hause sollten sich zwei Fehler ergeben. Erstens wurde beim Einbau keine Verbindung zum Inneren des Fahrzeugs geschaffen und damit hatte die Klimaanlage in der vollgepackten Garage zu wenig Luft um zu arbeiten, denn sie nimmt nur einen Teil der benötigten Luft über einen Zuluft-Stutzen über den Wohnmobil-Boden auf und zweitens war durch die entstehende Wärme eine Sicherung, die sich im Inneren der verbauten Klimaanlage befindet, durchgebrannt. Mit (mindestens) zwei Flaschen Wein intus ließ es sich aber auch bei einer Nachttemperatur von 30░ schlafen. (53km)

Dienstag, 28.06.2011

Loches_Valenšay_Chateau de Cheverny

Das Schloss Loches ist ein Schloss auf einem Felsplateau am linken Ufer des Indre oberhalb der gleichnamigen Stadt. Die aus drei Gebäudekomplexen bestehende Anlage, darunter einer der ältesten Donjons Frankreichs, zählt zu den besterhaltenen europäischen Architekturensembles des Mittelalters. Ein Donjon ist ein Wohnturm und Wehrturm einer mittelalterlichen Burg des französischen Kulturkreises. Die Schlossanlage ist von einer fast zwei Kilometer langen Ringmauer umgeben. Das nächste Schloß, Schloss Valenšay erweckt den Eindruck, als sei es im 16. Jahrhundert erbaut worden, dabei hat es seine endgültige Gestalt erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten. Prominentester Gast war von 1808 bis 1814 der spanische König Ferdinand VII., den Napoléon nach Valenšay zu dem in Ungnade gefallenen Minister Talleyrand in die Verbannung geschickt hatte. Die Besichtigung des Schlosses beschränkt sich auf wenige Räume des Parkflügels. Die Ausstattung hinterlässt jedoch einen bleibenden Eindruck und vermittelt ein Bild der Ansprüche, welche "die Überlebenden der früheren Gesellschaft", sprich vornehme Gefangene, Anfang des 19. Jahrhunderts an den Wohnkomfort stellten. Wir fahren um die Ecke zum "Musée de l'Automobile" (Automobilmuseum) am Ortsausgang Richtung Blois, dort sind ca. 60 Oldtimer von 1898 bis 1971, vorwiegend französische Marken, zu besichtigen. Da es schon fortgeschrittener Nachmittag ist fahren wir weiter nach Cheverny, damit wir morgen früh zur Besichtigung dort sind. Wir sind froh über die Gewitter am Abend, nach zwei sehr heißen Nächten können wir wieder bei normalen Temperaturen schlafen. Wir stehen zusammen mit einem anderen Wohnmobil aus dem Elsaß auf einem Parkplatz, der für die Besucher des Schlosses vorgesehen ist. (104km)

