Südtirol-Trentino-Engadin-Graubünden-Bregenzer Wald-Teil1


Südtirol-Trentino-Engadin-Graubünden-
Hochtannberg-Swarovskis Kristallwelten
Reisebericht

05. - 16.09.2010
mit dem Wohnmobil

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Wohnmobil-Reise Südtirol - Reisebericht

05.09.2010 : Heute haben wir eine Südtirol-Fahrt begonnen. Graz - Lienz : Haben auf einem 1A-Campingplatz am Tristachersee übernachtet und sind am
06.09. : vormittags in Lienz und auf Burg Bruck herumspaziert. War mit unserem 7,45m langen "Trum" gar nicht so leicht, einen Parkplatz in Lienz in vernünftigem Geh-Abstand zum Zentrum zu finden. Ein freundlicher Mödlinger PKW hat uns aber 2 hintereinanderliegende Parkplätze frei gemacht und so ging's. Weiter ging es über Toblach Richtung Misurinasee. Weil so schönes Wetter mit blauem Himmel war, beschlossen wir, die 30 Euro für eine Auffahrt zum Fuß der drei Zinnen auszugeben. Bei der Bergfahrt begannen sich allerdings die Berge in dichte Nebelwolken zu hüllen und als wir am Fuß der drei Zinnen ankamen, sahen wir gerade noch über den halben Parkplatz, der Rest war Nebel. Wir haben eine halbe Stunde gewartet, aber als der Nebel immer dichter wurde, blieb nichts anderes übrig, als die 30 Euro als Verlust abzuschreiben und wieder ins Tal zu fahren. Übernachtet haben wir auf dem Stellplatz am Misurinasee mit Ver- und Entsorgung, allerdings ohne Strom. In der Nacht kam Regen, der auch in der Früh noch da war und der Wetterbericht versprach auch in den nächsten Tagen Regen in den Alpen. Nichts wie weg - aber wohin ?
07.09. : Belluno und Trient kannten wir noch nicht, also hin. Unterwegs Cortina d'Ampezzo anschauen wäre auch ganz schön. Diesen Gedanken hatten aber schon ca. 50.000 Andere. Kein einziger PKW-Parkplatz frei, geschweige denn einer für unser Wohnmobil. Also einfach durch und weiter nach Belluno. Über eine Straße am Hang von tiefen Tälern, die manchmal wie Schluchten anmuteten, ging es nach Süden. Unter Belluno an der Piave gibt es einen großen Parkplatz gegen Gebühr, auf dem Wohnmobil-Stellplätze vorhanden sind und von dem man über eine steile Rolltreppe, die rund 100m Höhenunterschied überbrückt, direkt ins antike Zentrum von Belluno gelangt. Eine Stadt mit oberitalienischem Flair, schmalen Gassen und Häusern und Palästen mit schönen Fassaden. Außerdem haben wir herrlich zu Mittag gegessen. Nach einer Übernachtung am selben Parkplatz und Regen während der Nacht, vertrieb uns auch Belluno dadurch, daß es sich im Nebel versteckte.
08.09. : Also auf über Feltre nach Trient. Wenige Kilometer außerhalb Bellunos lichteten sich die Wolken und die Sonne kam zögernd hervor. So fuhren wir bis Trient. Dort einen Parkplatz für eine Stadtbesichtigung zu finden, erwies sich als äußerst schwierig, da wir bei allen Parkplätzen bis auf einen mit Stangen in 2m Höhe an der Einfahrt gehindert wurden (eine Begründung für diese Stangen folgt später). Diesen Einen fanden wir durch Zufall beim Herumkurven beim Torre Vanga und der war nur 200m vom Zentrum entfernt. Bei ihm war die Begrenzungsstange beiseite geschoben worden. Anfangs begleitete uns noch Nieseln bei unserem ersten Spaziergang durch Trient, später wurde Das Nieseln aber durch Sonnenschein ersetzt. Beim Herumgehen in der Stadt fanden wir ein Lokal namens "PATELLI" bei der alten Stadtmauer, das sich ganz offensichtlich auf besonders raffinierte Vorspeisen spezialisiert hat. Es gab weit mehr Vorspeisen als Hauptspeisen auf der Speisekarte. Da haben wir auch unser Abendessen eingenommen - einfach köstlich.
