Lofotenfahrt 2008_Teil3

Norwegen - Reise 2008
Teil 3
Alesund - Runde - Andalsnes - Trollstigen - Geirangerfjord - Dalsnippa - Umrundung des Jostedalsbreen - Bergdalen - Leirdalen - Lom - Odda - Gudbrandsdalen - Lillehammer - Oslo

Norwegen / Norway
01.- 19. Juni 2008

zur DIA-Show und den Einzelbildern von Teil 3

Im dritten Teil unserer Reise fahren wir von Ålesund nach Runde, von Runde zurück, an Ålesund vorbei ins Landesinnere, über die Trollstigen und die Adlerstraße nach Geiranger (beide wurden zu Nationalen Touristenstraßen erklärt), mit der Fähre durch den Geirangerfjord und wieder zurück, auf den Dalsnippa, fast um das ganze gewaltige Gletschermassiv des Jostedalsbreen herum, entlang dem Bergmassiv Jotundheimen zur Stabkirche nach Lom und einigen weiteren Stabkirchen und über Lillehammer zurück nach Oslo.

Wir wachen mit Sonnenschein auf, allerdings sind die Berggipfel in Wolken gehüllt. Wir brechen auf, um die Papageientaucher auf Runde zu sehen. Unterwegs fallen uns viele, viele Norweger mit Kindern und Rucksack auf. Obwohl es Sonntag ist, sind es eigentlich zu viele. Wie wir später feststellen, ist heute "Volkswandertag" und alle Norweger machen mit - und alle wollen nach Runde. Uns aber zeigt sich der Berg in Wolken, es beginnt zu regnen, der Wind bläst kalt und ein Schild sagt uns, daß der Aufstieg etwa 1 Stunde dauert, für die Norweger kein Problem. Da für uns kein Volkswandertag ist, lassen wir den Aufstieg bleiben und kaufen zwei Ansichtskarten von Papageientauchern - sehr nette, bunte kleine Vögel - aber leider, gesehen haben wir sie nicht, ebenso wenig wie Elch und Wale.

Auf der Rückfahrt von Runde Richtung Ålesund wird das Wetter wieder besser und bei drei kleinen Seen, die mit Seerosen übersät sind, scheint auch wieder die Sonne.

Unser nächstes Ziel liegt im Landesinneren und heißt Andalsnes. Andalsnes soll unser Ausgangspunkt für die Straße über die Trollstigen sein. Je näher wir Andalsnes kommen, um so regnerischer wird es und bei unserer Ankunft in Andalsnes ist alles naß und ein Wolkenbruch empfängt uns. Wir parken am Hafen und richten uns für die Nacht her. So plötzlich, wie der Wolkenbruch begann, verschwinden um 20 Uhr die Wolken, die Sonne kommt heraus und einige Wohnmobile brechen zu ihrer Weiterfahrt auf, da es ja immer noch taghell ist. Auch wir beschließen, ermutigt durch das so plötzlich eingetretene schöne Wetter, noch heute über die Trollstigen (elf 180°-Kehren mit 10% Steigung und dem Wasserfall Stigfossen, der höchste Punkt liegt 852 müM) nach Sylte/Valldal oder Linge zu fahren, wer weiß, wie das Wetter morgen sein wird - heute ist es zwar spät, aber sonnig und ohnehin noch bis 23 Uhr hell. Die Fahrt über die Trollstigen ist herrlich und ein echtes Erlebnis, kein Verkehr, tolle Fotografier-Möglichkeiten, auf der Paßhöhe Schnee und im Valldal mit seinen riesigen in Blüte stehenden Erdbeerfeldern herrliche, rötliche Sonnen-Beleuchtung der Berge, es ist 22 Uhr. Um 23 Uhr finden wir einen schönen Rastplatz zum Übernachten in Sylte/Valldal, kurz vor Linge. Die Eindrücke der letzten Stunden waren wieder einmal überwältigend.

Heute wird es ein gemütlicher Tag, wir haben nur 30km vor uns. Wir fahren von Sylte die 4 km bis Linge zur Fähre über den Norddalsfjord nach Eidsdal, von wo es über die sogenannte "Adlerstraße", auf der Südseite wieder mit vielen Kehren, aber durch grün bewachsene Felder, auf denen Bergbauern ihrer schweren Arbeit nachgehen, nach Geiranger geht. Bei der Talfahrt machen wir noch Station an einer extra für Touristen gebauten Aussichtsplattform, von der man sowohl zum Ort Geiranger, als auch in den Geirangerfjord hinein sieht.

In Geiranger bleibt unser Wohnmobil auf dem Parkplatz bei der Fähre durch den Geirangerfjord die nächsten drei Stunden stehen und wir kaufen uns eine Hin-und Rückfahrkarte von Geiranger durch den Geirangerfjord nach Hellesylt und zurück - diese Variante für zwei Personen ist um die Hälfte billiger, als eine Überfahrt mit dem Wohnmobil in eine Richtung. Auf der Durchfahrt von Geiranger nach Hellesylt erleben wir Regen und Nebel im Geirangerfjord, kaum haben wir den Fjord bei Hellesylt verlassen, scheint wieder die Sonne und es wird heiß. Auf der Rückfahrt, eine Stunde später, sehen wir dann den Geirangerfjord in schönstem Sonnenlicht. In Geiranger ist es jetzt heiß wie im Sommer. Wir setzen uns auf die Terasse einer Eisdiele und ich genieße das beste Eis meines Lebens im Sonnenschein. Vor uns wird wie im Film eine Gruppe offensichtlicher VIPs, die mit einem Motorboot durch den Geirangerfjord angerauscht kommen, von einem Hotel in Geiranger mit einem alten Studebacker und einem alten Buik abgeholt. Ein leerer Parkplatz am Wasser dient uns dann zur Übernachtung.