Mittwoch, 29.06.2011

Chateau de Cheverny_Fougère_Chaumont_Beauregard_Blois

Schloss Cheverny ist ein Loireschloss in der Ortschaft Cheverny, wenige Kilometer südlich der Stadt Blois. Es beindruckt durch seine Pracht, seine reichhaltige Ausstattung und den raffinierten Charme seiner Dekoration. Das Schloss ist mit den prächtigsten Möbeln im Loiretal ausgestattet. Sehenswert sind außerdem Dekoration, Meistergemälde, Wandteppiche aus den Pariser Ateliers und flämische Wandteppiche aus dem XIV.Jh. Cheverny ist auch eine Hochburg der Hetzjagd und der Besucher kann dem einzigartigen Erlebnis einer Jagdhundefütterung beiwohnen, nachdem er einen Spaziergang durch den Park gemacht hat. Das nächste Schloss, Schloß Fougères-sur-Bièvre steht in Zentrum des gleichnamigen französischen Ortes am Ufer des Bièvre im Département Loir-et-Cher. Es wurde am Ende des 15. Jahrhunderts als befestigter Landsitz der Familie de Refuge errichtet, die damit ihren sozialen Aufstieg innerhalb des französischen Adels dokumentierte. Die Anlage ist eines der letzten Beispiele für die niedergehende Militärarchitektur in Frankreich und einzigartig in der Region, denn während dort noch eine Wehranlage nach mittelalterlichem Vorbild errichtet wurde, verfolgten die Architekten benachbarter Adelssitze bereits das Konzept des bequemeren Wohnschlosses. Die Häuser der Ortschaft Chaumont stehen in einer langen Reihe entlang des Ufers der Loire. Darüber, auf einer steilen Böschung gelegen, bildet Schloss Chaumont einen kulissenartigen Abschluss. Im Schloß sind u.a. die Zimmer der beiden Rivalinnen Katharina de Medici und Diana von Poitiers sowie der mit spanischen Fliesen aus dem 17. Jahrhundert ausgelegte Ratssaal von Interesse. Bei Schloß Beauregard macht schon der Park einen ungepflegten Eindruck, daher gibt es auch keine Fotos. Im Inneren sind nur wenig Räume zu besichtigen, hauptsächlich interessant sind die 300 Bilder der verschiedenen Könige und Adeligen, allerdings wüßte man nach dem 10.Bild nicht mehr, wer wer ist. Daher gibt es auch von Innen keine Fotos. 10 Euro Eintritt sind im Vergleich zu anderen Schlössern viel zu viel. Nach Blois ist es nicht weit und Parkplätze sind dort in der Stadt so gut wie nicht vorhanden. Wir fahren auf einen Stellplatz, der nur 10 Minuten vom Zentrum entfernt liegt und machen noch einen kurzen Spaziergang zum Schloß und zum "Maison de la Magie". Es ist ein dem französischen Magier Robert Houdin (nicht zu verwechseln mit dem US-Entfesselungskünstler Harry Houdini) gewidmetes Museum, das eine Einführung in die Geschichte der Zauberei bietet und zugleich auch das Nationale Konservatorium für Zauberkunst ist. Richtig ansehen wollen wir das Schloß und Blois erst morgen. (71km)

Donnerstag, 30.06.2011

Blois

Wir begeben uns bei herrlichem Wetter zu einer Besichtigung des Schlosses von Blois und anschließend zu einem ausgiebigen Rundgang durch die Stadt. Wir haben nicht vor, heute noch weiterzufahren. Das Schloß besteht aus vier Gebäudeteilen aus verschiedenen Baustilen, Gotik, Spätgotik, Renaissance und Klassizismus. Der Generalständesaal im gotischen Teil ist der größte gotische Saal aus dem XIII. Jahrhundert in Frankreich. Alle Räume sind prunkvoll ausgestaltet und wir genießen es wieder einmal, alles ohne Führer nur mit unseren Audioguides ansehen zu können. In den diversen Salons erinnern die Buchstaben "L" und "A", die öfter über Kaminen zu sehen sind, an König Ludwigs XII. und Königin Anne de Bretagne. Der anschließende Bummel durch die Stadt führt uns zur Kirche Saint-Nicolas. Sie ist eine vierjochige Basilika mit Doppelturm-Fassade, Querschiff und zweijochigem, von Kapellen begleiteten Umgangschor. Nur die Apsiskapelle wurde zu einem späteren Zeitpunkt, im 14. Jahrhundert, angefügt. Später kommen wir vorbei an sehr alten Fachwerkhäusern auf eine Aussichtsplattform beim Rathaus und zur Kathedrale Saint-Louis. Am Platz Louis XII., gleich beim gleichnamigen Brunnen, nehmen wir noch ein "Abendbier". Am Heimweg kommen wir nochmals bei der Kirche St.Vincent und beim Schloß vorbei. Beim Schloß befindet sich in der Orangerie ein Restaurant. Ich konnte nicht an der Speisekarte vorbei gehen, ohne ein Foto von den angebotenen Köstlichkeiten allerdings auch der Preise zu machen, bevor wir wieder zurück zu unserem Standplatz gehen. (0km)

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Die Fotos wurden ohne Stativ und meist auch ohne Blitz aus der Hand gemacht, (nicht nur weil Stativ und Blitz fast überall verboten sind, aber auch deshalb) mit einer NIKON D5500 mit 24,2 Megapixel mit Nikon-Objektiv AF-S DX NIKKOR 18-200mm f/3.5-5.6G ED VR II ohne Filter und mit einer Kompaktkamera SONY DSC-WX300 mit 18 Megapixel und 20-fach Zoom,
Sony Lens 4,6-86mm f/3.5-6.5
manchmal, wenn Fotografieren verboten war, auch mit dem Mobiltelefon.


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