09.09. : Wir fahren weiter nach Bozen. In der Nähe des Zentrums gibt es keinen Parkplatz für große Wohnmobile. Also fuhren wir zum Messegelände in die Via Einstein, dort gibt es genügend Parkplätze und sogar eine öffentliche Fäkalien- und Grauwasser-Entsorgungsstelle und in 200m Entfernung einen riesigen Interspar-Markt. Die Buslinie 10 bringt uns direkt vom Standplatz um 1 Euro bis ins Zentrum von Bozen, der Piazza Dante. Egal, ob man nun die Linie 10A oder 10B nimmt, beide fahren in entgegengesetzte Richtungen, aber beide fahren über die Piazza Dante. Den Spaziergang durch Bozen bei strahlendem Sonnenschein und das Mittagessen in einem Sardischen Restaurant haben wir sehr genossen, der uns dort kredenzte offene sardische Wein war der Beste, den wir auf unserer Reise getrunken haben). Am Nachmittag Fahrt nach Kaltern. Übernachtung am Campingplatz "Gretl am See". Abendgegessen wurde im Wohnmobil. Am nächsten Tag erfahren wir beim Frühstückskaffee die Geschichte der 2m hohen Querstangen auf fast allen Parkplätzen Südtirols und im Trentino : Vor der Einführung dieser Querstangen kamen öfter mehrere Mercedes S-Klasse mit riesigen Wohnwagen auf einen Hotel- oder Badeparkplatz, bauten damit eine Wagenburg, verrichteten ihre Notdurft überall und verschwanden am nächsten Vormittag unter Zurücklassung gewaltiger Müllberge (nicht in den vorhandenen Müllkontainern, sondern in der freien Natur), die dann von den Besitzern der Parkflächen auf eigene Kosten entfernt werden mußten. Aber nicht nur das, während ihres Aufenthaltes stiegen Diebstähle und Einbrüche in umliegenden Gemeinden. Um nicht in Verdacht zu geraten, wurden keine Einbrüche im Dorf ihres Lagers verübt. Nach dem Verschwinden, wurde der Parkplatz übrigens an die nächsten "Nomaden" weiter empfohlen. Dies führt dazu, daß im Gebiet Friaul, Südtirol und Trentino viele Parkplätze mit Oberschranken in max. Höhe von 2 Metern begrenzt werden, um den "Nomaden" die Einfahrt unmöglich zu machen. Leider müssen darunter auch wir "braven" Wohnmobilisten leiden und in diesen Regionen meistens auf Campingplätze ausweichen.
10.09. : Bei wunderschönem Wetter ging es weiter nach Dorf Tirol (Tirolo), dort gibt es beim Hotel Garni "Schneeburghof" einen kleinen aber feinen privaten Stellplatz für ca. 25 Wohnmobile mit Ver- und Entsorgung, sowie Strom und Frühstücksbrötchen-Service und sauberen Toiletten und Duschen. Natürlich kann man dort auch etwas zum Trinken bestellen und gegen Voranmeldung auch zu Abend essen. Die Anfahrt über schmale Weinbergstraßen läßt einen fallweise daran zweifeln, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Dieser Platz ist auf Grund der freundlichen Gastgeber und der herrlichen Lage oberhalb von Meran bei Wohnmobilisten sehr begehrt. Wir hatten Glück, da gerade zwei Wohnmobile den Platz verlassen hatten. Von dort oben kann man mit einem Sessellift hinunter nach Meran fahren und ist an der Talstation nur 100m von der berühmten Laubengasse entfernt. Ein ausgiebiger Spaziergang durch Meran veranlaßte mich zu der Bemerkung, daß hier "nur lauter alte Leute" seien, worauf mich meine Karin darauf aufmerksam machte, daß auch ich heuer im Oktober 70 werde. Aber Gott sei's gedankt mit einem Wohnmobil und nicht am Krückstock. Wir sind jetzt 6 Tage unterwegs - es kommt uns vor als wären es schon 20.