Von Geiranger sind es nur etwa 20km bis zum Dalsnippa, einem Berg mit rund 1500m Seehöhe und einer traumhaften Rundumsicht und Sicht bis ins Tal auf den Geirangerfjord. Das Wetter ist wieder einmal bewölkt bis Sonnig, wobei gegen Abend mehr und mehr Regen aufkommt. Wir fahren durch Breiddalen bis Grotli, wo wir auf die 258 abzweigen, eine Schotterstraße, die über das Strynefjell am Sommerskigebiet auf 1800m Seehöhe vorbei hinunter nach Stryn führt. Kurz nach dem Sommerskigebiet trinken wir Kaffee im Videseter Høyfjellshotel und finden einen Wimpel der österr. Ski-Langlaufmannschaft aus dem August 1997, die damals mit ihrem Trainer Emil Hoch hier trainiert hat. Von hier hat man einen guten Blick ins Tal nach Stryn. Dort angelangt geht es um den Ost-Zipfel des Nord- und Invikfjords herum bis Olden, wo wir einen Abstecher nach Süden nach Briksdal zum Briksdalsbreen (Breen=Gletscher) machen. Große Kreuzfahrtschiffe fahren bis hierher und verbinden eine Fahrt durch den langen Nordfjord mit der Besichtigung eines Gletschers. Der 1-stündige Aufstieg zur Gletscherzunge erscheint uns angesichts des einsetzenden Regens zu beschwerlich, zumal man ca. 100km weiter mit dem Wohnmobil nahezu an eine Gletscherzunge fahren kann. So geht es also wieder zurück und dem Fjord entlang nach Westen bis Utvik, wo wir nach Süden abzweigen, um bei Skei auf die Straße No.5 bis Sogndal zu fahren.

Auf der Strecke von Skei bis Lunde sehen wir auf der linken Seite immer wieder die Gletscherränder und Zungen des Jostedalsbreen. Auf einem Rastplatz an einem kleinen See mit sauberen Toiletten kurz vor Sogndal übernachten wir.

Nach einer ruhigen Nacht zweigen wir bei Sogndalsføra (Sogndal) auf die Nationalstraße 55 ab. Etwa in der Mitte zwischen Sogndal und Gaupe zweigen wir nach rechts ab und fahren hinunter nach Solvorn, einem kleinen Ort am Lustrafjord, dem Ausgangspunkt der Fähre zur Stabkirche in Urnes, der ältesten erhaltenen Stabkirche Norwegens aus dem 11.Jahrhundert. Nachdem wir aber bei unserer ersten Norwegenreise so viele Stabkirchen gesehen haben und auch diesmal noch einige am Programm standen, fuhren wir nicht nach Urnes hinüber (Aufwand incl. Fähre etwa 3 Stunden). Hier in Solvorn gibt es riesige Himbeer- und Erdbeer-Anbauten. Wieder zurück auf der 55 fahren wir bei Gaupne auf der 604 nach Norden bis zum Breheimsenteret, dem Gletschermuseum. Dort zweigen wir links ab, um zum Nigardsbreen zu kommen. Hier kann man bis zum Gletschersee mit dem Auto fahren und dann mit einem Boot zur Gletscherzunge übersetzen. Die Gletscherzunge ist beeindruckend. Zurück in Gaupne fahren wir weiter auf der 55 nach NO bis Skjolden. Von dort geht es wieder in Serpentinen hinauf nach Tutagrø, einem Bergsteigerort, und weiter auf der Sognefell-Straße über das Sognefjell, einer der beeindruckendsten Paßstraßen Nord-Europas, die durch eine wilde Berglandschaft mit den höchsten Bergen Skandinaviens führt. Der höchste Punkt der Straße liegt bei Krossbu auf 1445m Seehöhe. Durch Leirdalen am Rande des Jotundheimen-Gebirges, des höchsten Gebirges in Norwegen, und Bøverdalen erreichen wir Lom mit seiner berühmten Stabkirche. Nach deren Besichtigung fahren wir weiter über Otta bis Harpefoss, wo wir auf einem ruhigen Parkplatz einen Platz zum Übernachten finden.

Wir besuchen noch drei Kirchen, die runde Kirche von Hundorp, die Stabkirche von Ringebu und die Stabkirche in Favang, die gesperrt ist und die wir daher nur von außen sehen. Nachdem uns starker Regen zum Abschied in Lillehammer empfängt, fotografieren wir die Stabkirche Maihaugen, die in einem Freilichtmuseum in Lillehammer steht, nur von Außen und verschieben unsere Besichtigung von Lillehammer, die wir eigentlich vor hatten, auf unseren nächsten Urlaub in Norwegen. Über Honefoss erreichen wir am späteren Nachmittag des 19.Juni 2008 wieder Oslo, den Ausgangspunkt unserer Norwegen-Reise.

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Besonderer Dank gilt der Firma ES-Wohnmobile in Leopoldshöhe bei Bielefeld und ihrem Besitzer Herrn Strathoff. Das Wohnmobil war in Ordnung, die Übergaben problemlos, freundlich und schnell, und das Wohnmobil hat ohne zu Murren alle unsere Touren ertragen, ohne auch nur einmal zu streiken. Indgesamt waren es mit An- und Abfahrt nach Norwegen ca. 8000km oder auch ein paar mehr ohne Probleme, was wesentlich zum Gelingen unseres Urlaubs beigetragen hat.

Norwegen ist ein wunderschönes Land mit überwältigenden Landschaften, Bergen, Seen und Fjorden, leuchtenden Farben, reservierten, aber freundlichen und hilfsbereiten Menschen - wir waren sicher nicht zu letzten Mal da !