11.09. : Von Meran fahren wir durchs Vintschgau, kaufen bei einem Bauernstandl Wein, Trauben, Würste und Birnen, die vor ein paar Stunden noch am Baum hingen und gelangen so nach Glurns, weil wir irgendwo ein Plakat gesehen haben, daß es dort eine Ausstellung des Grafikers Paul Flora gibt. Glurns, die kleinste Stadt Südtirols, besticht durch seinen kämpferischen Eindruck. Eine dicke Stadtmauer mit 10 Verteidigungstürmen und nur 3 Ein- und Auslässen, Häuser mit dicken Mauern und kleinen Fenstern zeugen von der bewegten Geschichte der kleinen Stadt an der Etsch, die im Mittelalter Zankapfel zwischen Tiroler Grafen und den Graubündnern war. Ein Parkplatz direkt außerhalb der Stadtmauer macht die Besichtigung leicht. Die Zeichnungen Paul Floras in der Ausstellung im Rathaus waren mit ihrem hintergründigen Humor ein Erlebnis auf unserer Reise. Wir entschieden uns hier - nicht zuletzt auf Grund des schönen Wetters - zur Weiterfahrt über das Stilfser Joch. Bei einer zugelassenen Gesamtlänge von 10,3m für Autobusse sollte das doch auch für unsere 7,45m funktionieren. Ganz so leicht, wie wir das dachten, war es aber nicht. Wir hatten nicht nur mit den Rechtskurven auf den Serpentinen wegen des geringen Radius auf der rechten Straßenseite zu kämpfen (vorher Ausholen auf die linke Strassenseite, dann Einschlagen und Herauskommen aus der Kurve ebenfalls auf der linken Strassenseite) sondern auch gegen tausende Motorradfahrer und hunderte Radfahrer, die an diesem sonnigen Wochenende unterwegs waren und uns die Rechtskurven zu wirklichen Fahrprüfungen gestalteten - auch das Stehenbleiben und wieder Anfahren in einer Kurve bei 15 Steigung ist mit unserem Fronttriebler kein Honiglecken. 39 Kehren führen von südtiroler Seite hinauf aufs Stilfser Joch, das sind 19 Rechtskurven wie oben beschrieben zu befahren, mitten drin haben wir uns dann schon gefragt, welcher Teufel uns da geritten hat, diese Fahrt auf uns zu nehmen. Allerdings ist es ein schönes Gefühl, wenn man oben auf 2760m Seehöhe feststellt, die Herausforderung gemeistert zu haben, auch wenn ein entgegenkommender Autofahrer unserer Lieblingsnachbarn nur den Kopf geschüttelt hat und knapp davor war, uns den "Vogel" zu zeigen, er dürfte das 10,3m-Begrenzungsschild nicht gesehen oder uns als länger eingeschätzt haben. Nochmals 40 Kehren führen auf der anderen Seite wieder 1560 Höhenmeter hinunter ins Tal nach Bormio (1200m hoch).Weiterfahrt durch das Adda-Tal nach Tirano und das Val Poschiavo nach St.Moritz, wo die Reichen und Schön-Operierten zu Hause sind - das muß man doch einmal gesehen haben, wenn auch im Sommer, im Winter kann man sich das eh nicht leisten. Übernachtung auf einem Campingplatz beim Südufer des Sees (saubere Toiletten und Wasch-Duschräume, Ver- und Entsorgung, Frühstücksbrötchen-Service).
12.09. : Am Vormittag Spaziergang vom Campingplatz nach St.Moritz-Bad und St.Moritz Dorf (1822m), einige Fotos gemacht und wieder zurück spaziert. Weiterfahrt über das Oberengadin und den Flüela-Paß (2383m) über Davos nach Malans bei Landquart zu einem Freund. Auch den nächsten Tag verbringen wir mit ihm. In Malans gibt es einen großen Parkplatz, auf dem man ohne Gebühr und ohne Versorgung max. 18 Stunden stehen darf. Wenn man keine Markise hinaus läßt und nicht Sessel und Tisch vor dem Mobil ausbreitet, kann man wahrscheinlich auch länger ohne Beanstandungen stehen. Mehr als Restaurants zum Essen und guten Wein bietet Malans oder die Umgebung allerdings nicht.
14.09. : Wir fahren weiter über Feldkirch und Dornbirn in den Bregenzer Wald. Parkplätze für ein größeres Wohnmobil in den Orten sind praktisch nicht vorhanden, daher müssen wir mit dem Wohnmobil durch die Orte kurven, um überhaupt etwas davon zu sehen, gefolgt von verwunderten Blicken, da wir doch etwas zu groß für die kleinen Orte wirken. Über den Hochtannberg (1679m) erreichten wir dann Warth, Lech und Zürs und fuhren über die Flexenstraße nach Stuben, wo ich ein Cafe kannte, das bis spät abends im Sonnenschein liegt und wo sich ein großer Parkplatz befindet, auf dem wir auch genächtigt haben.
15.09. : Auf der Weiterreise über den Arlbergpass fuhren wir bis Wattens in Tirol, wo wir uns die "Swarovski Kristallwelten" ansahen - wirklich sehenswert ! Weiter ging's zum Achensee mit einem zünftigen Tiroler Mittagessen mit Speckknödeln und Sauerkraut im Panorama-Restaurant Kanzelkehre oberhalb von Jenbach mit gewaltigem Blick ins Unterinntal. Achensee, Achenpaß (941m), Rottach-Egern am Tegernsee waren unsere nächsten Stationen auf unserer Fahrt zum Campingplatz "Staufeneck" bei Bad Reichenhall (saubere Toiletten und Wasch-Duschräume, Ver- und Entsorgung, Strom, Frühstücksbrötchen-Service). 16.09. Am nächsten Morgen empfing uns wieder einmal Regen. So fiel der Spaziergang in Bad Reichenhall im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser und wir sahen zu, daß wir so schnell wie möglich in unsere trockene und warme Wohnung nach Graz zurück kamen. Und da sind wir jetzt wieder !